Inter Mailand steht kurz vor dem nächsten Zugang für die rechte Abwehrseite. Djed Spence ist am späten Donnerstagabend in Mailand gelandet und absolviert am Freitag den Medizincheck bei den Nerazzurri. Der englische Nationalspieler wechselt von Tottenham Hotspur nach Italien – der Deal ist nach übereinstimmenden Berichten fixiert und muss nur noch formal abgeschlossen werden.
Sky Sports hatte zunächst über die Gespräche zwischen Inter und den Spurs berichtet, ESPN und italienische Medien wie Football Italia bestätigten anschließend die Einigung. Für Inter ist es der lange gesuchte Nachfolger für Denzel Dumfries, der die Mailänder Anfang Juli in Richtung Real Madrid verlassen hatte.
Bis zu 35 Millionen Euro Ablöse
Die Eckdaten des Transfers: Inter überweist nach Angaben von Football Italia eine Grundablöse von rund 30 Millionen Euro an Tottenham, hinzu kommen Bonuszahlungen von bis zu fünf Millionen Euro. Damit liegt das Gesamtvolumen bei etwa 35 Millionen Euro. Tottenham sichert sich zudem eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent.
Spence soll einen Vertrag bis 2031 unterschreiben. Sein Jahresgehalt wird auf rund drei Millionen Euro netto plus Prämien beziffert. Für den 26-Jährigen ist es der größte Schritt seiner Karriere – und für Tottenham ein Geschäft, das sich rechnet: 2022 kam Spence für gut 20 Millionen Euro aus Middlesbrough nach Nordlondon.
Vom Leihspieler zum Verkaufsschlager
Spences Weg in Nordlondon verlief alles andere als geradlinig. Nach dem Wechsel zu den Spurs folgten mehrere Leihstationen, ein Stammplatz schien in weiter Ferne. Erst in den vergangenen beiden Spielzeiten arbeitete sich der Außenverteidiger zurück in die Startelf und etablierte sich als variable Option auf beiden defensiven Außenbahnen.
Diese Flexibilität dürfte für Inter ein zentrales Argument gewesen sein. Im 3-5-2-System der Mailänder ist die Position des rechten Wingbacks besonders anspruchsvoll: Sie verlangt konstante Läufe über die gesamte Bahn, Tempo im Umschaltspiel und defensive Zweikampfstärke. Dumfries hatte diese Rolle jahrelang ausgefüllt, seit seinem Abgang fehlte Inter dort ein Spieler mit vergleichbarem Profil.
Inters Sommer der Umbrüche
Der Spence-Transfer reiht sich ein in einen Sommer, in dem Inter die Kaderstruktur spürbar verändert. Der Verkauf von Dumfries nach Madrid spülte Geld in die Kasse, gleichzeitig sortierten die Mailänder auf mehreren Positionen neu. Dass die Wahl nun auf einen Premier-League-Profi mit Nationalmannschaftserfahrung fiel, zeigt den Anspruch: Inter will in der Serie A wieder um den Scudetto mitspielen und in der Champions League nicht früh scheitern.
Für Tottenham bedeutet der Abgang dagegen einen weiteren Einschnitt in der Defensive. Die Spurs hatten im Sommer bereits kräftig investiert und sich unter anderem mit Jan Paul van Hecke, Marcos Senesi und Andy Robertson auf den defensiven Positionen verstärkt. Der Verkauf von Spence schafft zusätzlichen finanziellen Spielraum in einem Transferfenster, das für den Klub bislang von hohen Ausgaben geprägt war.
Wann der Wechsel offiziell wird
Sofern der Medizincheck ohne Komplikationen verläuft, dürfte die offizielle Bestätigung noch am Freitag oder im Laufe des Wochenendes erfolgen. Inter startet in Kürze in die neue Serie-A-Saison, entsprechend groß ist das Interesse, den Neuzugang so früh wie möglich in die Mannschaft zu integrieren.
Das Transferfenster in den europäischen Topligen schließt am 1. September. Bis dahin dürften bei Inter wie bei Tottenham noch weitere Bewegungen folgen – der Spence-Deal ist für beide Klubs aber der bislang deutlichste Fingerzeig, wohin die Planung geht.

