Montag, April 6, 2020

Setzt sich die Auswärts-Krise fort? – Barça zu Gast bei Real Betis

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Vorschau | Der FC Barcelona tut sich in dieser Saison Auswärts enorm schwer und auch nach dem Trainerwechsel ist keine Besserung zu erkennen. Unter Setién wurden zwei der drei Auswärtsspiele, inklusive des Ausscheidens im Pokal, verloren und beim einzigen Sieg, dem 2:1 beim Drittligisten Ibiza, drohte lange Zeit die große Blamage. Am Sonntag muss seine Mannschaft nun bei Real Betis antreten, für Setién eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 21 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

Real Bets Balompié

Für Real Betis stand Quiqué Setién zwei Saison, 2017/18 und 2018/19, an der Seitenlinie, ehe man sich vor dieser Saison voneinander trennte. Für ihn übernahm Rubi, der zuvor bei Huesca und Espanyol Barcelona extrem erfolgreich arbeitete und bei Real Betis eine Kehrtwende anstieß. Unter ihm hat sich der Stil der Mannschaft enorm verändert, weg vom extremen Ballbesitzspiel, hin zu einem pragmatischen, mehr auf Umschaltmomente ausgerichteten Ansatz.

Dieser Umbruch verlief allerdings keineswegs spurlos. Betis startete mit zwei Niederlagen in Folge und nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen sehr schlecht in die Saison. Anschließend stabilisierte sich die Mannschaft zwar auf einem mittelmäßigen Niveau, doch auch zum jetzigen Zeitpunkt läuft sie dem eigenen Anspruch hinterher. Mit 28 Punkten aus 22 Spielen stehen die Andalusier auf einem enttäuschenden 12. Platz und ringen darum den erweiterten Anschluss an die Europapokal-Plätze nicht zu verlieren. Mit durchwachsenem Erfolg.

Rubi sucht noch nach dem richtigen Rezept

Mit nur einem Sieg aus den letzten sechs Ligaspielen, bei zwei Niederlagen und drei Remis, kommt man einfach nicht von der Stelle. Gelegentliche Ausreißer, wie der 3:0-Sieg über Real Sociedad können darüber nicht hinwegtäuschen. Das größte Problem ist dabei eindeutig die schwache Defensive. Mit 34 Gegentoren ist Betis, gleichauf mit Levante, die drittschlechteste Mannschaft in dieser Hinsicht. Rubis taktische Varianten – von einer anfänglichen 4-2-3-1-Grundordnung, über verschiedene Systeme mit einer Dreierkette, bis hin zum 4-1-4-1, das sich zuletzt als favorisierte Grundordnung etablierte – blieben in dieser Hinsicht wirkungslos.

Die Aussicht darauf, dass mit dem FC Barcelona nun die beste Offensive der Liga zu Gast ist, ist daher nicht besonders erbaulich. Im Hinspiel musste sich Real Betis im Camp Nou bereits mit 2:5 geschlagen geben, was ebenfalls nicht gerade zum Optimismus beiträgt. Mit 20 gewonnenen Punkten in elf Heimspielen, ist man aber immerhin im heimischen Estadio Benito Villamarín relativ erfolgreich. Zum Vergleich: Barça hat auswärts in elf Spielen nur 15 Punkte geholt.

Auf Routinier Joaquín ist Verlass

Ohnehin braucht sich Real Betis nicht zu verstecken. Die Mannschaft dürfte gut damit beraten sein, ihr Heil in der Offensive zu suchen. Mit den 30 bisher erzielten Toren ist die Stärke der Mannschaft auf jeden Fall in diesem Bereich zu verorten. Mit Stürmer Loren Morón, der vor allem von Setién sehr fördert wurde, Nabil Fekir und Routinier Joaquín Sánchez hat Rubi zudem drei sehr gefährliche Akteure in seinen Reihen. Borja Iglesias, der mit 28 Mio. € der teuerste Neuzugang des Sommers war und gemeinsam mit Rubi von Espanyol kam, tut sich unterdessen allerdings schwer. Mit nur drei Toren und zwei Assists in 21 Spielen blieb er bisher klar hinter den Erwartungen zurück.

