Manchester City zu Gast bei Chelsea: Die Jagd ist eröffnet

Chelsea empfängt am Donnerstagabend Manchester City. Hier sieht man Spieler von City.
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Vorschau | Am 19. Spieltag der Premier League empfängt Chelsea heute Abend an der Stamford Bridge Manchester City. Während die Blues in der Ergebniskrise stecken und dringend ein Erfolgserlebnis brauchen, wollen die Citizens in ihrer neuen Rolle als Jäger den Anschluss an die Tabellenspitze nicht verlieren.

Chelsea: Potters Magie ist verflogen

Es läuft nicht beim FC Chelsea. Sechs Punkte aus den letzten sieben Premier-League-Spielen und Tabellenplatz Zehn passen nicht zur Erwartungshaltung der Blues, die im Sommer beinahe 300 Millionen Euro in neue Spieler investierten. Seit der 1:4-Auswärtsniederlage gegen Brighton, ironischerweise Graham Potters Ex-Klub, scheinen die Westlondoner aus der Spur geraten zu sein. Dabei war der Start unter jenem Graham Potter, der Anfang September den entlassenen Thomas Tuchel ersetzte, vielversprechend: Neun Spiele blieben die von Potter trainierten Blues zunächst ungeschlagen. Doch diese Magie ist längst verflogen. Vor der WM-Pause verlor Chelsea dreimal in Folge in der Liga, dazu schied man im League Cup in der dritten Runde aus. Der Gegner: Manchester City.



Jetzt steht für die Blues ein Wiedersehen mit dem amtierenden Meister an, und der Zeitpunkt könnte kaum schlechter sein. Die Hoffnung, dass sich Chelsea mit dem 2:0 gegen Bournemouth am Boxing Day aus dem Formtief befördert hätte, wurden schnell enttäuscht. Am letzten Spieltag kam das Team von Graham Potter nicht über ein Unentschieden bei Abstiegskandidat Nottingham Forest hinaus. Sorgen bereiten dürfte Graham Potter dabei vor allem die Offensive seiner Mannschaft. Erst 20 Tore hat Chelsea geschossen, der mit Abstand schlechteste Wert von den Mannschaften in der oberen Tabellenhälfte. Der in letzter Minute für die Sturmzentrale verpflichtete Pierre-Emerick Aubameyang (33) ist bislang noch kein Faktor an der Stamford Bridge.

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Weil es bislang sportlich noch nicht läuft und die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb Stand jetzt akut gefährdet ist, will die neue Besitzerschaft Chelseas um den Amerikaner Todd Boehly nachbessern. Ungeachtet der hohen Summen, die bereits im Sommer ausgegeben wurden, sind die Blues auch im laufenden Winter-Transferfenster aktiv: Benoit Badiashile (21) von Monaco befindet sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge für eine Ablöse von rund 38 Millionen Euro im Anflug auf Westlondon. Darüber hinaus scheint der Transfer von Christopher Nkunku (25) zu Chelsea im kommenden Sommer für 60 Millionen Euro bereits seit einigen Wochen in trockenen Tüchern zu sein. Mangelnde Investitionen kann man Boehly und Co. also nicht vorwerfen.

Manchester City: Vom Gejagten zum Jäger

Manchester City war das Team der letzten Jahre in der Premier League. Die Citizens gewannen vier der letzten fünf Meisterschaften und lieferten sich dabei in der Regel epische Schlagabtausche mit Jürgen Klopps FC Liverpool. In der laufenden Saison bahnt sich ein Titelkampf mit einem neuen Protagonisten an, und Manchester City könnte dabei vom Gejagten zum Jäger werden. Der aktuelle Tabellenführer der Premier League heißt nämlich nicht Liverpool oder Manchester City, sondern Arsenal. Das Team von Mikel Arteta konnte in der laufenden Saison bislang in ganzer Linie überzeugen und gilt inzwischen als ernstzunehmender Titelkandidat. Vor dem Spitzenspiel gegen Chelsea befinden sich die Citizens mit acht Punkten Rückstand und einem Spiel weniger auf Rang Zwei hinter den Gunners. Dank dem Unentschieden Arsenals gegen Newcastle am Dienstag kann das Team von Pep Guardiola den Rückstand also auf fünf Punkte verkürzen.

