Ligue 1: Diese Teams könnten PSG in der neuen Saison ein Bein stellen

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Die neue Saison in der französischen Ligue 1 startet am Wochenende und natürlich stellt sich die Frage, ob es einen ernsthaften Konkurrenten für den Branchenprimus PSG gibt und wenn ja, welche Teams diese Rolle einnehmen könnten. 

PSG: Revolution unter Galtier und Campos

Nachdem der OSC Lille 2020 Meister wurde, schlug das Imperium PSG im Jahr 2021 zurück. Souverän holte der Branchenprimus die Meisterschaft, allerdings war nicht jedes Spiel derart zufriedenstellend, wie es die Tabelle am Ende anzeigte. Immer wieder wurde PSG phasenweise vor große Probleme gestellt, zudem folgte in der Champions League und im Pokal ein zu frühes aus. Die Folge: Mauricio Pochettino (50) wurde kritisiert, intern knisterte es und bei den Parisern kam es zur Revolution. Christophe Galtier (55), eben jener früherer Meistertrainer mit Lille, hat das Zepter als Übungsleiter in der Hand und Luis Campos (57), erfahrener Sportdirektor, arbeitet am Kader.



Dieser wurde auch Schin mit dem ein oder anderen neuen Spieler, darunter Nordi Mukiele (24, Leipzig), verstärkt. Im Mittelpunkt stand aber die Vertragsverlängerung von Kylian Mbappe (23), die am Ende medial entsprechend groß inszeniert wurde. PSG hat noch einige Baustellen, arbeitet an der Behebung eben dieser und weiß jetzt schon, dass alle Mannschaften nur eines wollen: Dem Meister ein Bein stellen. Dass der Titel nur über die Galtier-Elf geht, weiß spätestens seit dem 4:0 im Supercup gegen Nantes jeder. Doch wer kann den Meister überhaupt gefährden?

AS Monaco: Herausforderer mit Rückenwind

Der erste, logische Kandidat, um PSG ein Bein zu stellen, wäre natürlich der Vizemeister. Eigentlich. Denn was sich bei Olympique Marseille in diesem Sommer zugetragen hat, lässt den Klub nicht gerade in einem guten Licht dastehen. Trainer Jorge Sampaoli (62) schmiss noch inmitten der Saisonvorbereitung hin, weil ihm die Bemühungen des Klubs auf dem Transfermarkt nicht ausreichten. Igor Tudor (44), Sampaoli-Nachfolger, soll schon nach wenigen Wochen kritisch beäugt werden. Da es in Marseille rumort, rückt automatisch der Drittplatzierte der Vorsaison in den Fokus, die AS Monaco.

Die Saison der AS Monaco in der Vorsaison war keine leichte. Unter Niko Kovac (50) wollten die Monegassen groß angreifen, doch die Konstanz fehlte im Spiel der Franzosen. Im oberen Mittelfeld stehend trennten sich die Wege, Philippe Clement (48) übernahm und führte das Team noch auf den dritten Platz. Auf dieser Entwicklung soll nun natürlich aufgebaut werden. Monaco verfügt über ein gutes Repertoire an Talenten und hat im Sommer auch den ein oder anderen Neuzugang verpflichten können. 

Zwei Spieler wurden aus der eigenen Jugend zu den Profis befördert, der ein oder andere Leihspieler kehrte zurück und vor allem im Offensivbereich hat sich bei Monaco etwas getan. Takumi Minamino (27) wurde zu den Monegassen gelotst und soll seine Flexibilität im Angriff ausspielen, außerdem kam mit Breel Embolo (25) ein wuchtiger, schneller Stürmer, der noch einmal ein Zusatzelement einbringt. Gemeinsam mit Kevin Volland (30), Myron Boadu (21), Wissam Ben Yedder (31) Sofiane Diop (22), Krepin Diatta (23), Gelson Martins (27) und Aleksandr Golovin (26) ist die Offensive von Monaco beeindruckend besetzt. 

Ligue 1 PSG

(Photo by SYLVAIN THOMAS/AFP via Getty Images)

Gelingt es den Monegassen, in der Defensive noch ein wenig stabiler und konstanter zu werden und die jungen Spieler noch ein wenig weiterzuentwickeln, dann könnte dieses Team ein echter Konkurrent für PSG werden. In den letzten Jahren haben die Südfranzosen Paris ohnehin das ein oder andere Mal ärgern können. Bietet der amtierende Meister etwas an, dann lässt sich nicht ausschließen, dass die AS Monaco darauf wartet und das ausnutzt. 

