Nach der titellosen Saison von Real Madrid wird die Kritik rund um den Klub immer heftiger. Besonders nach der Niederlage im Clasico gegen den FC Barcelona stehen Spieler und Verantwortliche massiv unter Druck. Nun hat auch Ex-Real-Profi Santiago Canizares deutliche Worte gefunden.
Im Podcast El Debate de La Pizarra der Marca kritisierte der frühere Torwart vor allem die Führungsstruktur innerhalb der Mannschaft. Laut Canizares habe dem Team in dieser Saison das „Herzstück“ gefehlt, vor allem auf Kapitänsebene.
Canizares fordert Konsequenzen bei Real Madrid
Besonders hart ging der ehemalige Nationalkeeper mit Federico Valverde ins Gericht. Der Mittelfeldspieler nehme seine Rolle als Führungsspieler nicht ausreichend wahr und wirke „ziemlich abwesend“. Mit Blick auf die jüngste Auseinandersetzung mit Aurelien Tchouameni kurz vor dem Clasico stellte Canizares sogar klar: „Ab auf den Transfermarkt!“

Noch deutlicher wurde er bei Vinicius Junior. Der Brasilianer hatte während des Clasicos mehrfach die Zahl 15 mit den Fingern gezeigt und damit einen Verweis auf die 15 Champions-League-Titel von Real Madrid angedeutet. Für Canizares war dieses Verhalten unpassend wegen der aktuellen sportlichen Situation. „Real erwartet als Kapitän eine ganz andere Art von Spieler“, erklärte er und warf Vinicius vor, sein eigenes Ego zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Auch die ungeklärte Vertragssituation des Brasilianers kritisierte der Ex-Madrilene offen. Vinicius besitzt laut Bericht nur noch einen Vertrag bis 2027 und hat bislang nicht verlängert. Für Canizares ist das ein weiteres Problem in einer sowieso schon schwierigen Phase der Königlichen.
Selbst Klublegende Dani Carvajal blieb von Kritik nicht komplett verschont. Zwar verwies Canizares auf dessen Verletzungssituation, gleichzeitig erklärte er aber auch, dass ein Kapitän ohne regelmäßige Einsätze automatisch Einfluss in der Kabine verliere. Die Aussagen zeigen wieder einmal, wie angespannt die Stimmung rund um Real Madrid aktuell ist. Nach zwei Jahren ohne großen Titel werden inzwischen selbst langjährige Führungsspieler und Identifikationsfiguren öffentlich infrage gestellt.

