Studienaufruf: Gegen Homofeindlichkeit im Fußball

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Spotlight | Homofeindlichkeit im Fußball ist leider keine Seltenheit. Eine großangelegte Studie soll helfen, die Problemstellen zu finden und zu bekämpfen.

Studie zur Homofeindlichkeit im Fußball

Während in weiten Teilen der Gesellschaft eine positive Entwicklung im Bereich der sexuellen Diversität zu beobachten ist, wirkt der Fußball fast wie aus der Zeit gefallen. Weiterhin hat sich kein aktiver Profifußballer aus einer Topliga als homosexuell geoutet, von den Rängen der Stadien und den Seitenlinien in der Kreisklasse dröhnen Woche für Woche homofeindliche Bemerkungen auf den Platz. Auch wenn Verbände und Ligaorganisationen mittlerweile Initiativen gegen Homofeindlichkeit im Fußball unterstützen oder sogar selber ins Leben rufen, sind die Probleme weiter präsent. Auch am Beispiel Josh Cavallo (22) wird dies schmerzhaft deutlich.

Cavallo spielt in der australischen A-League für Adelaide United und outete sich im letzten Jahr als homosexuell.  „Ich bin Fußballer und ich bin stolz schwul zu sein“, ließ der junge Profi verlauten. Am Wochenende meldete sich der Mittelfeldspieler dann nach einem Ligaspiel gegen Melbourne Victory auf seinem Instagram-Account zu Wort und adressierte homofeindliche Beleidigungen, die er während der Partie erfuhr: „Ich werde nicht so tun, als hätte ich die homofeindlichen Beleidigungen im gestrigen Spiel nicht gehört. Es gibt keine Wörter, um zu beschreiben wie enttäuscht ich war.“

Cavallos Erfahrungen unterstreichen die Annahme, dass der Fußball weiterhin ein toxisches Umfeld für offen homosexuelle Menschen ist. Phillip Lahm (38), Weltmeister von 2014, hatte in seinem Buch im letzten Jahr Fußballern geraten, sich aufgrund der schwerwiegenden Auswirkungen nicht während der aktiven Karriere zu outen. Dabei sollte ein Outing heutzutage keinerlei negative Auswirkungen haben, jedem Menschen mit Toleranz begegnet werden. Bis heute wurde es nicht geschafft, in diesem Sport der für alle da sein sollte, ein sicheres Umfeld zu schaffen. Auch deshalb gibt es nun eine Studie zum Thema Homofeindlichkeit im Fußball. Mit dieser großangelegten Datenerhebung unseres Partners FanQ sollen die Probleme und Erfahrungen rund um Homofeindlichkeit im Fußball aussagekräftig zusammengeführt werden und genauso für eine Grundlage für weitere, nötige Maßnahmen der Entscheidungsträger sowie für mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit bei diesem Thema sorgen. Wir würden uns freuen wenn ihr zahlreich teilnehmt und dazu beitragt, dass Fußball irgendwann wirklich ein Sport für alle wird.

Hier könnt ihr direkt abstimmen:

Photo by Leonhard Simon/Getty Images

 

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

Alle Kommentare


  • Name sagt:

    Feindseligkeit ist immer ein Problem. Aufklärung ist immer gut. Ich persönlich fühle mich belästigt durch die in den Fordergrund gestellte und anhaltenden Debatte über Lgtpq..sry falls falsch..
    Es gibt viel wichtigere Themen die viel mehr Menschen betreffen als irgendwelche Fantasiegeschlechter (Ich hab erst 2 gesehen und die Sexualität sollte privatsache sein). Alters- u. Bildungdarmut z.B. Zweiteres zu bekämpfen würde automatisch zu mehr Toleranz in allen Bereichen führen.
    Jeder Mensch hat in unserem Land die Möglichkeit sich so auszuleben wie er es für schön hält. Frieden fängt bei jedem selbst an.


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