Dortmund vs. FC Bayern: Kann der BVB dem wiedererstarkten Rekordmeister ein Bein stellen?

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Vorschau | Am Samstagabend empfängt Borussia Dortmund den FC Bayern. Es geht nicht nur um jede Menge Prestige, auch tabellarisch steht einiges auf dem Spiel. Der Sieger der Partie erklimmt bis mindestens Sonntag die Tabellenspitze.

Anpfiff der Partie ist am Samstagabend um 18:30 Uhr, live auf Sky.

  • BVB: Wie wertvoll war der Befreiungsschlag in Sevilla wirklich?
  • FC Bayern schießt sich achtungsvoll aus der Krise
  • Wer gewinnt das Topspiel?

BVB: Auf den Schultern eines 19-Jährigen

In den vergangenen Wochen trugen die Dortmunder Probleme den Namen Konstanz. Zwar waren die Leistungen weitestgehend in Ordnung, auf der Anzeigetafel fand sich aber mehr Hölle als Himmel. Nicht zuletzt deshalb war der klare 4:1-Sieg in Sevilla wichtig. Der Erfolg im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan gab dem BVB nicht nur ein sicheres Polster in der Champions-League-Gruppe, sondern stärkte auch das eigene Gemüt. Die Dortmunder gehen mit Rückenwind ins Spiel gegen den FC Bayern.

Auch wenn vieles danach aussah, war auch in Sevilla nicht alles Gold, was glänzte. So profitierten die Dortmunder stark von der Ineffizienz des Gegners und ganz besonders von einem Mann: Jude Bellingham (19). Dass der Youngster extrem wichtig für die Mannschaft ist, ist allseits bekannt. In den letzten Wochen ist das Vertrauen in die Qualitäten des 19-Jährigen aber mehr und mehr zu einer starken Abhängigkeit geworden.

In Sevilla war Bellingham nicht nur gegen den Ball gewohnt wichtig, sondern sorgte auch offensiv für die entscheidenden Momente. Erst bereitete er Raphael Guerreiro (28) mit einem herausragenden Diagonalball das 1:0 vor, kurz vor der Pause legte er mit einer starken Einzelaktion das 2:0 selbst nach. Der Vize-Kapitän ist in allen Facetten des Dortmunder Spiels Dreh- und Angelpunkt, und es wäre nicht vermessen zu sagen, dass Dortmund ohne ihn vielleicht sogar ohne Dreier zurück nach Deutschland geflogen wäre.

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(Photo by David Ramos/Getty Images)

In der Defensive waren die Schwarz-Gelben in vielen Situationen zu passiv und ließen den Gegner gewähren. Dass es gegen die angeschlagenen Andalusier nicht mehr als ein Gegentor gab, hatte man auch einem herausragenden Alexander Meyer (31) im Tor zu verdanken. Gegen Bayern muss zwingend eine andere Grundaggressivität an den Tag gelegt werden. Anderenfalls könnte das Spiel schnell einseitig werden, und das wäre gegen den Rekordmeister ein äußerst schlechtes Zeichen.

Probleme im Spiel der Dortmunder gibt es aber vor allem offensiver Natur. Dass die Torausbeute im Moment nicht so stark ist wie in vergangenen Jahren, erklärt sich von selbst. Schließlich hat man in Erling Haaland (22) seinen wichtigsten Spieler verloren. Und dass Anthony Modeste (34) dahingehend kein gleichwertiger Ersatz ist, war allen klar. Und dennoch spielt auch der Ex-Kölner noch unter seinen Möglichkeiten. Unter anderem mangelt es ihm momentan an der Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Der Ausfall des wichtigsten Offensivspielers Marco Reus (33) macht die Sache nicht besser. Zumal der 33-Jährige der größte Bayern-Schreck ist. 13 Scorer hat er gegen die Münchner aufzuweisen, und damit mehr als jeder andere Spieler seit Beginn der Datenerfassung 1988/89 (kicker). 

