Guardiolas Wechsel entscheiden das Topspiel – Chelsea vs. Manchester City in der Einzelkritik

Chelsea Manchester City
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Rein nominell fand am Donnerstag ein absolutes Spitzenspiel in der englischen Premier League statt. Chelsea bekam es zuhause mit Manchester City zu tun. Tabellarisch trennten beide aber Welten, denn Manchester City befindet sich im Titelkampf, die Blues nur im Mittelfeld. Wir liefern die Einzelkritik zum Spiel!

Manchester City gewinnt knapp bei Chelsea

Am Donnerstagabend traf in der Premier League der FC Chelsea auf Manchester City. Von einem Topspiel war die Partie im ersten Spielabschnitt aber weit entfernt. Chelsea zeigte ordentliche Ansätze, musste zweimal früh verletzt wechseln. City begann mit viel Ballbesitz, aber wenig Ertrag. Später wurde auch der Ballbesitz weniger, die Schärfe in den Zweikämpfen ließ nach. Mit dem 0:0 und der besten Chance für Chelsea ging es in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit spielte City dann endlich auf einem höheren Niveau und setzte die Blues auch gleich unter Druck. Prompt gab es Chancen, unter anderem einen Alutreffer. Zumindest danach stand es jetzt 1:1. Die City-Vorteile wurden indes etwas größer, Jack Grealish bediente Riyad Mahrez und das 0:1 resultierte. In der Folge war Manchester City das etwas bessere Team, aber aufgrund der Chelsea-Nöte war das auch nicht überraschend. Im Endeffekt reichte es zum knappen 1:0 für den Zweitplatzierten der Liga.

Benotet werden beide Mannschaften nach dem Schulnotensystem von 1-6. Auch x,5-Noten sind vorstellbar und möglich. Je ein Redakteur kümmert sich dabei um ein gesamtes Team. Spieler, die zu einem späteren Zeitpunkt eingewechselt werden und keinen signifikanten Einfluss mehr auf die Partie hatten, werden nicht mehr benotet.

Ein 19-Jähriger als Notenbester: Chelsea in der Einzelkritik

Kepa Arrizabalaga: Musste immer wachsam sein, das gelang in der Anfangsphase auch. Fing die ersten beiden Flanken souverän ab. Wenn er gefordert war, dann war er da. Sah beim 0:1 nach einer guten Stunde dann allerdings nicht ganz so gut aus. Note: 3,5

Cesar Azpilicueta: War zunächst hinten gebunden und wurde bei seinen wenigen Ausflügen nach vorne gleich mit langen Bällen geschickt. Die City-Bemühungen ließen früh nach, davon profitierte auch der Spanier. Nahm Foden zeitweise die Lust, clevere, kleine Fouls. Übte beim 0:1 nicht genügend Druck aus. Hatte Licht und Schatten in seinem Spiel. Note: 3,5

Kalidou Koulibaly: Ging im Aufbau nicht zu viel Risiko, weil Manchester City hoch presste. Verlor Haaland nach 37 Minuten einen Sekundenbruchteil aus den Augen, was direkt zur ersten Chance der Gäste führte. Sonst aber gut unterwegs. Lief zu Beginn der zweiten Halbzeit häufiger hinterher. Köpfte die hohen Bälle aber gewohnt sicher raus. Feierte sich selbst und Mitspieler bei gewonnen Zweikämpfen, weitgehend sehr ordentliches Spiel. Note: 3

Thiago Silva: Gewohnt als Ruhepol in der Defensive aktiv, schnappte sich auch gleich die ersten Zweikämpfe. Machte ein unauffälliges Spiel, war aber auch selten gefordert. Großchance nach einem ruhenden Ball vergeben, da waren 55 Minuten gespielt. Nach einer Stunde mit starkem Tackling in brenzliger Situation. Konnte sich nicht allzu viel vorwerfen lassen, der größte Sprinter ist er nun einmal nicht mehr. Note: 2,5

Marc Cucurella: Früh wachsam gegen die Angriffe der Skyblues, auch zu Beginn mit einer ersten kleinen Chance. Defensiv mit kleinen Wacklern, aber City konnte das nur selten ausnutzen. Auch in der zweiten Halbzeit eine Mischung aus guten Zweikämpfen und Situationen, in denen er sich zu leicht ausspielen ließ. Wurde in der Schlussphase vom Feld genommen. Note: 3,5

Denis Zakaria: Gegen den Ball gut, mit dem Ball verschleppte er mitunter das Tempo. Das war im Prinzip schon das Fazit seiner ersten Halbzeit. Viel unterwegs, scannte den Platz häufig nach De Bruyne und Gündogan und versuchte, ihre Kreise zu stören. In der zweiten Halbzeit mit zunehmender Dauer dann auch mit technischen Kabinettstückchen. Wirkt immer stabiler, muss die Formkurve fortführen. Note: 2,5

