Der wochenlange Poker um Said El Mala ist beendet – und zwar ohne Transfer. Borussia Dortmund hat die Bemühungen um den Offensivspieler des 1. FC Köln am Freitag eingestellt. Das berichtete zunächst Sky Sport, kurz darauf bestätigte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken den Rückzug gegenüber der Funke Mediengruppe.
Damit endet eine Personalie, die den deutschen Transfersommer über Wochen bestimmt hat. Der 19-Jährige bleibt vorerst in Köln, sein Vertrag am Geißbockheim läuft bis zum 30. Juni 2030.
Ricken wird deutlich: „Wird es in diesem Sommer auch nicht werden“
Die Formulierung des BVB-Verantwortlichen ließ keinen Interpretationsspielraum. „Said El Mala ist kein Spieler von Borussia Dortmund und wird es in diesem Sommer auch nicht werden“, sagte Ricken auf Nachfrage. Und weiter: „Wir haben in den vergangenen Tagen offene Gespräche mit den Verantwortlichen des 1. FC Köln geführt, die unser letztes Angebot jedoch abgelehnt haben. Borussia Dortmund wird kein weiteres Angebot mehr unterbreiten und einen Transfer des Spielers nicht weiter verfolgen.“
Nach Sky-Informationen fiel die Entscheidung am Freitag einstimmig in der sportlichen Führung des Klubs. Auch kicker und Sport1 berichteten übereinstimmend über das Aus der Verhandlungen.
Woran der Deal scheiterte
Der Streitpunkt war nie die Gesamtsumme, sondern deren Aufteilung. Dortmund hatte am Mittwochabend ein neues Angebot in Köln eingereicht, dessen Gesamtpaket bei über 55 Millionen Euro lag. Die vom 1. FC Köln geforderte Fixablöse von 50 Millionen Euro erreichte der BVB dabei allerdings nicht – ein zu großer Teil der Summe war an Bonuszahlungen geknüpft.
Köln blieb hart. Die Rheinländer wollten sich nicht auf eine Konstruktion einlassen, die unter dem lag, was ihnen zuvor bereits vorgelegen hatte. Es war nicht die erste Absage: Bereits zuvor hatte der „Effzeh“ mehrere BVB-Offerten zurückgewiesen, jedes Mal mit dem gleichen Argument.
Die abgelehnte Premier-League-Option
Besonders pikant wird die Situation durch die Vorgeschichte. Der FC Brentford hatte sich mit Köln nach übereinstimmenden Berichten bereits auf eine Fixablöse von 45 Millionen Euro plus rund fünf Millionen Euro an leicht erreichbaren Boni sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung verständigt. Der Wechsel scheiterte am Spieler selbst: El Malas Familie – beraten wird er von seiner Mutter Sabrina – lehnte den Schritt auf die Insel ab.
Der Grund war offenkundig: El Mala wollte zum BVB. Genau dieses Ziel ist nun vom Tisch. Köln hat eine bereits ausgehandelte Rekordablöse verstreichen lassen, ohne am Ende einen Transfer zu realisieren.
Ein Shootingstar bleibt in Köln
Sportlich verliert der Aufsteiger dadurch seinen wichtigsten Offensivspieler nicht. El Mala kam in der vergangenen Bundesliga-Saison auf 13 Tore und mehrere Vorlagen und war damit einer der treffsichersten deutschen Angreifer der Liga. Der U21-Nationalspieler steht auf dem linken Flügel, ist aber variabel einsetzbar.
Für Dortmund bedeutet der Rückzug, dass die Offensivplanung neu aufgesetzt werden muss. Das Transferfenster in den europäischen Top-5-Ligen schließt am 1. September. Ob Köln bis dahin noch einmal Bewegung in die Personalie bringt oder El Mala tatsächlich eine weitere Saison am Rhein bleibt, ist offen – die Entscheidungsgewalt liegt nach Rickens Absage nun klar in Köln.
Wie es jetzt weitergeht
Für den 1. FC Köln stellt sich die Frage, ob der Klub die Ablöse in diesem Sommer noch anderweitig realisieren kann. Interessenten gab es zuletzt reichlich, doch El Mala hatte mehreren Vereinen abgesagt, weil er den Wechsel nach Dortmund anstrebte. Ob sich diese Haltung nach dem BVB-Rückzug ändert, dürfte in den kommenden Tagen zum entscheidenden Faktor werden.
In Dortmund richtet sich der Blick derweil auf Alternativen. Der BVB hatte El Mala als Verstärkung für die Offensive eingeplant und muss diese Position nun anderweitig besetzen – oder auf die bestehenden Optionen im Kader setzen. Bis zum Schließen des Transferfensters bleiben knapp drei Wochen.