Immerhin: Mit Mats Hummels (33), Marius Wolf (27) und Giovanni Reyna (19) sind drei Spieler wieder fit. Zudem könnte Gregor Kobel (24) erstmals nach seiner Verletzung wieder in der Startelf stehen.

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FC Bayern: Das Selbstverständnis ist zurück

Der FC Bayern kann derweil wieder auf Kingsley Coman (26) setzen. Auch Joshua Kimmich (27) könnte nach Corona-Infektion wieder mit von der Partie sein, wobei Julian Nagelsmann (35) ein kleines Fragezeichen hinter dem Einsatz seines Strategen ließ. Sicher ausfallen wird Thomas Müller (33), der es ebenfalls mit Covid-19 zu tun hatte und noch nicht ganz fit ist. 

Unabhängig der Personalien haben sich die Münchner ihr Selbstvertrauen wieder zurückerobert. Zuletzt gab es deutliche Siege gegen Leverkusen (4:0) und Viktoria Pilsen in der Champions League (5:0). Zwar spielte man in beiden Partien nicht die Sterne vom Himmel, profitierte teilweise auch von gegnerischem Unvermögen, die Art und Weise stimmte aber.

Gerade nach der Ergebniskrise in der Bundesliga, die sogar Nagelsmanns Daseinsberechtigung in Frage stellte, kommen die jüngsten Resultate einem deutlichen Statement gleich. Die wichtigste Erkenntnis: Die spielerische Leichtigkeit ist zurück. Die Offensivaktion sind zielgerichteter und präziser, dazu finden einige Spieler wieder zurück in die Spur.

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(Photo by Adam Pretty/Getty Images)

Sadio Mane (30) hat sein Formtief mit zwei überzeugenden Auftritten (zwei Tore, ein Assist) beendet, auch Leroy Sane (26, drei Tore) zeigt sich deutlich formverbessert, brillierte besonders gegen Pilsen. Damit dürfte die offensive Verantwortung auch in Dortmund nicht mehr allein auf den Schultern von Jamal Musiala (19) lasten.

Über den Gegner sagte Nagelsmann auf der Spieltags-Pressekonferenz: „Sie haben eine gute Mannschaft zusammengestellt, die tief verteidigen und auch sehr gut kontern kann. Dortmund kann man nicht immer zu 100 Prozent vorhersagen, es ist nie klar, was sie genau machen. Gegen Sevilla und City haben sie tiefer verteidigt, in der Liga gab es das auch, aber manchmal verteidigen sie auch deutlich höher, suchen fußballerische Lösungen.“ 

In der Vergangenheit versuchten es die Dortmunder gegen Bayern häufig mit einem höheren Pressing. Gerade vor eigenem Publikum wird man dafür sorgen wollen, dass sich der Ball nicht ausschließlich in rot-weißen Reihen befindet. Und: Gegen aggressiv anlaufende Gegner hatten die Münchner in der jüngeren Vergangenheit durchaus ihre Probleme, so etwa bei der 0:1-Niederlage in Augsburg. Davor wird Nagelsmann seine Jungs doppelt gewarnt haben. Klar ist dennoch, dass Bayern sich auf seine eigenen Stärken fokussieren und auch im Signal-Iduna-Park versuchen wird, sein dominantes Ballbesitzspiel aufzuziehen.

Prognose

Mit den Fans im Rücken wird der BVB dem FC Bayern das Leben schwer machen. Für die Münchner ist harte Arbeit und Geduld angesagt. Am Ende wird sich die Qualität und die jüngste Form des Rekordmeisters aber durchsetzen

90PLUS-Tipp: Der FC Bayern gewinnt mit 2:0 und übernimmt vorerst wieder die Tabellenführung der Bundesliga.

Mögliche Aufstellungen

BVB: Meyer (Kobel) – Meunier, Süle, Schlotterbeck (Hummels), Guerreiro – Can, Bellingham, Özcan – Brandt, Malen – Moukoko

FC Bayern: Neuer – Pavard, Upamecano, de Ligt, Davies – Kimmich (Goretzka), Sabitzer – Gnabry, Musiala, Sane – Mane

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

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