Mateo Kovacic: Wollte organisieren, nach gut 20 Minuten aber mit einem katastrophalen Ball direkt in den Fuß des Gegners. Die Defensive konnte aber klären. Sonst wie gewohnt verlässlich, auch unter Druck mit den richtig temperierten Pässen. Defensiv wie gegen Bernardo nach 57 Minuten sehr wach. Kluge Gelbe Karte für ein taktisches Foul kurz vor dem Ende, schoss vorher in einem Angriff zu früh und zu hektisch in Richtung Tor. Es wäre mehr drin gewesen, aber schlecht spielte er nicht. Note: 3

Hakim Ziyech: Tauchte offensiv fast überall auf, was sehr positiv zu bewerten war, denn Chelsea benötigte die Bewegung im Offensivbereich aufgrund der niedrigen Ballbesitzwerte. Als sich Chelsea verbesserte, wurde auch er auffälliger und initiierte viel, manchmal aber ohne Durchschlagskraft. Im Endeffekt kam für den Aufwand zu wenig Ertrag heraus. Note: 4,5

Christian Pulisic: Spielte gut 20 Minuten, war zweimal ganz ordentlich eingebunden, musste dann verletzt vom Feld. Keine Bewertung. 

Raheem Sterling: Musste ganz früh verletzt ausgewechselt werden. Keine Bewertung.

Kai Havertz: Musste viel hinterherlaufen, gute Idee in der 15. Minute für Aubameyang. Auch mit schönem Pass auf Pulisic eine Minute später. Sehr gute Bewegungen, auch an der Chance in der 24. Minute beteiligt. Fand die richtigen Räume, spielte aber auch den ein oder anderen Fehlpass, einmal leider im Konter ohne Gegnerdruck. Etwas unauffälliger, als City dominanter wurde. In der zweiten Halbzeit mitunter auch alleine gelassen. Note: 3

Einwechslungen von Chelsea

Pierre-Emerick Aubameyang (ab 5. für Sterling): Spiele ohne Ballbesitz sind für den Stürmer selten vergnüglich. So auch heute, musste viele Wege gehen, um den Gegner zuzulaufen. Blieb auch in der zweiten Halbzeit unauffällig, wurde wieder ausgewechselt. Note: 5

Carney Chukwuemeka (ab 22. für Pulisic): Gleich nach Einwechslung mit einem geblockten Schuss. Leider bei zwei Kontern zu ungenau, einmal wäre ein gutes Zuspiel für Aubameyang gleichbedeutend mit einer Großchance gewesen. Allerdings: Hatte die beste Chance mit einem guten Schuss an den Pfosten (44.). Mit zunehmender Spieldauer immer dynamischer, trieb viele Bälle nach vorne, legte kurz vor Schluss eine gute Chance vor. Note: 2

Conor Gallagher (ab 68. für Cucurella): Keine Bewertung mehr.

Lewis Hall (ab 68. für Ziyech): Keine Bewertung mehr.

Omari Hutchinson (ab 68. für Aubameyang): Keine Bewertung mehr.

Chelsea-Noten von Manuel Behlert

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De Bruyne und Foden fallen ab: Manchester City in der Einzelkritik

Ederson: Nicht sonderlich gefordert, musste nur zweimal unspektakulär eingreifen. Hätte durchaus öfter den Kurzpass wählen können statt den Ball hoch und weit zum Gegner zu schlagen. Note: 3,5

Kyle Walker (bis 45.): Auf ungewohnter Position als rechter Part der Dreierkette ein weitestgehend unauffälliger Auftritt mit dem ein oder anderen unsauberen Zuspiel. Sein größter Fehler: Kurz vor der Pause ließ er sich von Chukwuemeka nassmachen, der im Anschluss den Pfosten traf. Hätte böse ausgehen können. Zur Pause für Akanji ausgewechselt. Note: 4,0

John Stones: Citys sicherster Defensivakteur heute. Bereinigte einige Situationen, so auch eine Chance durch Cucurella mit einer Monstergrätsche. Auch in der Spieleröffnung stark: 97,7 Prozent seiner Zuspiele fanden den Mitspieler, genau wie sieben seiner acht langen Pässe – starke Quoten. Note: 2,5

Nathan Aké: Im ersten Durchgang defensiv noch solide, wackelte er nach dem Seitenwechsel. War nicht immer aufmerksam und hatte zu viele einfache Ballverluste. Auf der anderen Spielfeldseite traf er per Kopf den Außenpfosten, hatte dabei Pech, dass er vom eigenen Mann behindert wurde. Note: 4,0

Joao Cancelo (bis 45.): Heute in etwas ungewohnteren Gefilden unterwegs: Guardiola stellte ihn im rechten Mittelfeld auf. Dort versuchte er viel, hatte sogar eine halbwegs gefährliche Abschlussaktion, alles wollte ihm aber nicht gelingen. Wirkte hier und da etwas orientierungslos, auch im Pressing nicht immer mit dem besten Timing. Wurde aus taktischen Gründen nach 45 Minuten ausgewechselt. Note: 4,0

