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90PLUS » Frankreichs Offensive gegen Schwedens Hoffnung auf das Wunder
WM 2026

Frankreichs Offensive gegen Schwedens Hoffnung auf das Wunder

90PLUS Redaktion
30.06.26, 10:39
90PLUS Redaktion
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Frankreich
Foto: Getty Images

Frankreich geht als Topfavorit auf den WM-Titel in das Sechzehntelfinale gegen Schweden. Die Equipe Tricolore marschierte mit drei Siegen durch die Gruppenphase, erzielte zehn Tore und präsentierte sich vor allem offensiv in starker Verfassung. Doch auch wenn die Rollen vor dem Duell scheinbar klar verteilt sind, dürfte Schweden kein angenehmer Gegner werden. Die Skandinavier kommen zwar als Außenseiter in die Partie, verfügen mit ihrer Physis, ihrem Umschaltspiel und mehreren schnellen Offensivspielern aber über genau jene Waffen, die auch einem Favoriten Probleme bereiten können.

Wer kann die Offensive Frankreichs stoppen?

Auf dem Papier ist die Ausgangslage klar. Frankreich geht als Favorit in das Sechzehntelfinale gegen Schweden und alles andere als ein Weiterkommen der Equipe Tricolore wäre eine Überraschung. Die Mannschaft von Didier Deschamps überstand die Gruppenphase mit neun Punkten aus drei Spielen, zeigte sich insbesondere am offensiven Ende extrem stark und untermauerte damit ihre Rolle als einer der heißesten Anwärter auf den Titel.

Die größte Stärke der Franzosen liegt ohne Frage in der Offensive. Kylian Mbappe scheint mit vier Toren und zwei Vorlagen genau zum richtigen Zeitpunkt in Topform zu sein, Michael Olise spielt bislang ein starkes Turnier und auch Ousmane Dembele meldete sich mit seinem Dreierpack gegen Norwegen eindrucksvoll an. Frankreich verfügt damit über enorme individuelle Qualität, aber auch über verschiedene Spielertypen, die sich hervorragend ergänzen. Tempo in der Tiefe, Eins-gegen-eins-Qualität auf den Flügeln, Kreativität zwischen den Linien und Abschlussstärke im letzten Drittel.

Frankreich
Foto: Getty Images

Personelle Fragezeichen bei Frankreich

Zudem kann Didier Deschamps so gut nachlegen wie kaum ein anderer Nationaltrainer. Ob Rayan Cherki, Bradley Barcola oder Desire Doue: Gerade in engen Duellen, die womöglich sogar in die Verlängerung gehen, besitzt Frankreich mit Abstand die besten Wechseloptionen.

Gleichzeitig ist Frankreich aber nicht komplett unangreifbar. Trotz der makellosen Punkteausbeute ließ die Mannschaft in der Gruppenphase immer wieder Chancen des Gegners zu. Gerade gegen Teams, die schnell umschalten und direkte Wege zum Tor suchen, wirkte die Defensive nicht immer komplett sattelfest. Hinzu kommt, dass personell nicht alles perfekt ist. Marcus Thuram fällt aus, N’Golo Kante ist fraglich, auch William Saliba geht mit einem kleinen Fragezeichen in die Partie. Wie kann Schweden diese Minimalchance also nutzen?

Schwedens Hoffnung liegt im Umschaltspiel

Es wird einen Ansatz brauchen, den kleinere Nationen häufig gegen favorisierte Titelkandidaten wählen. Graham Potter wird defensiv viel Wert auf Kompaktheit und Disziplin legen, um die Offensivgefahr Frankreichs nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Mit Spielern wie Alexander Isak, Viktor Gyökeres und Anthony Elanga besitzt Schweden genügend Tempo und Durchschlagskraft, um auch gegen eine Topnation Chancen zu erspielen und gefährlich zu werden. Gerade wenn Frankreich hoch steht und in der Restverteidigung nicht sauber abgesichert ist, könnten sich für die Skandinavier Räume ergeben.

Dazu kommt, wie man eindrucksvoll im Duell Paraguay gegen Deutschland sehen konnte, die körperliche Komponente. Schweden bringt viel Wucht in direkte Duelle und kann dementsprechend auch bei Standardsituationen versuchen, dem Favoriten weh zu tun. Solche Spiele leben oft davon, dass der Außenseiter die Partie möglichst lange offen hält. Gelingt es Schweden, Frankreich den Rhythmus zu nehmen und das Spiel über Zweikämpfe, kleinere Fouls, Umschaltmomente und ruhende Bälle unangenehm zu gestalten, ist in einem K.o.-Spiel vieles möglich.

Schweden
Foto: Getty Images

Sorgen in der Defensive

Ein Problem der Schweden ist mit Blick auf die Statistiken aber ohne jede Frage die Defensive. Innenverteidiger Isak Hien wird verletzt fehlen, Kapitän Victor Lindelöf dürfte somit von der Sechs in die Innenverteidigung rücken. Doch die Gruppenphase offenbarte, dass bei aller offensiven Qualität die letzte Linie das größte Problem von Graham Potter ist. Gegen die Niederlande alleine kassierten die Schweden fünf Gegentreffer und waren hoffnungslos überfordert. Nun wartet mit Mbappe, Olise und Dembele die womöglich beste Offensive des Turniers. Potters Schützlinge benötigen ein mittelschweres Wunder, um gegen diese Angriffsreihe bestehen zu können.

Ein großer Freund der Schweden wird die Zeit sein. Je länger sie das Ergebnis ausgeglichen gestalten können, desto nervöser dürften die Franzosen werden. Doch natürlich spricht am Ende vieles für Frankreich. Die individuelle Qualität, die Form und die größere K.o.-Erfahrung geben der Deschamps-Elf klare Vorteile. Mit einem stabilen defensiven Fundament, passenden Umschaltaktionen und Robustheit gegen den Ball kann Schweden das Spiel aber zumindest lange offen halten. Und genau darin liegt die kleine Hoffnung auf eine Überraschung.

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