Vertragsauflösung nur für den FC Bayern: Die wichtigsten Aussagen der PK von Julian Nagelsmann

Julian Nagelsmann Oliver Mintzlaff (RB Leipzig)
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News | Nachdem verkündet wurde, dass Julian Nagelsmann zur neuen Saison RB Leipzig verlässt und zum FC Bayern München wechselt, äußerten sich Nagelsmann und RB-Manager Mintzlaff auf einer PK zu der Thematik.

Mintzlaff:  „Offene und faire Gespräche“ mit Nagelsmann

Nachdem der Wechsel von Julian Nagelsmann (33) von RB Leipzig zum FC Bayern München heute morgen bekanntgegeben wurde, haben sich Nagelsmann und RB-Manager Oliver Mintzlaff (45) auf einer Pressekonferenz zum Thema geäußert. Die erste Kontaktaufnahme soll es offenbar schon nach der Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim gegeben haben. „Nach der Partie hatten wir ein langes ausführliches Gespräch“, bestätigte Nagelsmann. „Ich habe mit Olli (Mintzlaff, Anm.d.Red.) über diverse Themen geredet und meinen Wunsch dargelegt, wenn das konkrete Angebot kommen sollte, zum FC Bayern wechseln zu dürfen“, führte er fort.

 

Nach dem Sieg gegen den VfB Stuttgart (2:0) wurden laut Nagelsmann noch einmal „letzte wichtige Details“ geklärt. Er betonte aber auch, dass er noch bei RB angestellt ist und sich auf die nächsten vier Wochen „extrem“ freut und idealerweise in das DFB-Pokalfinale einziehen möchte. Desweiteren bedankte sich der 33-Jährige bei Mintzlaff für die Einigung und die guten Gespräche. Dieser gab zu verstehen, dass es „natürlich eine situation gewesen ist, die wir uns nicht gewünscht haben“. Bereits bei den Vertragsverhandlungen im Zuge des Wechsels von Hoffenheim zu Leipzig soll man über dieses mögliche Szenario gesprochen haben. „Wir haben diese Ausstiegsszenarien besprochen und auch eigentlich abgelehnt“, bestätigte Mintzlaff. „Als er jetzt auf mich zugekommen ist, haben wir ein faires und offenes Gespräch geführt“, so Mintzlaff weiter.

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Unter Nagelsmann hat Leipzig sowohl spielerisch als auch im Gesamtbild den nächsten Schritt gemacht. Dessen ist sich auch Mintzlaff bewusst: „Wir haben mit Julian hier Großartiges erreicht. Julian hat den Klub auf das nächste Niveau gehoben.“ Einen Abgang habe man an zwei Voraussetzungen geknüpft. Zum einen musste der FC Bayern die „massiv hohe“ Ablöseforderung der Leipziger erfüllen. Zum anderen sollte das Ganze schnell über die Bühne gehen. Man wollte ein Szenario wie bei Adi Hütter (51) oder Marco Rose (44) vermeiden. „Wir hätten auch gehofft, dass die Voraussetzungen nicht erfüllt worden wären. Die rationale schiene hat schlussendlich dazu geführt, dass wir diese Entscheidung selbstbestimmt getroffen haben“, erklärte er. „Ich verstehe, dass es 100 von 100 Fans nicht verstehen werden. Wir und der gesamte Klub sind auch enttäuscht, weil hier in den letzten 24 Monaten was zusammengewachsen ist“, fügte Mintzlaff hinzu.

Julian Nagelsmann (Leipzig) jubelt

Photo by Imago

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz betonte der RB-Manager, dass die Höhe der Ablöse sehr hoch sei. „Für 23 Millionen hätten wir ihn nicht ziehen lassen!“ Etwaige Spekulationen rund um die Höhe der Summe wollte er nicht dementieren. Über den Nachfolger wollte er sich indes nicht klar äußern. „Wir haben eine Shortlist mit drei interessanten Trainern und werden uns damit zeitnah auseinandersetzen“, erklärte der 43-Jährige und ergänzte: „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand und sehen unser Handeln auch nicht als Bankrotterklärung. Wir haben in der Vergangenheit bereits des Öfteren gezeigt, wie es weitergehen kann!“

Mintzlaff: „Julian wird uns spüren!“

Nagelsmann betonte bereits, dass er erst zur nächsten Saison Trainer der Bayern sei und den Rest der Spielzeit noch einiges mit Leipzig erreichen möchte. Mintzlaff ist auch überzeugt, dass sein Trainer „150 Prozent“ geben wird. Gemeinsam möchte man eine Rekordsaison erfolgreich abschließen, zweiter werden und nach Möglichkeit den ersten Titel der Vereinsgeschichte holen. Mintzlaff gab sich am Ende der PK angriffslustig: „Julian wird uns spüren. Ich kann ihnen jetzt schon sagen: Nächstes Jahr heißt das Mindestziel ebenfalls CL-Quali!“

Die Frage, ob Nagelsmann Spieler von RB zu Bayern „mitnehmen“ würde, verneinte der Coach. „Das ist selbstverständlich und selbsterklärend“, sagte der ehemalige Hoffenheimer. Die Mannschaft wurde informiert, sei aber laut Nagelsmann nicht sauer. „Ich habe kurz mit einigen gesprochen. Das Training war gut und ich glaube nicht, dass die Spieler extrem sauer sind“, erklärte er. Zudem ging er auf die turbulenten letzten Tage ein. „Der Wechsel war nicht nach zwei Jahren geplant. Da spielen mehrere Sachen mit rein. Die Entwicklung bei Bayern mit Hansi (Flick, Anm.d.Red.) war etwas, das wir nicht vorhersehen konnten“, konstatierte Nagelsmann und führte fort: „Es gab auch die ein oder andere anfrage von anderen Klubs. Ich habe mehrfach gesagt, dass ich diesen Vertrag nicht für einen anderen Klub beendet hätte, sondern eben nur für den einen. Und das ist der FC Bayern!“

Julian Nagelsmann (RB Leipzig)

Photo: Passion2Press/MarkusFischer / Imago

Allerdings bringt der Wechsel zum deutschen Rekordmeister auch einiges an Erwartungshaltung mit. „Wie die Zielsetzung bei Bayern aussieht, kann sich jeder vorstellen“, erklärte Nagelsmann. „Ich weiß was auf mich zukommt und was erwartet wird. Mit der Überzeugung, das leisten zu können, werde ich dort aufschlagen“, betonte er.

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Sarom Siebenhaar

Die Oranje-Connection entfachte seine Leidenschaft für den HSV. Durch zahlreiche Tiefen schmecken die vereinzelten Höhen umso süßer. Schätzt attraktiven Offensivfußball genauso wie kämpferische Höchstleistungen. Internationaler Top-Fußball findet sich nicht nur in den Big Five. Seit 2021 bei 90PLUS.

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