Rodri (bis 86.): Stark gegen den Ball, war hinten immer zur Stelle, wenn Gefahr drohte. Auch mit Ball einer der besten Skyblues, versuchte immer wieder die Halbräume zu attackieren. Einmal stieg er gleichzeitig mit Ake zum Kopfball hoch, behinderte seinen Teamkollegen damit beim Abschluss. Note: 2,5

Ilkay Gündogan: Im ersten Durchgang eher unauffällig, aber mit durchaus klugen Laufwegen im rechten Halbraum. Von dort aus gab er auch einen Schuss ab, schickte außerdem kurz vor der Pause Haaland gefährlich in die Gasse. Auch im Passspiel traute sich Gündogan etwas. Note: 3,0

Kevin De Bruyne: Katastrophale erste Halbzeit, in der ihm praktisch nichts gelang und selbst Grundlagen wie eine Hürde schienen. Leistungssteigerung nach der Pause, als seine Aktionen zielgerichteter wurden und er auch selbst in ordentliche Schusspositionen kam. Legte nach einem Konter zudem eine Großchance für Haaland auf. Die Leistung im ersten Durchgang zeichnet aber auch leider das Gesamtbild. Note: 4,5

Bernardo Silva (bis 60.): Holte sich im ersten Durchgang die Bälle immer wieder tief ab, fand aber selten aussichtsreiche Anspielstationen, weil kaum Tempo und Bewegung im Spiel der Citizens war. Nach dem Seitenwechsel kam er über den rechten Flügel, stellte mit seinen Dribblings die Gegenspieler immer wieder vor Probleme. War sich auch für die Arbeit gegen den Ball nicht zu schade. Note: 2,5

Phil Foden (bis 60.): So wahnsinnig viel lässt sich heute nicht über ihn erzählen, aus dem einfachen Grund, weil er kaum am Ball war. Auf dem linken Flügel komplett außen vor. Hatte nach dem Seitenwechsel eine zumindest etwas höhere Schlagzahl an Aktionen, die aber allesamt unerfolgreich blieben. Immerhin: Für Defensivarbeit war er sich nicht zu schade, gewann den ein oder anderen Zweikampf. Im Gesamtpaket dennoch zu wenig. Note: 5,0

Erling Haaland: Vorneweg: Er hat nicht getroffen. Das ist bei ihm durchaus eine Nachricht wert. Während das in Halbzeit eins durchaus seine Berechtigung hatte (lediglich ein Ballkontakt im gegnerischen Strafraum), bot sich dem Norweger im zweiten Durchgang eine gute Chance, bei dem nur Zentimeter zum 2:0 fehlten. Insgesamt fehlte ihm heute etwas die Bindung zum Spiel. Note: 4,0

Einwechslungen von ManCity

Rico Lewis (46. für Cancelo): Fügte sich im zentralen Mittelfeld ein, wo er seine Sache ordentlich machte. Unauffällig und mit wenig Risikobereitschaft, was für einen 18-Jährigen seines Formates aber auch völlig in Ordnung ist. Dafür erwies er sich als sichere Ballstation, brachte 100 Prozent seiner Pässe an den Mitspieler. Note: 3,0

Manuel Akanji (46. für Walker): Ordentlich im Spielaufbau und auch gegen den Ball gleich eins, zwei Male zur Stelle. Ansonsten ein weitestgehend unauffälliger Auftritt, was in dem Fall eher für als gegen ihn spricht. Note: 3,0

Jack Grealish (60. für Foden): Brachte mit einem seiner ersten Ballkontakte die Kugel scharf vors Tor und gab damit den Assist zum entscheidenden Tor. War ansonsten recht wenig eingebunden, spielte insgesamt nur acht Pässe – die immerhin allesamt ankamen. Machte sich dafür durch gute Arbeit gegen den Ball nützlich. Alles in allem ein runder Auftritt nach Einwechslung. Note: 2,5

Riyad Mahrez (60. für Silva): Was über Grealish als Vorbereiter geschrieben wurde, gilt für ihn als Torschütze: Kurz nach seiner Einwechslung war der Algerier goldrichtig zur Stelle und netzte zum Treffer des Tages ein. In der Folge besser im Spiel eingebunden als sein Pendant Grealish, ohne jedoch weitere Bäume auszureißen. Dafür half auch er gegen den Ball mit. Note: 2,0

Kalvin Phillips (86. für Rodri): Seine Einwechslung war die vielleicht schönste Nachricht des Abends, denn sie war gleichbedeutend mit einem Comeback. Nach langer Verletzung und der anschließenden WM mit England stand Phillips das erste Mal seit Monaten wieder in der Premier League auf dem Rasen. Für eine Bewertung hat es ob der kurzen Spieldauer nicht gereicht.

City-Noten von Michael Bojkov

(Photo by GLYN KIRK/IKIMAGES/AFP via Getty Images)

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