FC Barcelona in der Krise: Ein Blick hinter die Kulissen

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News | Der FC Barcelona gab zuletzt kein gutes Bild ab. Nun wurden Auszüge eines bald erscheinenden Buches veröffentlicht, die uns einen Blick hinter die Kulissen gewähren.

FC Barcelona: Bartomeu als Schlüsselfigur

Der große FC Barcelona gibt zurzeit nicht das Bild eines Fußballgiganten ab. Die Fehler der letzten Jahre holen den Verein nun ein. Die finanziellen Probleme und erschwerten Verhandlungen mit Lionel Messi (34) sind das Resultat. Journalist Simon Kuper (51) hat mit ehemaligen Verantwortlichen sprechen können und nun ein Buch geschrieben. Auszüge aus dem noch nicht veröffentlichten Exemplar gewähren bereits einen Blick hinter den Vorhang.

 

So sei es bei den Katalanen üblich, dass Verpflichtungen häufig nicht mit dem Cheftrainer abgesprochen werden. Darüber hinaus soll es viele rivalisierende Strömungen innerhalb des Vereins geben bzw. gegeben haben, die unterschiedliche Interessen haben. Dazu kommt der große Einfluss von der lebenden Vereinslegende Messi. Jede dieser Parteien soll andere Vorstellungen haben, was die Zukunft und Transfers des Klubs angeht. Vor allem ein Mann kommt dabei nicht gut weg: Josep Maria Bartomeu (58), der von 2014 bis 2020 Präsident der Katalanen war.

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Allerdings fiel ihm diese Rolle relativ unerwartet zu. Knapp ein Jahr nach der Verpflichtung von Neymar (29) gab es Ermittlungen wegen Unterschlagung gegen den damaligen Präsidenten Sandro Rosell (57). Dieser trat in der Folge zurück. Bartomeu war damals Vizepräsident. Gemäß den Regularien übernahm er zunächst interimsweise das Amt des Vereinspräsidenten. 2015 wurde er wiedergewählt, setzte sich damals gegen den heutigen Präsidenten Joan Laporta (59) deutlich durch (60 Prozent der Stimmen). Geholfen haben dürfte damals auch der Umstand, dass die Mannschaft das prestigeträchtige Triple aus Meisterschaft, Champions League und nationalem Pokal gewann.

Barca lehnt Mbappé und Haaland ab

Kuper zufolge war dies aber das Anfang vom Ende. Denn laut des Journalisten verstand Bartomeu nie etwas vom Business Fußball. Unter der Ägide des Spaniers gab es fünf verschiedene Sportdirektoren. 2017 soll den Katalanen der damals 18-Jährige Kylian Mbappé (22) angeboten worden sein. Allerdings ließ eine Antwort der Blaugrana lange auf sich warten. Barca lehnte schließlich ab. Angeblich via WhatsApp-Nachricht die sich folgendermaßen gelesen haben soll: „Weder die Trainer noch der Presi [der Präsident] wollen ihn.“ Die Nachricht soll vom damaligen Vorstandsmitglied Javier Bordas (60) gewesen sein.

Kylian Mbappe (PSG) vs Pedri (Barcelona) im Zweikampf

Photo: JBAutissier/Panoramic / Imago

Eben jener Bordas offenbarte auch, dass Barca Erling Haaland (21) abgelehnt haben soll. Demnach lautete die Begründung damals, dass der Norweger nicht in das System passen würde und kein „Spieler nach dem Barca-Modell“ sei. Natürlich ist es reine Spekulation, wie sich die beiden Akteure bei Barca entwickelt hätten. Letztlich sind sie ihren Weg gegangen und mittlerweile trotz ihres noch jungen Alters zwei der besten Stürmer der Welt.

Ein großes Problem sei Kuper zufolge auch die enorme Erwartungshaltung und Strahlkraft des Vereins. Rosell offenbarte gegenüber Kuper, dass eine Absage aufgrund des Drucks, der mit einem Barca-Wechsel verbunden sein, häufiger vorkam als gedacht. „Manchmal kommt ein Agent und sagte: ‚Nein, nein, nein, wir sind noch nicht so weit‘. Das ist sehr ehrlich. Ich fand es gut, als es mir passiert ist“, soll der ehemalige Präsident Kuper gesagt haben. Und auch Bartomeu soll dies bestätigt haben und von Ablehnungen „sehr wichtiger Spieler, die jetzt in anderen Vereinen spielen“ gesprochen haben.

Photo: VI VI Images / Gerrit van Keulen IV / Imago

Sarom Siebenhaar

Die Oranje-Connection entfachte seine Leidenschaft für den HSV. Durch zahlreiche Tiefen schmecken die vereinzelten Höhen umso süßer. Schätzt attraktiven Offensivfußball genauso wie kämpferische Höchstleistungen. Internationaler Top-Fußball findet sich nicht nur in den Big Five. Seit 2021 bei 90PLUS.

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