Ein hochintensives Spiel an der Anfield Road endete mit dem Ausscheiden Liverpools. Gegen PSG hofften die Reds lange auf das Comeback mussten sich am Ende aber mit 0:2 geschlagen geben.
Im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals war Paris Saint-Germain zu Gast an der Anfield Road. Liverpool konnte sich glücklich schätzen im Hinspiel nur 0:2 verloren zu haben. So gab es noch auf Hoffnung auf ein Comeback. PSG hatte am Wochenende frei, das Topspiel der Ligue 1 gegen RC Lens wurde verschoben. Luis Enrique sah keinen Anlass seine Startelf im Vergleich zum Spiel im Parc des Princes zu verändern. Liverpool hingegen gewann am Samstag souverän mit 2:0 gegen Fulham und rotierte dabei kräftig durch. Im Gegensatz zum Hinspiel stand Alexander Isak erstmals nach langer Verletzung in der Startelf. Dafür nahm Joe Gomez auf der Bank Platz.
Die Zuschauer machen Dampf auf den Rängen, vor beiden Toren ist nicht allzu viel los
Nach einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Hillsborough-Katastrophe, startete das Spiel mit stimmungsvoller Unterstützung von den Rängen. Jeder Ballgewinn Liverpools wurde frenetisch gefeiert. Den ersten Abschluss verbuchte jedoch Paris in Person von Khvicha Kvaratskhelia, der aber sehr zentral auf Giorgi Mamardashvili zielte. Der Georgier hatte den Ball im Nachfassen sicher. Nach sieben Minuten köpfte Alexander Isak nach einer Ecke in die Arme von Matvey Safonov, der erste Schuss Liverpools aufs Tor überhaupt in diesem Viertelfinale. Im Parc des Princes war das Team von Arne Slot gänzlich ohne Torabschluss geblieben.
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Auf der Gegenseite war es Ousmane Dembélé, der aus großer Distanz versuchte Mamardashvili zu überraschen, dieser bekam den Ball im Rückwärtslaufen aber abgewehrt. Die größte Chance des Spiels hatte einige Minuten später wieder Dembélé. Der Weltfußballer machte das Spiel selbst mit einem Einwurf schnell und wurde dann von Joao Neves zentral vor dem Tor in Szene gesetzt. Aus der Drehung verzog der Franzose aber volley recht deutlich. Nach 22 Minuten wurde es auch vor dem Pariser Team erstmals so richtig gefährlich. Isak stand beim Zuspiel Ryan Gravenberchs aber im Abseits und scheiterte ohnehin an Safonov.
Nach einer halben Stunde ereignete sich dann eine sehr unschöne Szene: Hugo Ekitiké blieb ohne Gegnereinwirkung hängen und musste mit der Trage abtransportiert werden. Für ihn kam Mohamed Salah. Und der Ägypter bereitete direkt eine Großchance vor. Von rechts flankte er mit Zug zum Tor. Zunächst parierte Safonov stark gegen Milos Kerkez, dann warf sich Marquinhos heroisch in den Ball und klärte im letzten Moment vor dem einschussbereiten Virgil van Dijk. Danach passierte in den Strafräumen lange wenig, ein Heber von Vitinha landete sicher in den Armen von Mamardashvili. Kurz vor der Pause klärte Ibrahima Konaté nach Hereingabe von Achraf Hakimi vor Dembélé.
So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen. Beide Teams hatten offensiv noch Luft nach oben, brachten aber trotzdem ein intensives, interessantes Spiel auf den Platz.

Liverpool drückt und drückt, doch PSG macht die Tore
Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen bei Liverpool mit Gomez und Cody Gakpo zwei neue Kräfte für Isak und Jeremy Frimpong. Direkt nach Wiederbeginn wurde es nach einer Flanke von Dominik Szoboszlai erstmals gefährlich, doch kein Liverpooler kam richtig zum Abschluss. Gakpo meldete sich direkt mit einem Flachschuss von der Strafraumkante aufs kurze Eck an, doch Safonov wehrte zur Ecke ab. Diese köpfte Gomez nur knapp über das Tor. Nachdem in Durchgang eins bereits Nuno Mendes angeschlagen raus musste, verletzte sich nach 50 Minuten auch Désiré Doué, sodass Luis Enrique erneut reagieren musste.
