Der FC Chelsea hat Manchester City im Poker um Enzo Fernández ein Ultimatum gestellt. Wie Sky Sports am Freitagmorgen berichtet, muss ein offizielles Angebot bis 17 Uhr britischer Zeit – 18 Uhr in Deutschland – in London vorliegen. Danach nehmen die Blues keine Offerte für ihren argentinischen Mittelfeldspieler mehr entgegen.
Die Forderung liegt bei 120 Millionen Pfund, umgerechnet rund 139 Millionen Euro. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Sky-Berichts von Kaveh Solhekol und James Savundra war bei Chelsea noch kein Gebot eingegangen. Erfüllt City die Forderung nicht, will der Klub Fernández weder in diesem Sommer noch im Winter abgeben.
Sechs Jahre Vertrag – und bislang kein einziges Angebot
Fernández ist 25 Jahre alt und noch sechs Jahre an Chelsea gebunden. Der Weltmeister von 2022 war im Winter 2023 für rund 107 Millionen Pfund von Benfica gekommen und damals der teuerste Transfer der britischen Fußballgeschichte. In diesem Sommer hat kein Verein ein formelles Angebot für ihn abgegeben.
Spekulationen gab es dennoch reichlich. Im April wurde Fernández für zwei Partien aus dem Kader gestrichen, nachdem er öffentlich eingeräumt hatte, ein Leben in Madrid zu begrüßen. Spieler und Berater entschuldigten sich anschließend; sie hatten zuvor verbesserte Konditionen in London gefordert. Real Madrid stellte im weiteren Verlauf des Sommers per Klub-Statement klar, dass ein Transfer nicht verfolgt werde.
Maresca als Treiber – und ein belastetes Verhältnis
Das Interesse aus Manchester speist sich vor allem aus der Vergangenheit: Unter Enzo Maresca, seit diesem Sommer City-Trainer, hatte Fernández an der Stamford Bridge seine beste Phase. Das Verhältnis der beiden Klubs gilt seit Marescas Abgang jedoch als angespannt. Der Italiener trat Ende 2025 mit dreieinhalb Jahren Restvertrag bei Chelsea zurück, die Bekanntgabe erfolgte an Neujahr. City zahlte 17 Millionen Pfund Entschädigung.
Chelsea begründet die Frist laut Sky Sports damit, dass interessierte Klubs »den besten Teil von zwei Monaten« Zeit hatten, sich zu melden. Der neue Trainer Xabi Alonso und die Mannschaft sollen sich auf den Saisonstart konzentrieren können, statt eine Wiederholung der Unruhe rund um Marescas Abschied zu erleben.
Rodri-Frage bestimmt Citys Fahrplan
Ob City überhaupt zuschlägt, hängt an Rodri. Der FC Barcelona bemüht sich um den Spanier, ein erstes Gebot über 40 Millionen Pfund wurde abgelehnt. Laut Sky Sports sind die Katalanen bereit, auf 50 bis 60 Millionen Pfund (rund 60 bis 70 Millionen Euro) zu erhöhen. Rodri ist 30 und befindet sich im letzten Vertragsjahr, City möchte ihn eigentlich halten.
Parallel arbeitet City ohnehin am Umbau der Zentrale. Elliot Anderson kam bereits für 116 Millionen Pfund von Nottingham Forest, zudem laufen Gespräche mit dem OSC Lille über den marokkanischen Mittelfeldspieler Ayyoub Bouaddi. Umgekehrt registrieren die Citizens ein Interesse von Nottingham Forest an Tijjani Reijnders.
Wenig Zeit bis zum Deadline Day
Das englische Transferfenster schließt am Dienstag, 1. September. Chelsea will die Personalie allerdings nicht bis dahin offenhalten – entweder City liefert am Freitagabend, oder Fernández bleibt. Ein Zwischenweg ist nach Darstellung der Blues nicht vorgesehen.

