Europa League | Das sind die Titelfavoriten

Europa League: Der FC Barcelona und FC Sevilla zählen zu den Topfavoriten
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Spotlight | Die Europa League lockt in der K.o-Phase mit einem hochkarätigen Starterfeld. Angeführt vom FC Barcelona, der sich mit vielen starken Kontrahenten auseinandersetzen muss.

Europa League: Barcelona vs. Napoli, Sevillas großer Traum

Die Einführung der Europa Conference League lässt die Europa League als Profiteur dastehen. Die Verkleinerung der Gruppenphase mit nur 32 Teams, die zumeist aus den stärkeren Ligen stammen, brachte eine deutlich engere Leistungsdichte. Mit dem Einstieg der Champions-League-Absteiger, die sich in der Zwischenrunde mit den jeweiligen Zweitplatzierten der Vorrundenstaffeln duellieren, nimmt die Qualität nochmals zu.

Exemplarisch dafür steht der FC Barcelona. Erstmals seit 18 Jahren muss er im zweitbedeutendsten europäischen Wettbewerb antreten, nachdem sich in der Königsklasse der FC Bayern München und Benfica als zu stark erwiesen. Darauf reagierten die Katalanen in der Winter-Transferperiode, indem sie Ferran Torres (21) von Manchester City loseisten und dazu noch Adama Traoré (26), Pierre-Emerick Aubameyang (32) sowie den in der Europa League nicht spielberechtigten Dani Alves (38) verpflichteten.

In den vergangenen Wochen präsentierte sich Barcelona bereits verbessert. Trainer Xavi Hernández (42) schafft es immer mehr, seinen ballbesitzorientierten Spielstil zu etablieren, was etwa beim 4:2-Erfolg gegen Atlético offensichtlich wurde. Trotzdem reihen sich gelegentlich mäßige Darbietung ein. Am vergangenen Sonntag sprang im Derby bei Espanyol (2:2) ein glücklicher Punkt heraus. Einen ähnlich passiven Auftritt darf sich die Blaugrana in der Europa-League-Zwischenrunde nicht erlauben. Mit der SSC Napoli nämlich wartet ein sehr starker Gegner.

 

Die Süditaliener spielen bislang eine beeindruckende Saison. Lediglich eine Schwächeperiode im Herbst hielt die auf Dominanz ausgerichtete Auswahl von Luciano Spalletti (62) von der Spitze der Serie A fern. Der Rückstand auf den Tabellenführer beträgt aktuell zwei Zähler, obwohl Napoli die beste – von Kalidou Koulibaly (30) organisierte – Defensive stellt.

Doch auch in der Offensive stehen brandgefährliche Akteure wie Lorenzo Insigne (30), Dries Mertens (34) oder Victor Osimhen (23) zur Verfügung. Ob sie allesamt zum Zug kommen werden, bleibt jedoch fraglich, denn schon zu Zeiten von Maurizio Sarri (63) vernachlässigte die Gli Azzurri die Europa League, um den Versuch zu unternehmen, den ersten Scudetto seit 1990 einzusammeln.

Eine ganz andere Priorität genießt der Wettbewerb beim FC Sevilla. Zwischen 2014 und 2016 – unter der Leitung von Unai Emery (50), der im Vorjahr mit dem FC Villarreal den Coup wiederholte, sowie 2020 triumphierten die Andalusier. Der fünfte Titel binnen neun Jahren ist das große Saisonziel. Das Finale wird nämlich am 18. Mai im heimischen Estadio Ramón Sánchez Pizjuán über die Bühne gehen.

Der FC Sevilla gewann 2020 die Europa League.

(Photo by Friedemann Vogel/Pool via Getty Images)

Die Chancen auf die Teilnahme sind keinesfalls gering, In La Liga wusste Sevilla zu überzeugen. Die schwer zu knackende Defensive um Jules Koundé (23) und Diego Carlos (28), die in 24 Saisonspielen nur 16 Gegentore zuließ, legte den Grundstein für den Erfolg. Dieser blieb in der Champions League allerdings aus, wo die Sevillistas an Salzburg und Lille scheiterten. Die sportliche Leitung handelte daraufhin, holte Tecatico Corona (29) und Anthony Martial (26), der mit Manchester United ebenfalls schon die Europa League gewann.

West Ham und Dortmund mit realistischer Chance

Ohnehin gingen die letzten zehn Auflagen allesamt an Klubs aus La Liga oder der Premier League. Letztgenannte stellt nur noch einen Vertreter, da Leicester City die Vorrunde nicht überstand. Die Hoffnungen ruhen damit vollends auf West Ham United – und das durchaus berechtigt. Die Hammers haben sich in englischen Top-Sechs festgesetzt. Schon in der vorangegangenen Spielzeit verpassten sie nur hauchdünn die Champions-League-Qualifikation.

