In Gruppe J thront Argentinien an der Spitze, doch wer folgt den Gauchos in die K.o.-Phase? Im Duell zwischen Jordanien und Algerien ging es für beide Nationen um dringend benötigte Punkte. Nach einem Halbzeitrückstand drehte Algerien die Partie im zweiten Durchgang und siegte mit 2:1.
Jordanien zeigte gegen Österreich am ersten Spieltag eine ansprechende Leistung, musste sich jedoch mit 1:3 geschlagen geben. Jamal Sellami, Trainer der Auswahl, nahm zwei Änderungen vor. Abu Dahab und Al-Mardi starteten für Abualnadi und Al-Fakhouri.
Auf Seiten der Algerier, die sich aufgrund eines Messi-Dreierpacks mit 0:3 geschlagen geben mussten, starteten Zerrouki und Mahrez für Bentaleb und Hadj Moussa.
Algerien ohne Gefahr, Jordanien geht in Führung
Algerien übernahm von Beginn an die Kontrolle und verzeichnete früh viel Ballbesitz. Gegen den dicht gestaffelten jordanischen Defensivverbund fanden die Nordafrikaner jedoch zunächst kaum klare Lücken. Jordanien verteidigte im 5-4-1 sehr kompakt, verdichtete die Räume im Zentrum und zwang Algerien immer wieder zu ungefährlichen Hereingaben oder Abschlüssen aus wenig aussichtsreichen Positionen.
Trotz der algerischen Feldüberlegenheit erspielte sich Jordanien immer wieder Chancen. Schon nach nicht einmal einer Minute kam Al-Rashdan zum ersten Abschluss, später prüfte Al-Taamari aus der Distanz den algerischen Keeper Zidane. Die beste Chance der Algerier vergab Mahrez in der 33. Minute, als er nach einem starken Tiefenpass frei vor Abulaila auftauchte, den jordanischen Schlussmann im Eins-gegen-eins aber nicht überwinden konnte.
Kurz darauf folgte die kalte Dusche für Algerien. Ausgangspunkt war ein misslungener Seitenwechsel von Zerrouki, den Jordanien aufmerksam abfing. Über Abu Taha und Al-Taamari kam der Ball zu Al-Rashdan, der mit dem Außenrist flach ins rechte Eck traf und Jordanien damit überraschend in Führung brachte.
Algerien blieb zwar die spielbestimmende Mannschaft, wirklich zwingend wurde es aber kaum. Jordanien verteidigte leidenschaftlich, zeigte sich in Umschaltsituationen mutig und nahm den knappen Vorsprung schließlich mit in die Kabine.
Standardsituation entscheiden die Partie
Petkovic reagierte zur Pause mit zwei Wechseln und bewies damit ein gutes Gespür. Algerien trat nach dem Seitenwechsel deutlich druckvoller, klarer und zielstrebiger auf. Vor allem Ibo Maza kurbelte das Offensivspiel der Nordafrikaner nun immer wieder an, während Jordanien, aufgrund des hohen Aufwands aus dem ersten Durchgang, nicht mehr ganz so konsequent verteidigen konnte.
Zunächst fehlte den Wüstenfuchsen im Abschluss aber weiter die nötige Präzision. Maza scheiterte nach 54 Minuten an Abulaila, Benbouali kurz danach. Jordanien verteidigte den knappen Vorsprung mit viel Leidenschaft und hätte durch Al-Rawabdeh aus der Distanz nach 62 Minuten beinahe sogar nachgelegt.
Mit zunehmender Spieldauer wurde der algerische Druck jedoch immer größer. Algerien näherte sich mehrfach an, Abulaila musste wiederholt eingreifen. Nach mehreren überstandenen Hereingaben fiel in der 69. Minute schließlich der verdiente Ausgleich. Mahrez brachte einen weiteren Eckball gefährlich in den Strafraum, wo sich Benbouali im Luftduell behauptete und den Ball platziert einköpfte. Abulaila war zwar noch dran, konnte den Treffer aber nicht mehr verhindern.
Jordanien hielt nach dem Ausgleich zunächst weiter gut dagegen, wurde mit zunehmender Spieldauer aber immer tiefer in die eigene Hälfte gedrückt. Die Wüstenfüchse übernahmen nun klar die Kontrolle und schnürten den Außenseiter phasenweise ein.
Die Entscheidung fiel schließlich nach einem weiteren Standard. Erneut brachte Algerien einen Eckball gefährlich in den Strafraum, erneut bekam Jordanien die Situation nicht sauber geklärt. Bensebaini verlängerte die Hereingabe auf Gouiri, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie stocherte. Zwar überprüfte der VAR den Treffer noch auf eine mögliche Abseitsstellung, letztlich zählte das Tor aber.
Algerien darf nach diesen unheimlich wichtigen drei Punkten zunächst durchatmen und hat nun gute Chancen auf die K.o.-Runde, selbst wenn das Duell gegen Österreich nicht gewonnen werden sollte. Jordanien steht hingegen trotz zweier erfrischender Auftritte als Gruppenletzter da, darf im direkten Duell aber noch Lionel Messi und Argentinien bestaunen.

