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90PLUS » WM 2026: England gewinnt – Kroatien bezwingt Ghana
WM 2026

WM 2026: England gewinnt – Kroatien bezwingt Ghana

Manuel Behlert
28.06.26, 00:59
Manuel Behlert
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WM
Foto: Getty Images

Rekordmann Harry Kane und Jude Bellingham haben England mit einem Doppelschlag vor der nächsten Nullnummer bewahrt – und Thomas Tuchel den Gruppensieg beschert. Das lange harmlose Team des deutschen Teammanagers mühte sich gegen Fußball-Zwerg Panama zu einem 2:0 (0:0) und hat damit eine gute Ausgangslage für die heiße WM-Phase. Im Sechzehntelfinale wartet auf den Gruppensieger am Mittwoch in Atlanta eine drittplatzierte Mannschaft aus einer anderen Gruppe.

Ausgerechnet vor dem Start der K.o.-Runde schienen die Three Lions ihre Torgefahr verloren zu haben – bis Bellingham (62.) und Kane (67.) die englischen Fans erlösten. Da 60 Jahre nach dem bislang einzigen Triumph der zweite Titel her soll, muss sich das Team um den Torjäger des FC Bayern, der zu Englands alleinigem WM-Rekordtorschützen aufstieg, aber steigern.

Auf der Couch waren die Engländer am Vortag schon weitergekommen, durch die Ergebnisse der anderen Gruppen war den Three Lions die Teilnahme an der K.o.-Runde vor dem Anpfiff nicht mehr zu nehmen. Dennoch forderte Tuchel einen Sieg: „Wir wollen die Gruppe gewinnen.“

England holt wichtigen Sieg

Das Problem? Seine Mannschaft knüpfte nahtlos an die ernüchternde Nullnummer gegen Ghana an. Keine Power, keine Ideen und nahezu keine Torgefahr brachten die Engländer in der ersten Halbzeit aufs Feld. Bei typisch englischem Regen erinnerte die Fans in ihren wasserfesten Ponchos wenig an das erste Feuerwerk gegen Kroatien (4:2).

Tuchel hatte frische Kräfte gebracht und seinem Vielspieler Declan Rice eine Pause gegönnt. Leverkusens Jarell Quansah ersetzte den verletzten Reece James (Oberschenkel) und feierte sein WM-Debüt. Auf den Flügeln starteten erstmals Bukayo Saka und Marcus Rashford, der als einziger Engländer vereinzelt für Gefahr sorgte. Kane, der mit einem Doppelpack ins Turnier gestartet war, blieb zunächst blass.

Bei der WM 2018 war England über Panama hinweggefegt (6:1), Kane traf damals dreimal. Anders als vor acht Jahren spielte der Außenseiter diesmal immer wieder frech nach vorne. Beinahe hätte José Cordoba die Engländer jedoch erlöst, als er seinen Mitspieler im Fünfmeterraum anschoss – der Ball flog knapp übers Tor (52.).

Nachdem Kane (57.) erstmals gefährlich im gegnerischen Strafraum aufgetaucht war, steigerte sich Tuchels Team. Es brauchte jedoch eine Ecke für England, um in Führung zu gehen. Bellingham schob den Ball über die Linie. Kane legte mit einem perfekten Kopfball nach und zog mit seinem elften WM-Treffer an Gary Lineker vorbei.

Kroatien setzt sich durch

Luka Modric darf mit Kroatien bei seiner wohl letzten WM erneut auf eine magische Reise in der K.o.-Phase hoffen. Das bislang enttäuschende Team um den 40 Jahre alten Kapitän lieferte mal wieder zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt ab und bezwang Ghana im Vorrundenfinale mit 2:1 (1:0). Damit ziehen die Vatreni mit sechs Punkten als Gruppenzweiter ins Sechzehntelfinale ein, dort geht es am 2. Juli in Toronto gegen den Zweiten der Gruppe K mit Portugal und Kolumbien.

2018 und 2022 hatte die mittlerweile in die Jahre gekommene goldene Generation um Modric jeweils in der K.o.-Phase Sensationen in Serie geliefert und sich mit der Vize-Weltmeisterschaft sowie Rang drei belohnt. Diesmal trafen Petar Sucic (30.) und Nikola Vlasic (83.) entscheidend, Derrick Luckassen (73., nach Videobeweis) glich zwischenzeitlich aus. Ghana stand bereits zuvor im Sechzehntelfinale, wo es nun am 3. Juli gegen den Sieger der Portugal-Gruppe geht. Im amerikanischen Kansas City wird auch Schlüsselspieler Thomas Partey trotz der Vorwürfe wegen Vergewaltigung spielen dürfen.

Die Kroaten hatten nach den enttäuschenden Auftritten gegen England und Panama deutliche Kritik einstecken müssen. Hinter die Leistungsfähigkeit der Routiniers wie Modric (40), Ivan Perisic (37) oder Andrej Kramaric (35) wurden in der Heimat große Fragezeichen gestellt. „Wir können wichtige Spiele“, tönte Perisic trotzig. Das zeigte die routinierte Elf in der Anfangsphase aber kaum, der unbedingte Siegeswille war nicht erkennbar.

Die Vatreni überließen den Ghanaern viel den Ball, zogen sich erstmal in die eigene Hälfte zurück. Das Lauern auf Umschaltmomente hatte auch fast Erfolg, im Anschluss an einen katastrophalen Ballverlust der Black Stars setzte Nikola Vlasic den Ball aus 16 Metern an den Außenpfosten (17.). Ghana machte nichts aus seinem Plus an Spielanteilen, nach einem schlimmen Abspielfehler von Wolfsburgs Jonas Adjetey traf stattdessen Sucic auf der Gegenseite mit einem verdeckten Schuss.

Mit der Führung im Rücken agierte Kroatien auch etwas mutiger, gab so aber auch mehr Räume her. Ghanas Starspieler Antoine Semenyo (40.) setzte den Ball nach einer Einzelaktion nur Zentimeter vorbei. Nach dem Wechsel machte der viermalige Afrika-Champion gleich gehörig Druck, kam immer wieder gefährlich vors Tor. Das Team von Zlatko Dalic schaltete dagegen komplett in den Verwaltungsmodus – und wurde nach einem Standard von Luckassen bestraft. Doch Vlasic schlug nach einer Ecke zurück.

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