Liverpool kam mit deutlich mehr Druck nach vorne aus der Kabine. Zunächst zog Gravenberch aus der Distanz wuchtig ab und verfehlte den Winkel nur knapp, dann konnte sich Kerkez nach einer Flanke von Salah nicht zwischen Ablage und Torschuss entscheiden. Am Ende trudelte der Ball ins Seitenaus. Nach einer Stunde wurde dann PSG erstmals in Durchgang zwei im Ansatz gefährlich. Eine vielversprechende Kontersituation spielten die Pariser in Überzahl aber nicht gut aus. Dembélé stand nach Zuspiel des eingewechselten Bradley Barcola im Abseits.
Nach 64 Minuten zeigte Schiedsrichter Maurizio Mariani dann nach einem Zweikampf zwischen Willian Pacho und Alexis MacAllister auf den Punkt. Pacho traf den Argentinier nur sehr leicht am Fuß, dieser nahm den Kontakt dankend an. Nach Ansicht der Videobilder nahm Mariani den Strafstoß folgerichtig zurück. Doch Liverpool blieb weiterhin die überlegende Mannschaft. Nach einer Ecke von links köpfte MacAllister nur ganz knapp am linken Pfosten vorbei. Sehr gefährlich war der Versuch des eingewechselten Rio Ngumoha. Seinen harten Flachschuss von halblinks aufs lange Ecke parierte Safonov aber sehr stark.
Paris SG gelang es in dieser Phase kaum für Entlastung zu sorgen. Doch mitten in der Drangphase der Reds schlug der Titelverteidiger eiskalt zu. Mit dem ersten Abschluss der zweiten Halbzeit traf Dembélé zum 0:1. Barcola trieb den Ball in die gegnerische Hälfte, Kvaratskhelia fand Dembélé, der den Ball nach einem Haken aus gut 20 Metern mit links ganz platziert im linken Eck unterbrachte. Nur kurz darauf erhöhte PSG fast direkt. Im Verbund schafften es Konaté und Mamardashvili aber den Doppelpack Dembélés zu verhindern.
Dieser Treffer zog den Liverpooler Bemühungen etwas den Stecker. Den nächsten Schuss brachte Gravenberch aus der Distanz zu Stande. Doch insgesamt gelang es PSG besser sich aus dem Druck zu befreien. Kerkez versuchte es nochmal aus der Drehung, doch auch diesmal war Safonov zur Stelle. Auch ein Kopfballversuch Konaté verfehlte das Ziel. In der Nachspielzeit bekam Dembélé dann noch sein zweites Tor. Wieder war es Barcola, der den Angreifer nach Pass von Kvaratskhelia in Szene setzte. Diesmal musste der letztjährige Ballon-D’Or-Sieger nur noch zum 0:2 einschieben.
So stand am Ende, trotz eines durchaus guten Auftritts, das Aus Liverpools fest. PSG war letztendlich zu stark, schlug genau im richtigen Moment zu und steht, über beide Partien gesehen, völlig verdient im Halbfinale der Champions League. Dort treffen die Pariser entweder auf Bayern München oder Real Madrid.
Spielschema im Überblick
Liverpool FC – Paris Saint-Germain 0:2 (0:0) Gesamt: 0:4
Liverpool FC: Mamardashvili – Frimpong (46. Gomez (67. Ngumoha)), Konaté, van Dijk, Kerkez – Gravenberch, Szoboszlai – Ekitiké (31. Salah), MacAllister (74. Jones), Wirtz – Isak (46. Gakpo)
Paris Saint-Germain: Safonov – Hakimi, Marquinhos, Pacho, Mendes (38. L. Hernandez) – Neves, Vitinha, Zaire-Emery (81. Beraldo) – Doué (52. Barcola) Dembélé, Kvaratskhelia
Schiedsrichter: Maurizio Mariani
Tore: 0:1 Dembélé (73. Minute), Dembélé (90+1.)
Besondere Vorkommnisse: –
Jakob Haffke

