Immer mehr ehemalige DFB-Stars melden sich nach dem peinlichen Aus zu Wort. Ein Weltmeister von 1990 kritisiert Julian Nagelsmann.
Nach der Blamage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay steht der Nationaltrainer immer mehr mit dem Rücken zur Wand. Von allen Seiten prasselt Kritik auf den 38-Jährigen ein, der es bei der WM nicht schaffte, das Potenzial seines Kaders voll auszuschöpfen und sich mit dünnhäutigen Antworten in Interview selbst angreifbar machte.
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Viele ehemalige Nationalspieler haben sich inzwischen zum WM-Debakel geäußert. „Es tut mir im Herzen weh, was für ein jämmerliches Bild unsere Nationalelf abgibt“, sagte etwa Pierre Littbarski, der 1990 in Italien Weltmeister wurde: „Wenn ich zum Beispiel sehe, wie sich die Japaner in den letzten Jahren entwickelt haben – die sind in Siebenmeilenstiefeln an uns vorbeigezogen. Unser Komet fliegt dagegen nur noch nach unten.“
„Litti“ wettert gegen Nagelsmann: „Wer sagt, dass er ein großer Trainer ist?“
Gegenüber Bild hielt der 66-Jährige mit Kritik an Nagelsmann nicht hinter den Berg: „Es gibt bei Julian Nagelsmann viel zu kritisieren, das fängt damit an, dass er selten Bundesliga-Spiele im Stadion verfolgt oder auch nicht beim Afrika-Cup war.“ Überhaupt, so Littbarski weiter, sei Nagelsmann wohl nur aus einem Grund Bundestrainer geworden: „Weil es keine andere Lösung gab.“
„Schon bei der EM 2024 war unsere Taktik: Daumen drücken und hoffen, dass Wirtz und Musiala funktionieren“, fügte der dreimalige WM-Teilnehmer an: „Hätte Nagelsmann einen Arsch in der Hose, wäre er direkt nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay schon zurückgetreten. Das wäre etwas Positives an dieser Katastrophe gewesen.“
Mit dem aktuellen Bundestrainer kann es laut Littbarski nicht weitergehen: „Wer sagt, dass das ein großer Trainer ist? Große Trainer waren für mich Hitzfeld, Happel, Rehhagel, Lattek, Daum oder Heynckes – sie haben alle ihre Spuren hinterlassen. Nagelsmann hinterlässt keine Spuren, sondern nur Traurigkeit. Ich habe keine Motivation mehr, mir die Länderspiele unserer Nationalelf anzuschauen, was ich immer gerne getan habe.“

Jürgen Klopp gilt längst als Favorit auf die Nachfolge, Littbarski ist allerdings kein Fan dieser Lösung. „Jürgen Klopp wäre ebenfalls nur ein Trainer, weil es keine Alternativen gibt. Ich finde, dass er sich mit seinem Job als Experte bei MagentaTV keinen Gefallen getan hat, weil er den Bundestrainer öffentlich unter Druck gesetzt hat“, erklärte der frühere Kölner und schlug vor, einen ausländischen Trainer wie Pep Guardiola einzustellen.

