Bundesliga-Brennpunkte: Mini-Krise in Leipzig – Werder im Aufwind

29. Januar 2024 | Spotlight | BY Jannek Ringen

Am Wochenende wurde in der Bundesliga der 19. Spieltag ausgetragen. Es gab mal wieder einiges an Gesprächsstoff. In dieser Woche sind unter anderem RB Leipzig und Werder Bremen ein Thema.

Bundesliga: An der Spitze zieht es sich zu

Der 19. Spieltag in der Bundesliga steht in den Büchern. Bayer Leverkusen kam gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein 0:0 hinaus, wodurch der FC Bayern mit dem 3:2-Sieg über den FC Augsburg den Rückstand wieder verkleinern konnte. Außerdem meldete sich der VfB Stuttgart mit einem furiosen 5:2-Erfolg über RB Leipzig eindrucksvoll zurück. Alles Wichtige rund um den 19. Spieltag in der Bundesliga liefern wir in unseren Brennpunkten.



Dritte Niederlage im neuen Jahr – RB Leipzig in der Krise

Vor der Saison wurde darüber diskutiert, ob RB Leipzig den FC Bayern angreifen und sich in den Kampf um die Meisterschaft einmischen könnte. Obwohl im Sommer ein großer Umbruch bei den Sachsen auf dem Plan stand, ging man mit hohen Zielen in die neue Saison. Doch dass die Mannschaft von Marco Rose nicht mit den Bayern und Leverkusen mithalten kann, kristallisierte sich bereits früh in der Saison heraus. Mittlerweile geraten auch die anderen Saisonziele in Gefahr, denn das 2:5 gegen den VfB Stuttgart war die dritte Niederlage im dritten Spiel in diesem Jahr. Die Leipziger sind auf dem absteigenden Ast.

Gegen Eintracht Frankfurt war es die miserable Chancenverwertung, die am Ende zur 0:1-Niederlage geführt hatte. Gegen Bayer Leverkusen gab man eine Führung aus der Hand und musste einen Gegentreffer in der Nachspielzeit schlucken. Der VfB Stuttgart konnte die Leipziger am Wochenende nach Belieben her spielen, weshalb es eine deutliche Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions League setzte. Es war bereits das vierte Bundesligaspiel in Serie, welches nicht gewonnen werden konnte. Durch den Sieg von Borussia Dortmund über den VfL Bochum rutschte man sogar aus den Champions-League-Plätzen.

Sicherlich gehören Leverkusen, Frankfurt und Stuttgart zu den besseren Teams in der Bundesliga, allerdings ist die aktuelle Entwicklung des Teams besorgniserregend. Besonders die Defensive um Neuzugang Castello Lukeba wirkte in den vergangenen Spielen alles andere als sattelfest und musste bereits neun Gegentore im neuen Jahr schlucken. Kein Team kassierte in diesem Zeitraum mehr Treffer als die Sachsen. In den kommenden Spielen geht es gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Gelingt der Umschwung nicht, könnte es knapp werden mit dem Erreichen der Champions League.

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Bundesliga: RB Leipzig verliert beim VfB Stuttgart.

(Photo by THOMAS KIENZLE/AFP via Getty Images)

Neues Jahr, neues Glück – Werder entledigt sich vorerst allen Abstiegssorgen

Das Jahr 2023 war kein gutes für den SV Werder Bremen. In der Jahrestabelle holte man von allen Teams, die durchgängig in der Bundesliga spielten, die wenigsten Punkte. Nach der schwachen Rückrunde der vergangenen Saison machten sich nicht wenige Fans der Grün-Weißen Sorgen, dass es in dieser Saison lange gegen den Abstieg gehen wird. Wirklich vielversprechend lief die Hinrunde mit 17 Punkten nicht. Mehrere schwache Auftritte, eine wacklige Defensive und keine klare Spielidee sorgten dafür, dass zumindest extern zwischenzeitlich über Ole Werner diskutiert wurde.