Trotzdem bekommt er des Öfteren den Vorzug vor Morón, der mit acht Toren der beste Torschütze der Mannschaft ist. Die Stürmerfrage dürfte also auch für das Spiel am Sonntag von großem Interesse sein. Ansonsten sind nicht allzu viele Fragezeichen vorhanden. Mit William Carvalho, Andrés Guardado und Juanmi fallen drei Spieler verletzt aus. Daher sind auch nicht allzu viele Änderungen im Vergleich zum 1:1 bei Eibar am vergangenen Wochenende zu erwarten.

Nicht nur für Setién ein besonderes Spiel

Zum Abschluss sei aber noch auf zwei interessante Personalien hingewiesen: Mit Carlés Aleñá und Emerson sind gleich zwei Spieler mit direktem Barça-Bezug Kandidaten für die Startelf. Aleñá kam im Winter auf Leihbasis von den Katalanen nach Sevilla, während Rechtsverteidiger Emerson im Sommer fest vom FC Barcelona verpflichtet wurde. Die Katalanen besitzen allerdings die Möglichkeit ihn für einen festen Preis zurückzukaufen. Von dieser Möglichkeiten dürften sie, Stand jetzt, auch auf jeden Fall Gebrauch machen, denn der Brasilianer weiß in dieser Spielzeit vollauf zu überzeugen. Seine drei Tore und fünf Assists in 18 Einsätzen sind ein Beleg dafür. Auf diese beiden sollte der geneigte Beobachter auf jeden Fall achten.

(Photo by CRISTINA QUICLER/AFP via Getty Images)

FC Barcelona

Der FC Barcelona blickt auf eine Woche voller Rückschläge zurück. Allen voran ist da natürlich das Pokal-Aus im Viertelfinale durch die 0:1-Niederlage bei Athletic Bilbao zu nennen. Ein Eigentor in der Nachspielzeit ließ Barça aus allen Wolken fallen und mit den vergebenen Chancen von Ansu Fati, Lionel Messi und Antoine Griezmann hadern. Wieder einmal schaffte man es nicht auswärts zu gewinnen, wieder mal präsentierte man sich verunsichert, anfällig und fahrlässig.

Mit dieser Niederlage wächst natürlich auch der Druck auf Neu-Trainer Quique Setién, der latente Auswärtsschwäche bisher nicht zu lindern vermag. Barça ist mittlerweile seit drei Liga-Auswärtsspielen sieglos. Auftritte wie die auf Ibiza oder in Valencia lassen die Fans und den Vorstand ratlos zurück und man fragt sich, wo eine mögliche Besserung herkommen soll. Dazu kommen etliche Nebenkriegsschauplätze und da kamen in dieser Woche noch zwei hinzu. 

Sportdirektor Abidal wackelt

Der Erste dieser zwei ist auf Lionel Messis Reaktion auf Aussagen von Sportdirektor Abidal zurückzuführen. Der Argentinier bestritt, dass es ein gestörtes Verhältnis zwischen Mannschaft und Ex-Trainer Valverde gegeben haben soll, und unterstellte Abidal, dass er den Ruf der Mannschaft beschädigt habe. Abidal, der es im Januar verpasste einen neuen Stürmer zu verpflichten, stand daraufhin noch mehr in der Kritik, als ohnehin schon. Nun, so wird es berichtet, ist seine eigene Zukunft im Verein in Gefahr. Unstimmigkeiten mit Lionel Messi sind nie gut für einen Verantwortlichen der Katalanen.

Für den zweiten Nebenkriegsschauplatz kann Abidal zwar nur bedingt etwas, doch auch dieser lässt die Kritik an ihm wachsen. Flügelspieler Ousmane Dembele erlitt im Training einen Rückschlag in seiner Rehabilitation und dürfte für den Rest der Saison ausfallen. Nach der Verletzung von Luis Suárez und dem Abgang von Carles Pérez bleiben damit lediglich drei fitte Angreifer: Lionel Messi, Antoine Griezmann und Ansu Fati. Ein schwieriger Umstand, der Abidal abermals in Bedrängnis bringt, da er schließlich für die Kaderplanung mitverantwortlich war.

