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Das Team ist wehrhaft! Drei Erkenntnisse zum BVB-Weiterkommen gegen Atletico

17. April 2024 | Spotlight | BY Manuel Behlert

Es ist vollbracht! Der BVB steht im Halbfinale der UEFA Champions League und hat sich am Dienstagabend gegen Atletico Madrid durchgesetzt. Weil die Mannschaft von Trainer Edin Terzic von Anfang an da war und sich auch von Rückschlägen nicht hat beirren lassen. 

Das waren essenzielle Punkte, die für das 4:2 mitverantwortlich waren. Die Energie im Stadion war zudem ein Faktor. Nun geht es im Halbfinale gegen die Startruppe von Paris Saint-Germain, die man schon in der Gruppe bespielte – und hinter sich ließ. Erkenntnisse aus dem Atletico-Spiel gibt es einige, drei davon möchten wir euch vorstellen.

Der BVB kann mit Rückschlägen umgehen

Eines zeigte sich bei Borussia Dortmund im Hin- und im Rückspiel, aber auf verschiedene Arten: Der Umgang mit Rückschlägen war gut. Im Wanda Metropolitano wurde der BVB in der ersten Halbzeit überrannt, das Pressing war zu intensiv für die Schwarzgelben. Das 0:2 am Ende folgerichtig. Aber 45 von 180 (+X) Minuten sind nun einmal nicht das Ende der Welt. Die zweite Halbzeit in Madrid war schon bedeutend besser, Dortmund zeigte eine Reaktion und konnte die Rückschläge verkraften. Ein Tor und weitere gute Tormöglichkeiten waren die Folge. Gestern sah es zunächst nach einer umgekehrten Reihenfolge der Geschehnisse aus. Denn in Dortmund war es der Gastgeber, der von Beginn an sehr aktiv war, früh mit 2:0 führte und weitere Chancen hatte.



Diesmal war es dann Atletico, das reagieren musste. Und die Rojiblancos taten dies, erzielten nach der Pause zwei Tore, waren wacher, liefen höher an und nutzen so die Möglichkeiten, die sich ihnen boten. Doch das letzte Wort hatte erneut die Elf von Trainer Edin Terzic. Über Zweikämpfe fand der Gastgeber wieder in die Partie, gepusht von den Rängen. Dortmund konnte noch das 3:2 und gar das 4:2 erzielen, die Verlängerung verhindern und das Weiterkommen über die Zeit bringen. Das Team kann mit Rückschlägen umgehen. Das ist eine wichtige Erkenntnis, auch für die letzten Wochen in der Bundesliga!

Der Aufbau als entscheidendes Element für den Sieg

Doch nicht nur die Mentalität der Mannschaft, auch taktische Anpassungen haben den Sieg des BVB gegen Atletico am Dienstag begünstigt. Dortmund passte sich nach dem Hinspiel nämlich an. Das reichte zwar nicht, um alle Probleme zu kaschieren, denn nach der Pause war vor allem im 6er-Raum wieder reichlich Luft für den Gegner, aber der Aufbau wurde verändert. Und das war essenziell. Atletico versuchte im Rückspiel nämlich durchaus auch, das Pressing ähnlich durchzusetzen wie zuhause, nur nicht mit der ganz großen Intensität. Dass das nicht funktionierte, lag unter anderem am Aufbau in der Viererkette.

Hummels BVB Dortmund Champions League

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Zur Erinnerung: Im Wanda Metropolitano baute Dortmund lange auf den 3-2-Aufbau, der Atletico in die Karten spielte. Zusätzlich zu dieser Anpassung ist die Einzelleistung der Innenverteidiger Mats Hummels und Nico Schlotterbeck über die 90 Minuten hervorzuheben. Beide spielten im Aufbau sehr gute Bälle, kamen zwischen die Linien, unterstützten somit das Mittelfeld, sorgten für eine ganz andere Dynamik im Spiel. Und sie hielten die Defensive dicht, bis auf ganz kleine Ausnahmen.

Marcel Sabitzer wird zum Anführer im Mittelfeld

Ein Mann hatte gestern abgesehen von den Innenverteidigern auch einen großen Anteil am Sieg: Marcel Sabitzer. Der Österreicher ging nach seinem Doppelpack am Wochenende mit viel Rückenwind in die Partie, vergab die erste sehr große Chance aber noch etwas kläglich, weil er zu lange für den Abschluss benötigte. Das beirrte den Österreicher aber keineswegs, denn er kämpfte sich in die Partie. Als Verbindungsspieler zwischen der Defensive und der Offensive war er oft anspielbar, hatte Ideen mit dem Ball und Zug zum Tor.

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Und nicht nur das: Sabitzer bereitete nicht nur Chancen und Tore vor, er erzielte auch den Treffer zum 4:2-Endstand mit einem satten, platzierten Schuss in die rechte untere Ecke. Der Österreicher geht voran, wird aktuell endgültig zum Anführer im Mittelfeld. Die Leistungen waren schon in den letzten Wochen und Monaten sehr ordentlich, dieser letzte Schritt scheint aber gerade jetzt, wo die Saison in ihren Endspurt geht, zu erfolgen.

(Photo by Leon Kuegeler/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.


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