Doch das Blatt hat sich im neuen Jahr gewendet. Auf das 1:1 beim VfL Bochum folgte ein nicht unverdienter 1:0-Erfolg beim FC Bayern und an diesem Spieltag gab es einen starken Auftritt gegen die bisher so formstarken Freiburger. Das 3:1 gegen die Mannschaft von Christian Streich war das sechste Spiel in Folge ohne Niederlage und bestätigte den Trend der vergangenen Wochen. Damit springen die Bremer in der Bundesliga in die obere Tabellenhälfte und haben sich zumindest vorerst von allen Abstiegssorgen befreien können.

Doch es sind nicht nur die Ergebnisse, die bei den Grün-Weißen aktuell stimmen. Auch das eigene Spiel hat sich im Vergleich zum Herbst deutlich verbessert. Während zum frühen Zeitpunkt in der Saison kaum klare Prinzipien im Spiel mit dem Ball erkennbar waren, ist man mittlerweile spielerisch deutlich stärker. Zudem scheint es so, als hätte Werder-Coach Werner die so wacklige und anfällige Defensive in den Griff bekommen. Schafft man es, die guten Leistungen in den kommenden Wochen in den direkten Duellen mit der Konkurrenz zu bestätigen, wird es eine sorgenfreie Saison an der Weser werden.

Bundesliga: Werder Bremen siegt erneut.

(Photo by Joern Pollex/Getty Images)

Nach Bjelica-Eklat: Union siegt und distanziert die Konkurrenz

Im Nachholspiel am Mittwoch in der Münchner Allianz Arena kam es zu einer unschönen Szene. Nenad Bjelica, Trainer von Union Berlin, fasste Bayern-Spieler Leroy Sané zweimal ins Gesicht und sah dafür die Rote Karte. Drei Spiele muss der Kroate nun von der Tribüne aus verfolgen. Im ersten Spiel ohne ihn gelang ein 1:0-Erfolg gegen Schlusslicht Darmstadt 98. Durch den Sieg über den direkten Konkurrenten ist das Polster auf den Relegationsplatz auf fünf Punkte angewachsen. Damit kann die Überraschungsmannschaft der letzten Jahre vorerst durchatmen, darf in den kommenden Spielen jedoch nicht nachlassen.

Allgemein zeichnet sich ein relativ klares Bild im Abstiegskampf ab. Die Lücke, die zwischen den letzten drei Teams und dem Rest der Liga klafft, ist durch den Sieg von Union Berlin noch einmal deutlicher geworden. Und bei aller Kritik, die aktuell auf Bjelica einprasselt, hat er es geschafft, die komplett verunsicherte Mannschaft nach der historischen Niederlagenserie aus dem Herbst wieder zu stabilisieren. Mit zehn Punkten aus sechs Spielen unter seiner Regie befindet sich der 1. FC Union Berlin im Aufwind und kann die Konkurrenz im Tabellenkeller distanzieren. Insbesondere eben dieser Aufwind nach Trainerwechsel unterscheidet sich von den anderen Teams.

Schlusslicht Darmstadt 98 hält zwar weiterhin an seinem Trainer fest, ist jedoch seit Anfang Oktober ohne Sieg in der Bundesliga. Mainz 05 konnte zwar das erste Spiel unter dem neuen Trainer mit 1:0 gegen RB Leipzig gewinnen, allerdings blieben weitere Siege trotz einer enormen Leistungssteigerung aus. Mit nur einem Sieg aus 18 Spielen stehen die Rheinhessen auf dem vorletzten Platz in der Tabelle. In Köln holte man nach dem Trainerwechsel von Steffen Baumgart zu Timo Schultz zwei Punkte aus drei Spielen, dennoch konnte dieser die harmlose Offensive nicht verbessern. Setzt Union Berlin den Aufwärtstrend unter Bjelica fort, dann kann man sich bald von allen Abstiegssorgen befreien.

Bundesliga: Nenad Bjelica sieht den Sieg von der Tribüne.

(Photo by Maja Hitij/Getty Images)

(Photo by THOMAS KIENZLE/AFP via Getty Images)

Jannek Ringen

Sozialisiert durch die Raute von Thomas Schaaf, gebrochen durch den Abstieg unter Florian Kohfeldt. Fußball in Deutschland ist sein Fachgebiet, aber immer mit einem Blick in England und Italien.


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