Der Druck steigt

Als Reaktion auf die Verletzung versucht Barcelona nun einen Angreifer nach zu verpflichten, was durch eine Regelung der spanischen Verbands möglich ist. In diesem Kontext werden die Namen Angel Rodriguez, Cristhian Stuani und (ausgerechnet) Loren Morón gehandelt. Aber auch hier ist der Ausgang ungewiss.

Die Situation rund um den FC Barcelona ist mit dem Wort “ungemütlich” also nur unzureichend beschrieben. Da man in der Liga auch nur Zweiter hinter Real Madrid ist, ist der Druck vor dem Spiel in Sevilla natürlich umso größer. Da ist es auch nicht unbedingt hilfreich, dass man in der abgelaufenen Saison gerade in diesem Stadion den negativen Höhepunkt, die Niederlage im Pokalfinale gegen den FC Valencia, hinnehmen musste. Gegen Real Betis gewann Barça im Benito Villamarín aber zuletzt immerhin mit 4:1 und 5:0. 

Ohne Piqué im Benito Villamarín

Personell ist die Lage, wie bereits angedeutet, weiterhin bescheiden. Im Angriff bleiben nur die drei genannten Optionen, wobei Sergi Roberto am Donnerstag rechts offensiv begann. Gegen Betis ist allerdings damit zu rechnen, dass Griezmann wieder in die Mannschaft rückt. Roberto könnte dafür wieder rechts hinten beginnen, für den wiederum Nelson Semedo weichen müsste. Ansonsten ist vor allem zu betonen, dass Gerard Piqué erneut gelb-gesperrt (10. Gelbe) fehlen wird. Für ihn wird Samuel Umtiti in die erste Elf rücken und an der Seite von Clement Lenglet innen verteidigen. Darüber hinaus sind nur wenige Veränderungen zu erwarten. Arthur Melo und Arturo Vidal sind am ehesten Optionen, sie könnten im Mittelfeld anstelle von de Jong oder Rakitic beginnen, falls einer von ihnen eine Pause erhält.

Feststeht in jedem Fall, dass der FC Barcelona diesen Auswärtssieg um jeden Preis braucht. Ob es die Chancen, dass dies tatsächlich gelingt, eher erhöht oder sie sogar mindert, werden wir am Sonntagabend sehen.

Prognose

Normalerweise wäre der FC Barcelona in diesem Spiel klarer Favorit. So wie die Umstände sind, kann davon allerdings keine Rede sein. Die Auswärtsschwäche der Katalanen, deren angespannte Personalsituation, sowie die schlechte Stimmung rund um den Verein lassen scheinbar jede Selbstverständlichkeit abhanden kommen.

Real Betis ist seinerseits allerdings auch nicht besonders gut drauf und ist ebenfalls auf der Suche nach der inneren Mitte. Die defensiven Schwächen könnten sich gegen Barça zudem mehr denn je rächen, da würde auch die vermeintliche Heimstärke nur wenig helfen.

Alles in allem ist ein sehr interessantes Spiel zweier durchaus verunsicherter Mannschaften zu erwarten. Die höhere individuelle Qualität spricht im Zweifel klar für die Gäste, doch in diesen Tagen kann man sich darauf leider auch nicht immer verlassen.

Mögliche Aufstellungen:

Real Betis Balompié: Joel Robles – Emerson, Mandi, Marc Bartra, Álex Moreno – Edgar González – Fekir, Canales, Aleñá, Joaquín Sánchez

FC Barcelona: Ter Stegen – Sergi Roberto, Umtiti, Lenglet, Jordi Alba – Rakitic, Sergio Busquets, Frankie de Jong – Ansu Fati, Messi, Griezmann

Weitere Vorschauen zum aktuellen Spieltag

(Photo by ANDER GILLENEA/AFP via Getty Images)

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