Bundesliga | Bayern schlägt Köln in wildem Spiel

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Das letzte Spiel des 2. Spieltags trugen der FC Bayern München und der 1. FC Köln unter sich aus. In der ersten Halbzeit gab es viel spielerische Magerkost. Aber eine turbulente zweite Hälfte sorgte für einen 3:2-Sieg der Bayern gegen Köln.

Bayern zu behäbig, Köln kompakt – viel Mittelfeldgeplänkel vor der Pause

Die Münchener mussten sich vor Wochenfrist mit einem 1:1 in Mönchengladbach begnügen, während der Effzeh unter seinem neuen Trainer Steffen Baumgart einen erfolgreichen Einstand feiern konnte. Trotz frühen Rückstands besiegten die Kölner Hertha BSC 3:1.

 



 

In der Allianz Arena wechselte Baumgart zweimal: Timo Hübers stand verletzt nicht zur Verfügung, Benno Schmitz musste vorerst auf der Bank Platz nehmen. Für die beiden rückten Kingsley Ehizibue und Jorge Meré in die Startelf. Taktisch fächerte sich derf Effzeh in einem 4-1-3-2 auf, mit Ellyes Skhiri als alleiniger Sechs, Neuzugang Dejan Ljubicic im offensiven Mittelfeld sowie einer Doppelspitze aus Mark Uth und Anthony Modeste.

Beim FC Bayern stand Manuel Neuer etwas überraschend in der Startelf. Der Zusammenprall mit Erling Haaland im Supercup war dann doch weniger schwerwiegend als ursprünglich angenommen. Ansonsten wechselte auch Julian Nagelsmann zweimal: Tanguy Nianzou und Leroy Sané begannen anstelle von Josip Stanišić sowie des angeschlagenen Kingsley Coman – zwei positionsgetreue Wechsel.

Bevor es in medias res ging, hielten Bayerns Präsident Herbert Hainer sowie sein Vorgänger Uli Hoeneß emotionale Reden zu Ehren des vor einer Woche verstorbenen Gerd Müller.

Süles Kabinettstück bleibt der einzige Aufreger

Die erste Viertelstunde spielten sich vergleichsweise ereignisarm ab. Zwar kamen die Münchener zu einigen Halbchancen, besonders in der 8. Minute, als Robert Lewandowski von rechts für Thomas Müller auflegte, dessen Abschluss knapp links vorbeiging. Doch das mutige Kölner Pressing brachte den Rekordmeister durchaus in Schwierigkeiten und zwang ihn zu teils sehr einfachen Fehlpässen.

Nach gut 20 Minuten gelang es den Gastgebern jedoch, das Tempo etwas anzuziehen. Serge Gnabry zog von links nach innen. Sein Abschluss wurde im letzten Moment noch geblockt. In der 24. Minute packte Niklas Süle plötzlich links im Strafraum den Zidane-Trick aus und prüfte Timo Horn mit einem knallharten Abschluss.

Das sollte für den Rest der Halbzeit der einzige Schuss aufs Tor bleiben. Es war eine Partie, die sich ausschließlich im Maschinenraum abspielte. In der 29. Minute durfte Mark Uth einen Freistoß aus halbrechter Position in die Mauer befördern. Bis auf eine brenzlige Szene, als Kingsley Ehizibue im Strafraum gegen Alphonso Davies hakte und einem Chip von Joshua Kimmich in der 45. Minute, der einen Tick zu lang für Serge Gnabry geriet, tat sich in dieser ersten Hälfte nichts mehr.

Es ist ein verdientes 0:0. Köln stand defensiv sicher, gefiel auch durch gute frühe Ballgewinne, wenngleich diese keine Früchte trugen. Der Rekordmeister hingegen präsentierte sich bisweilen träge und behäbig, bekam nur selten Tempo in die eigenen Aktionen. Und wenn es doch der Fall war, spielten sie es im letzten Drittel zu unpräzise. Das 0:0 ist daher die logische Konsequenz.

