Kurz vor der Bekanntgabe des deutschen WM-Kaders gibt es Kritik an Julian Nagelsmann. Mit Lothar Matthäus und Philipp Lahm äußerten sich gleich zwei frühere Weltmeister-Kapitäne kritisch zur Terminierung der Nominierung. Ihrer Meinung nach könnte der Zeitpunkt direkte Auswirkungen auf das bevorstehende DFB-Pokalfinale haben.
Wie die Sport Bild berichtet, stößt vor allem der Termin zwei Tage vor dem Endspiel zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart auf Unverständnis. Nagelsmann wird seinen 26er-Kader für die WM am Donnerstag bekannt geben. Am Samstag steigt dann das Pokalfinale in Berlin.
Matthäus und Lahm sehen psychologisches Problem
Besonders Matthäus kritisierte die Auswirkungen auf mögliche Wackelkandidaten. „Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen?“, fragte der Rekordnationalspieler und verwies darauf, dass einige Profis wohl direkt vor einem der wichtigsten Spiele der Saison enttäuscht werden könnten. Auch Lahm schloss sich der Kritik an. Zwar sei es möglich, dass alle Kandidaten aus München und Stuttgart nominiert würden, sicher sei das aber keineswegs. Gerade für Spieler, die auf der Kippe stehen, könne eine Nicht-Nominierung kurz vor einem Finale mental problematisch werden.
Matthäus sprach sogar von einem „psychologisch nicht gut terminierten“ Zeitpunkt. Er verwies darauf, dass ähnliche Situationen Stuttgart bereits in der Europa League beschäftigt hätten, wenn Kaderentscheidungen unmittelbar vor wichtigen Spielen veröffentlicht wurden.

Vor allem beim VfB Stuttgart gibt es mehrere offene Personalien. Neben Alexander Nübel hoffen unter anderem Maximilian Mittelstädt, Angelo Stiller, Chris Führich oder Jamie Leweling noch auf ein Ticket für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Sicher im WM-Aufgebot scheinen dagegen mehrere Bayern-Profis um Joshua Kimmich, Jamal Musiala oder Jonathan Tah zu stehen. Auch über eine Rückkehr von Manuel Neuer wird aktuell diskutiert.
Zusätzlich betonte Matthäus, dass sich die Terminplanung stärker am Spielplan der Vereine orientieren müsse. Aus seiner Sicht hätte die Kadernominierung problemlos auch nach dem Pokalfinale stattfinden können. Gerade bei Spielern, die ohnehin unter enormem Druck stehen, könne eine öffentliche Nichtberücksichtigung unmittelbaren Einfluss auf Leistung und Fokus im Endspiel haben.