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Olympique Lyon: Back to the roots, aber Fragezeichen

Ex-Serienmeister Olympique Lyon hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Trainer Peter Bosz (58) zeigte mit OL einige gute Ansätze, allerdings gab es auch viele Probleme. Spiele, bei denen OL zu naiv verteidigte, waren keine Seltenheit. Außerdem haben die Lyonnais einige Führungen verspielt. Sieht man sich die Transferaktivitäten im Sommer an, dann erkennt man, dass deutlich mehr Erfahrung hinzugeholt wurde. Nicolas Tagliafico (29, Ajax), Corentin Tolisso (27, FC Bayern) und Alexandre Lacazette (31, Arsenal) könnten allesamt eine Führungsrolle übernehmen. Zwei dieser Spieler kennen den Klub außerdem bereits, zudem kam mit Johann Lepenant ein äußerst spannendes Talent aus Caen. 

Weil die wichtigsten Spieler außerdem gehalten wurden, könnte die Saison 2022/23 für Trainer Bosz schon eine richtungsweisende sein. Anthony Lopes (31) im Tor, der junge Castello Lukeba (19) in der Innenverteidigung, Maxence Caqueret (22) und Lucas Paqueta (24) in verschiedenen Mittelfeldrollen und die Neuzugänge könnten elementare Fixpunkte im Spiel von Lyon werden.

Gelingt es außerdem noch, einigermaßen ohne Verletzungen durch die Saison zu kommen, ist Lyon vieles zuzutrauen. Zumindest dann, wenn Trainer Bosz es endlich einmal über einen längeren Zeitraum schafft, seine Mannschaft auf Kurs zu bringen, was Konstanz und das Vermeiden von überflüssigen Fehlern angeht. Im Pressing und rein fußballerisch gibt es nämlich nur wenige Teams, die in Frankreich besser sind. 

OGC Nizza: Lucien Favre will es wissen

Auch beim OGC Nizza war im Sommer viel los. Die Vorsaison war gut, aber nicht überragend, dafür hoffte der Klub aus dem Süden Frankreichs, mit Christophe Galtier ein langfristiges Projekt zu starten. Dass dieser mittlerweile in Paris sein Geld verdient, ist bekannt. Nizza, das mit INEOS einen sehr flüssigen Geldgeber in der Hinterhand hat, zögerte im Sommer ein wenig bei Neuverpflichtungen, was dem Ex-Trainer sauer aufstieß. Ein nicht weniger schwieriger Charakter kann bei Unstimmigkeiten Lucien Favre (63) sein, doch der Ex-BVB-Coach sitzt nun zum zweiten Mal an der Seitenlinie in Nizza und alle Beteiligten hoffen auf eine gute Zusammenarbeit. 

Favre PSG Ligue 1

(Photo by SYLVAIN THOMAS/AFP via Getty Images)

Dass der Klub nicht in der Champions League spielt und somit unter der Woche im Europapokal auch mehr rotieren kann, sollte Favre und seiner Mannschaft zunächst einmal sehr entgegenkommen. Der akribische Schweizer mag es, im Ligabetrieb auf Rotation zu verzichten und eine eingespielte Mannschaft vorzufinden. Mit Marcin Bulka (22, PSG), Aaron Ramsey (31, Juventus), Rares Ilie (19, FC Rapid) und Alexis Beka Beka (21, Lok. Moskau) gab es schon vier Verstärkungen, auch an Alassane Plea (29, Gladbach) ist Nizza interessiert. 

Jeder weiß, dass Favre-Teams vor allem eines sein können: Sehr unangenehm. Der Schweizer setzt auf gute Organisation, Automatismen und ein Konterspiel, das von eben jenen profitiert. Defensiv verfügt Nizza ohnehin schon über einige spannende Spieler, sei es Youcef Atal (26) auf rechts, Melvin Bard (21) auf links oder Jean-Clair Todibo (22) im Zentrum. Dante (38) ist noch immer grundsolide und ein Anführer, das zentrale Mittelfeld mit Khephren Thuram (21), Pablo Rosario (25) oder Mario Lemina (28) steht für Arbeit und Dynamik. Im kreativbereich könnte sich möglicherweise noch etwas tun, außerdem muss Favre versuchen, aus den hochtalentierten Außenspielern wie Calvin Stengs (23), Rares Ilie (19) oder Bilal Brahimi (22) das Maximum herauszuholen. 

Dass der Schweizer Spieler entwickeln kann, ist kein Geheimnis. Dass Nizza gute Spieler in den eigenen Reihen hat, ebenso nicht. Wie für die beiden anderen Topteams, die PSG ärgern wollen, gilt aber auch hier, dass die Mannschaft ihr Leistungsmaximum erreichen und von Verletzung verschont bleiben muss, um überhaupt eine Rolle im Kampf um den Titel zu spielen. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass diese Teams diejenigen sind, die PSG im Kampf um den Pokaltitel ein Bein stellen können. 

(Photo by SYLVAIN THOMAS/AFP via Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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