„Projekt Goldelse“: Hertha BSC stellt sich neu auf

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News | Bereits vor Monaten ist der Umstrukturierungsplan von Hertha-CEO Carsten Schmidt – namens „Projekt Goldelse“ – angekündigt worden. Es ist nicht weniger als das konkrete Vorhaben, einen gesamten Bundesliga-Verein ein Stück weit neu zu erfinden. Nun wurden die ersten Ergebnisse und Ziele des Projekts vorgestellt.

Hertha: Projekt Goldelse begann bereits im Dezember

Hinter Hertha BSC liegen zwei sportlich enttäuschende bis dramatische Jahre. Mit dem Investment von Lars Windhorst sollte der große Sprung in die Fußballelite der Bundesliga und nach Europa gelingen. Zahlreiche Trainerwechsel, Spielertransfers und sportliche Krisen später muss sich eingestanden werden, dass der bisherige Weg keinen Erfolg versprochen hat – im Gegenteil. Doch der Hauptstadtverein hat bereits vor Monaten einen Wandlungsprozess angestoßen. Mit Carsten Schmidt (57) ist im Dezember ein neuer Vorsitzender der Geschäftsführung ernannt worden, der nach einem kurzen Einleben das „Projekt Goldelse“ ins Leben gerufen hat. Dabei handelt es sich um eine den ganzen Verein umfassende Strategie, die Hertha in sechs Handlungsfeldern und mehr als 40 Einzelbereichen neu aufstellen soll.

„Bei unserem Strategie-Prozess ging es nicht darum, den Verein neu zu erfinden. Wir wollten vielmehr eine klare und zielgerichtete Auseinandersetzung und Analyse dessen, was Hertha BSC ausgemacht hat und ausmacht – im Positiven wie im Negativen“, erklärte Schmidt nun. „Wir haben Stärken identifiziert, auf die wir weiter aufbauen können und die es gilt mit neuen Impulsen zu versorgen. Es wird aber auch spürbare inhaltliche Veränderungen geben müssen, um das volle Potenzial des Clubs in den nächsten Jahren auszuschöpfen.“ Man habe sämtliche Prozesse des Vereins durchleuchtet und nun ein konkretes Maßnahmenprogramm, um Hertha zukünftig „wettbewerbsfähiger zu machen“.

Hertha will sich „von einem etablierten zu einem ambitionierten Bundesliga-Verein“ entwickeln

Vor den zuletzt zwei so chaotischen Jahren liegt eine längere Phase der Etablierung hinter Hertha BSC. Trainer Pal Dardai (45) und Manager Michael Preetz (53) verhalfen dem Verein nach den Fahrstuhljahren dazu, sich wieder in der Bundesliga zu etablieren. Doch die Ansprüche sind gestiegen. „Wir wollen uns nachhaltig entwickeln – von einem etablierten zu einem ambitionierten Bundesliga-Verein“, so Schmidt. „Unser Auftrag als Gesamtorganisation ist es, dass wir in allen Bereichen Beiträge liefern, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, mehr Fußballspiele zu gewinnen und gleichzeitig die Wirtschaftskraft stetig zu steigern.“ Man wolle aufholen, sportlich wie wirtschaftlich.

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Das Sportliche liegt primär in der Hand von Fredi Bobic (49), seit diesem Sommer Geschäftsführer Sport bei Hertha. „Wir wollen Spieler und Trainer, die wissen, was es bedeutet, für Hertha BSC zu spielen und die für den Verein alles geben, weil sie sich zu 100 Prozent mit uns und unseren Werten identifizieren“, stellte Bobic klar. Man arbeite nun daran, eine klare Spielphilosophie zu entwickeln, die Hertha repräsentiert und bis in die Jugendmannschaft gelebt wird. „Daraus abgeleitet werden wir gezielter im Bereich Kaderplanung vorgehen. Charaktereigenschaften, Spieler-DNA und konkrete spieltaktische Verhaltensweisen spielen hier eine Rolle“, erklärte Bobic.

Dabei wolle man nicht die Fehler der vergangenen Jahre wiederholen und öffentlich von großen Zielen schwärmen. „Wir haben als Sportler grundsätzlich immer ehrgeizige Ziele. Ehrgeiz gehört zum Sport und treibt uns an. Demut und Realismus gehören für uns aber ebenso dazu“, so Bobic. Es brauche ein gesundes Mittelmaß. „Das aber steht in keiner Weise im Widerspruch, sich ehrgeizige, ambitionierte Ziele zu setzen und zu verfolgen.“

„Bis 2025 wollen wir umsatztechnisch zu den Clubs im oberen Tabellendrittel aufschließen“

Um sportlich erfolgreich zu sein, braucht es auch eine wirtschaftlich gesunde Basis. Zwar hat Hertha mit dem Tennor-Deal einen finanziellen Sprung gemacht, allerdings müsse man sich auch langfristig auf breitere Füße stellen. „Bis 2025 wollen wir umsatztechnisch zu den Clubs im oberen Tabellendrittel aufschließen“, definierte Finanzchef Ingo Schiller (56) das Ziel. „Wir setzen uns nicht nur weiter intensiv damit auseinander, wie wir die Einnahmen in den Bereichen Business-Partner, Spielbetrieb oder Merchandising verbessern, sondern auch, wie wir neue Umsatzquellen schaffen.“ Man wolle dabei den Standortvorteil Berlin nutzen und auch die Stadion-Auslastung erhöhen.

Auch der Bau eines eigenen Stadions steht erneut im Mittelpunkt. Darüber hinaus wolle man aber auch die eigenen Werte weiter präsent leben. „Hertha BSC steht für ein wertschätzendes Miteinander, für Gemeinschaft, Vielfalt, Stolz und Mut, für Pluralität und Toleranz“, so Schmidt. „Wir wollen der Club für alle Berlinerinnen und Berliner sein, felsenfest in der Hauptstadt verankert. Wir sind uns als Hertha BSC, als größter Berliner Sportverein, unserer sozialen Verantwortung bewusst.“

Hertha BSC hat sich einiges vorgenommen – soviel steht fest.

Foto: xSebastianxRäppoldx/xMatthiasxKochx/IMAGO

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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