Union Berlin vs. FC Bayern: Wie reagiert der Rekordmeister auf die Pokal-Schmach?

Union Berlin empfängt den FC Bayern München
Bundesliga

Vorschau | In der Bundesliga empfängt Union Berlin am Samstagnachmittag den FC Bayern. Trotz starker Saisonstarts beider Mannschaften könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein.

Anpfiff der Partie ist am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr, live auf Sky.

  • Beide Mannschaften starteten stark in die Saison
  • Union: Nächster Coup gegen die Bayern?
  • Nach der Pokal-Schmach in Mönchengladbach: Bayern müssen Reaktion zeigen

Kann Union Berlin auch den Rekordmeister ärgern?

Union Berlin hat einen Saisonstart nach Maß hingelegt. 16 Punkte aus neun Spielen, Platz fünf in der Tabelle – Stand heute wäre das gleichbedeutend mit einer erneuten Europapokal-Teilnahme. Man übertrifft einmal mehr eigene Erwartungen und Ansprüche in Köpenick. Mit den jüngsten Auftritten dürfte Trainer Urs Fischer (55) jedoch weniger zufrieden gewesen sein. Nach einem 2:0-Heimerfolg gegen den VfL Wolfsburg verlor man in der Europa Conference League 1:3 gegen Feyenoord. Fast noch ärgerlicher verlief jedoch das Gastspiel beim VfB Stuttgart (1:1). Man schaffte es über weite Strecken, Spiel und Gegner zu kontrollieren, verpasste es jedoch, eine über dreißigminütige Überzahl zu seinen Gunsten zu nutzen und den Deckel draufzumachen. So kam der VfB mit einer seiner wenigen Chancen auf der letzten Rille zum Ausgleich. Der Punktverlust in der Mercedes Benz Arena war zugleich das Ende einer Siegesserie von drei Spielen in der Bundesliga. 



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So ärgerlich das Endresultat ob des Spielverlaufs bis heute noch ist: Ein Beinbruch war es keineswegs für die „Eisernen“. Wer Fischer und seine Grundtugenden kennt, weiß auch, dass der Schweizer es schafft, Negativerlebnisse schnell wieder aus den Köpfen seiner Spieler zu kriegen. „Die Bayern werden uns alles abverlangen und wir müssen unsere Spielweise die kompletten 90 Minuten auf den Platz bekommen, sonst wird es schwer“, sagte der 55-Jährige auf der Spieltags-Pressekonferenz. Das Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Waldhof Mannheim (3:1 n.V.) dürfte den Spielern neben einem stimmungsvollen Stadion an der alten Försterei zusätzlichen Auftrieb geben. 

Gegen den Rekordmeister wird es wichtig sein, die typischen Elemente des Fischer-Fußballs auf den Platz zu bringen. Gelingt es, aus einer guten Grundstruktur heraus die Räume dichtzumachen und durch effektive Umschaltmomente den torgefährlichen Taiwo Awoniyi (24, zehn Tore in 14 Pflichtspielen) in Szene zu setzen, könnte der FC Bayern die nächste Mannschaft werden, die sich an Union die Zähne ausbeißt.

FC Bayern und die Pokal-Blamage: Ausnahmeerscheinung oder Wendepunkt?

0:5 in Mönchengladbach – eine Pokalniederlage, die in ihrer Art und Weise grotesker nicht hätte daherkommen können. Die Bayern hatten zu keinem Zeitpunkt der Partie Zugriff auf den Gegner, schafften es nicht, das Pressing der Fohlen zu umspielen. Hinzu kamen absurde individuelle Aussetzer. Spätestens nach dem frühen 0:2-Rückstand zerfiel der FC Bayern in seine Einzelteile. Ein Aufbäumen gab es auch nach dem Seitenwechsel nicht. Es war eine Niederlage, die sich keiner so richtig herleiten, geschweige denn erklären konnte. Denn: Die Vorzeichen standen gut. Mehr als gut. Skeptische Stimmen, die Anlaufschwierigkeiten unter Julian Nagelsmann (34) prophezeiten, wurden schnell eines Besseren belehrt. 5:0 gegen die Hertha, 4:1 in Leipzig, 3:0 in Barcelona, 7:0 gegen Bochum, 5:1 in Leverkusen – lediglich ein Ausschnitt dessen, zu was der FC Bayern bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison imstande ist.

Union Berlin FC Bayern

Photo by Getty

In 15 Pflichtspielen traf man bereits 60 mal. Im Schnitt erzielte man also allein vier Tore pro Spiel. Dabei zeigte sich der Rekordmeister äußerst effizient. Betrachtet man die Expected-Goals-Werte, erzielten die Bayern in allen Spielen der Bundesliga und Champions League mehr Tore als erwartbar gewesen wären. Einzig die Auftritte gegen Frankfurt (1:2) und Leipzig (4:1) bilden Ausnahmen (fbref.com). Beeindruckend ist aber vor allem die Art und Weise, wie man die Tore schießt. Immer wieder schafft man es, durch schnelle Ballzirkulationen, gutes Positionsspiel und Positionsrochaden Dynamik zu kreieren und sich dadurch Torchancen zu erspielen. Die Abläufe wirken teils atemberaubend gut. Das macht die Rekord-Niederlage in Gladbach umso unerklärlicher. 

In Berlin geht es nun darum, eine schnelle Gegenreaktion zu zeigen. Das Pokal-Debakel wird noch lange in Erinnerung bleiben. Ob als negatives Ausnahmeereignis oder Wendepunkt der Saison, das haben die Münchner nun selbst in der Hand. Dabei ist höchste Konzentration gefordert, „weil der Gegner uns mit einer sehr mannorientierten, intensiven und emotionalen Verteidigungshaltung vor große Aufgaben stellen wird“, wie Nagelsmann auf der Pressekonferenz warnte. Hinter Leon Goretzka (26) steht ein Fragezeichen, Eric-Maxim Choupo-Moting (32) wird ausfallen. Ansonsten stehen Nagelsmann alle Mann zur Verfügung.

Prognose

Die Münchner wollen die Pokal-Klatsche schnellstmöglich vergessen machen und gehen als Favorit ins Spiel. Doch sie sollten gewarnt sein. Bereits kleine Konzentrationsfehler können gegen Union Berlin zu Punktverlusten führen. Es sollte die wenigsten überraschen, wenn sich der Rekordmeister an der alten Försterei schwertut. Zum Sieg sollte es dennoch reichen.

Mögliche Aufstellungen

Union Berlin: Luthe – Jäckel, Knoche, Baumgartl –Trimmel, Prömel, Khedira, Haraguchi, Gießelmann – Becker, Awoniyi

FC Bayern: Neuer – Pavard, Süle, Hernández, Davies – Kimmich, Goretzka – Gnabry, Müller, Sané – Lewandowski

(Photo by Clemens Bilan – Pool/Getty Images)

Michael Bojkov

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