Manchester City muss sich nun also der ungewohnten Rolle des Jägers annehmen. Die beiden richtungsweisen Duelle zwischen den Gunners und Citizens stehen noch aus, zum ersten Aufeinandertreffen kommt es am 15. Feburar im Emirates Stadium. Bis dahin heißt es für die Mannschaft von Pep Guardiola Gleichschritt mit Arsenal halten und Patzer der Konkurrenz bestrafen. Gegen Chelsea hätten die Citizens dazu die Chance. Aber auch im blauen Teil Manchesters ging zuletzt nicht alles nach Plan: Vor der WM verlor City völlig überraschend zuhause gegen Brentford, am letzten Spieltag mussten sich die Citizens nach einem Traumtor von Demarai Gray mit einem 1:1 zuhause gegen Everton begnügen.

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Die Lebensversicherung bei Manchester City ist diese Saison norwegisch und hört auf den Namen Erling Haaland (22). Der im Sommer vom BVB zu City gewechselte Stürmer stellt gefühlt jedes Wochenende neue Rekorde auf und hat in dieser Saison für City bereits unglaubliche 27 Tore erzielt, davon 21 in der Premier League. Zur Erinnerung: Wir haben Anfang Januar. In den Premier-League-Saisons 06/07, 08/09 und 10/11 hätte Haaland mit seiner Torausbeute jetzt schon den Golden Boot gewonnen. Kein Wunder also, dass Manchester City mit 44 Treffern die beste Offensive der Premier League hat und damit auch Chelsea vor Herausforderungen stellen will. Aber: Auch hinten stehen die Citizens stabil und haben die dritt-wenigsten Gegentore der Liga kassiert.

Erling Haaland im Trikot von Manchester City

Erling Haaland ist in dieser Saison bislang das Maß aller Dinge in der Premier League (Photo by Michael Regan/Getty Images)

Chelsea gegen Manchester City: Ein richtungsweisendes Spitzenspiel

Das Aufeinandertreffen von Chelsea und Manchester City am Donnerstagabend kann also einen richtungsweisenden Charakter haben. Verkürzen die Citizens den Abstand zur Tabellenspitze und stürzen Chelsea endgültig in die Krise? Oder gelingt den Blues der Befreiungsschlag? Mit Blick auf die aktuelle Tabelle fällt es schwer, die Guardiola-Elf nicht in der Favoritenrolle zu sehen. Auf Seiten von Chelsea gilt es, der Offensive von Manchester City um Erling Haaland und Co. Einhalt zu gebieten.

Auch die jüngste Bilanz spricht eher für das Team von Pep Guardiola. In der letzten Saison gewann City beide Spiele gegen Chelsea, auswärts an der Stamford Bridge war Manchester City zuletzt zweimal in Folge siegreich. Auch beim Personal sind die Citizens leicht im Vorteil. Zwar muss Pep Guardiola mit Rúben Dias (25) auf einen seiner wichtigsten Innenverteidiger verzichten, bei Chelsea ist das Lazarett aber deutlich voller. Armando Broja, N’Golo Kanté, Ruben Loftus-Cheek, Wesley Fofana und Ben Chilwell fehlen nach wie vor, dazu kommt Reece James, der sich am Boxing Day erneut verletzte und mindestens einen Monat pausieren muss.

Anstoß des Spitzenspiels am 19. Spieltag ist um 21 Uhr deutscher Zeit. Sky übertragt das „Match of the Week“ inkl. Vorberichten ab 20:30. Schiedsrichter der Partie ist Paul Tierney.

(Photo by Eddie Keogh/Getty Images)

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