Am 27. August wird in Monaco die Ligaphase der Champions League ausgelost, und pünktlich dazu beginnt das jährliche Ritual: Wer landet in welchem Topf, wer rutscht ab, wem droht das Hammerlos? Die Frage klingt gut. Sie ist seit der Reform von 2024 weitgehend bedeutungslos.
Das Rechenspiel: Jeder gegen jeden Topf
36 Teams, vier Töpfe, acht Spiele pro Klub – vier zu Hause, vier auswärts. Entscheidend ist der Verteilungsschlüssel: Jede Mannschaft bekommt aus jedem der vier Töpfe genau zwei Gegner zugelost. Auch aus dem eigenen. Wer in Topf 1 steht, spielt also zweimal gegen Topf 1, zweimal gegen Topf 4 – exakt wie ein Klub aus Topf 3.
Die Topfzugehörigkeit bestimmt damit nicht mehr die Härte des Programms, sondern lediglich, in welcher Kategorie ein Klub selbst geführt wird. Was tatsächlich über eine leichte oder schwere Ligaphase entscheidet, ist die konkrete Ziehung: Real Madrid aus Topf 1 ist ein anderer Gegner als Atlético aus Topf 1, Como aus Topf 3 oder 4 ein anderer als Neapel aus Topf 3.
Wo die vier deutschen Starter stehen
Aus der Bundesliga sind Meister Bayern München, Vizemeister Borussia Dortmund, der Dritte RB Leipzig und der Vierte VfB Stuttgart dabei. Einen fünften Startplatz verpasste die Liga knapp – der SC Freiburg verlor das Europa-League-Finale gegen Aston Villa. Die beiden Zusatzplätze gingen stattdessen an Spanien und England, die je fünf Teams stellen.
| Klub | Lostopf | Status |
|---|---|---|
| FC Bayern München | 1 | fix |
| Borussia Dortmund | 2 | fix |
| RB Leipzig | 3 | fix |
| VfB Stuttgart | 3 oder 4 | abhängig von den Playoffs |
Kein deutscher Klub steht also vor einem Abstieg in einen niedrigeren Topf – die Einteilung folgt dem UEFA-Klubkoeffizienten der vergangenen fünf Jahre und ist für drei der vier Vereine bereits entschieden. Offen ist allein, ob Stuttgart in Topf 3 bleibt oder ins vierte Segment rutscht, und das hängt daran, welche sieben Teams sich in den Playoffs am 18./19. und 25./26. August noch qualifizieren.
Was am 27. August wirklich zählt
Deutsch-deutsche Duelle sind in der Ligaphase ausgeschlossen. Höchstens zwei Gegner dürfen aus demselben Verband stammen – ein Bundesligist kann also durchaus zweimal auf englische Klubs treffen. Gezogen wird per Computer, weil das Format mit seinen Auflagen längst nicht mehr in Loskugeln passt.
Der erste Spieltag verteilt sich vom 8. bis 10. September über drei Tage, ab dem zweiten läuft der gewohnte Dienstag-Mittwoch-Rhythmus. Die Ligaphase endet am 27. Januar 2027, das Finale steigt am 5. Juni 2027 in Madrid.
Die Angst vor dem Topf ist ein Ritual ohne Gegenstand
Man kann am 27. August auf die Zettel starren und Töpfe zählen. Man kann auch auf die acht Namen warten, die am Ende danebenstehen – denn nur die spielen mit. Ein Verein wird nicht schwächer, weil er in Topf 3 geführt wird. Er wird schwächer, wenn er im Januar acht Spiele hinter sich hat und nicht unter den ersten 24 steht. Alles davor ist Sortierarbeit.

