Am Sonntagabend fand im San Siro in Mailand ein echter Klassiker statt. Milan bekam es zuhause mit Juventus zu tun. Und nachdem Inter am Nachmittag gegen den FC Turin nur ein Remis holte hatte Milan noch immer eine absolute Minimalchance auf den Titel. Dafür war aber ein Sieg notwendig.
Wer diese beiden Mannschaften in den letzten Wochen genauer verfolgt hatte, der wusste, dass es hier eher kein Torfestival geben würde. Dafür sind beide momentan nicht effizient genug, dafür spielen die Rossoneri zum Beispiel auch nicht konsequent genug nach vorne.
Remis im Traditionsduell zwischen Milan und Juventus
Juventus hatte zu Beginn einige gute Momente, weil man es schaffte, oft über Weston McKennie, aber auch über Jonathan David in gefährliche Räume zu kommen. Milan spielte wieder offensiv mit Christian Pulisic und Rafael Leao als eine Art fluide Doppel-9, aber das schmeichelte wieder einmal keinem der beiden Offensivspieler. Das große Problem: Stürmer wie Christopher Nkunku und Niclas Füllkrug laufen den eigenen Erwartungen recht deutlich hinterher.
Wenn es mal Abschlüsse gab, dann kamen diese aus der Distanz. Einzelaktionen konnten oft gut wegverteidigt werden, weil eine gewisse Kompaktheit bei beiden vorhanden war. Das Spiel lebte, wie man so schön sagt, von der Spannung. Das 0:0 zur Pause war dementsprechend auch nicht überraschend. Auch wenn Juventus ein Tor erzielte, das aber wegen Abseits nicht zählte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war das Tempo dann höher. Juventus hatte mehr Abschlüsse, vor allem Khephren Thuram erhöhte die Schlagzahl deutlich, trieb aus dem Zentrum an. Es gab Distanzschüsse, unter anderem von Manuel Locatelli. Auf der Gegenseite hatte Alexis Saelemaekers die bis dato beste Chance, traf nach einem schönen Angriff nur das Aluminium. Nach zehn bis zwölf Minuten war der Glanz aber verflogen und das Spiel passte sich wieder dem Niveau der ersten Halbzeit an.
Es gab in der Folge noch den ein oder anderen Abschluss, aber weder eine zwingende Phase mit viel Druck von einem Team noch die ganz großen Chancen. Gerade defensiv konnten beide Teams am Ende mit dem Spiel leben, aber beide hatten sich natürlich mehr vorgestellt.