Aktuell grüßt West Ham, das mit Declan Rice (23) einen der herausragenden Mittelfeldspieler in seine Reihen hat, von Rang fünf, wobei nur zwei Punkte zu Manchester United fehlen. Oftmals zieht die Mannschaft von David Moyes (58) umkämpfte Begegnungen auf ihre Seite. Bei sieben der zwölf Saisonsiege betrug der Abstand ein Tor – auch gegen den FC Liverpool und FC Chelsea, was nochmals verdeutlicht, dass mit den seit 42 Jahren titellosen Hammers zu rechnen ist.

Auf den Zettel haben sollte man auch Borussia Dortmund. Ein Großteil der Leistungen war trotz Rang zwei in der Bundesliga eher mittelmäßig, was auch zum Champions-League-Aus führte. Der BVB sah gegen Ajax (0:4/1:3) gar kein Land und unterlag im entscheidenden Spiel auch noch Sporting (1:3). Darüber hinaus schied er im DFB-Pokal gegen Zweitligist St. Pauli aus, sodass die Europa League nochmal einen anderen Stellenwert genießt.

Nach vorne hin bringt die Borussia vieles mit, um sich den Titel zu holen. Insbesondere Erling Haaland (21), der in der Königsklasse bei 19 Einsätzen satte 23-mal traf, kann jederzeit den Unterschied herstellen. Im Vergleich mit den Rangers steht er wohl zumindest im Hinspiel verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, dennoch sollte der defensiv nicht immer sattelfeste BVB die nächste Runde erreichen und zunehmend den Fokus auf die Europa League richten, um eine wenig begeisternde Saison mit Silberware abzurunden.

Der BVB zählt in der Europa League zu den großen Favoriten.

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Bundesliga-Quartett mit Chancen, Atalanta und Porto lauern

Neben Dortmund treten noch drei weitere Bundesliga-Vereine an. Gute Chancen ausrechnen kann sich RB Leipzig, das sich seit der Amtsübernahme von Domenico Tedesco (36) kontinuierlich stabilisiert und schon in der Champions-League-Gruppenphase gegen Manchester City und Paris St. Germain eine gute Figur abgab. Schon in der Zwischenrunde wartet mit Real Sociedad ein aber ein alles andere als leicht zu bespielender Kontrahent.

Zu diesem Zeitpunkt darf Bayer Leverkusen noch pausieren. Die Werkself überzeugte in dieser Saison mit temporeichem Umschaltfußball – und hat mit Florian Wirtz (18) einen der wohl interessantesten Spieler Europas in ihren Reihen. Trotz stets stark besetzter Kader verpasste sie bisher den ganz großen Wurf im internationalen Geschäft. Nah dran war Eintracht Frankfurt in der Saison 2018/19, als das Halbfinale gegen Chelsea erst im Elfmeterschießen verloren ging. Diesmal hat die SGE bereits das Achtelfinale sicher und dürfte mit den Fans im Rücken einen sehr unangenehmen Gegner darstellen.

Die Fans von Eintracht Frankfurt zeigten sich in der Europa League oftmals von der besten Seite.

(Photo credit should read BEN STANSALL/AFP via Getty Images)

Die Frankfurter Anhänger verbindet eine Freundschaft mit Atalanta, das aus der Champions League dazustößt. Die immer nach vorne denkende Bergamasci hat in den letzten Jahren auch bei ihren europäischen Auftritten einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sodass sie sicherlich keiner mehr unterschätzen wird. Abzuwarten bleibt jedoch, ob die erneute Königsklassen-Qualifikation  wesentlich höhere Priorität besitzt.

In Portugal ist dies nicht der Fall. Der FC Porto, 2011 schonmal siegreich in der Europa League, grüßt dort von der Tabellenspitze und trifft in einem spannenden Zwischenrundenduell auf Lazio. Der Sieger könnte es weit bringen. Selbiges gilt für die beiden Ligue-1-Starter Olympique Lyon und AS Monaco. Die Monegassen gewannen eine starke Vorrundengruppe mit Real Sociedad und Eindhoven relativ souverän, woran sie in der K.o.-Phase anknüpfen wollen. Ein internationaler Titel fehlt ihr bekanntlich noch in der illustren Sammlung.

Die Begegnungen der Zwischenrunde (17.02/24.02.):

Sheriff Tiraspol – Sporting Braga

FC Barcelona – SSC Neapel

Borussia Dortmund – Glasgow Rangers

Zenit – Real Betis

FC Porto – Lazio

RB Leipzig – Real Sociedad

Atalanta BC – Olympiakos Piräus

FC Sevilla – Dinamo Zagreb

Schon für das Achtelfinale qualifiziert sind: Olympique Lyon, AS Monaco, Spartak Moskau, Eintracht Frankfurt, Galatasaray, Roter Stern Belgrad, Bayer Leverkusen, West Ham United

(Photo by CRISTINA QUICLER/AFP via Getty Images)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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