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Wildes Spektakel in Halbzeit zwei – Bayern schlägt Köln

Zur zweiten Halbzeit wechselte Julian Nagelsmann zweimal – und revidierte damit seine Änderungen in der Startelf – Leroy Sané und Tanguy Nianzou blieben in der Kabine. Für sie kamen Jamal Musiala und Josip Stanišić. Diese Maßnahme machte sich postwendend bezahlt. Keine 120 Sekunden nach Wiederanpfiff legte Lewandowski nach links zum 18-jährigen Nationalspieler, der die Kugel einige Meter über das Tor zog.

Also, einfach mal mit einer Vorlage probieren. 50. Minute, diesmal wurde Musiala von Thomas Müller über links geschickt, wackelte auf der Grundlinie Jorge Meré aus, zog nach innen und legte maßgenau in die Mitte für Robert Lewandowski. 2. Saisontor – ein rekordverdächtiges. Die Münchener trafen an diesem Sonntagabend im 74. Pflichtspiel in Folge und überboten damit den Rekord von Real Madrid aus der Saison 2016/17. Das letzte torlose Pflichtspiel bestritten die Münchener im Februar 2020 gegen Nagelsmanns Leipziger.

Nur neun Minuten nach der Führung legte der FC Bayern nach: Robert Lewandowski verlagerte mit einem Steckpass zu Thomas Müller. Dessen Flanke fälschte Jorge Meré genau in die Bahn von Serge Gnabry ab, 2:0.

Kölns Doppelschlag schockt Bayern – aber dann kommt wieder Gnabry

Also doch der Beginn des roten Orkans? Nicht ganz. Direkt im Gegenzug durfte Jonas Hector über links anziehen, wurde nicht angegriffen. In der Mitte fühlte sich niemand für Anthony Modeste zuständig, der wuchtig zum Anschlusstreffer einköpfte. Und nur zwei Minuten später – in der 62. Minute – dasselbe Spiel von der anderen Seite: Diesmal kam die Hereingabe von Ehizibue, Mark Uth kam angeflogen und traf mit links zum 2:2. Vier Tore in zwölf Minuten.

Copyright: kolbert-press/Christian Kolbert/imago

Gleich danach reagierte Nagelsmann erneut und brachte Corentin Tolisso für Leon Goretzka, Baumgart nahm mit Mark Uth einen seiner Torschützen vom Feld, Ondrej Duda war nun in der Partie. Zudem kam Sebastian Andersson für den Doppeltorschützen der Vorwoche, Florian Kainz.

Diese zweite Halbzeit stand der ersten diametral gegenüber. Es war nun das Spektakel, das man von beiden Mannschaften erwarten konnte. 71. Minute, Timo Horn boxte einen Flankenball genau zu Joshua Kimmich. Der leitete nach rechts weiter zu Serge Gnabry. Bayerns Nummer 7 machte kurzen Prozess und jagte die Kugel kompromisslos unter die Latte – Bayern wieder vorne.

Bayern unsouverän, Köln kann viel Positives mitnehmen

Im Anschluss zogen sich die Münchener zurück, ließen den Effzeh kommen. Mehr als Halbchancen sprangen dabei jedoch nicht heraus, auch nicht auf der anderen Seite im Konter. So blieb es beim Standardergebnis zwischen Bayern und Baumgart – 3:2. Der FC Bayern bekam die Aufgabe letztlich gelöst. Weder schön, noch souverän. Dabei offenbarten sie jedoch zahlreiche Schwächen, erlaubten sich viele unforced Errors, viele einfache Fehlpässe und bekamen auch im Mittelfeld kaum Tempo in die eigenen Aktionen. Es war ein klarer Rückschritt zum 3:1 in Dortmund.

Köln hingegen kann aus diesem Spiel viel Positives mitnehmen – wenngleich Punkte nicht dazugehören. Mit ihrem aggressiven Pressing bereiteten sie dem FC Bayern immer wieder Schwierigkeiten, brachten das 0:0 in die Pause und reagierten optimal auf den 0:2-Rückstand. Vor allem mit Flanken über die Außen wurde der Köln den Bayern gefährlich, erzielte so beide Tore. Am Ende unterlagen sie durch eine gelungene Einzelaktion.

Diese führte zum Endstand in der Allianz Arena: FC Bayern 3, 1. FC Köln 2.

Copyright: EIBNER/Michael Memmler/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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