Solksjaers letzte Chance? Fünf Fragen zum Manchester-Derby

Ole Gunnar Solskjaer (l.) und Pep Guardiola diskutieren beim Manchester-Derby am 7. Dezember 2020.
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News | Am Samstag (13.30 Uhr) kommt es zwischen Manchester United und Manchester City zu einem prestigeträchtigen Stadtderby. United-Trainer Ole Gunnar steht unter Druck, doch es gibt auch weitere Themen. 90PLUS hat fünf Fragen gesammelt.

Manchester United vs Manchester City

Wie ist die Ausgangslage?

Nach nur einem Punkt aus den vorherigen vier Spielen konnte Manchester United im Duell der angeschlagenen Trainer am Samstag einen 3:0-Erfolg über ein desolates Tottenham feiern. Ein Moment der kongenialen individuellen Brillanz von Bruno Fernandes und Cristiano Ronaldo brachte die Red Devils auf die Siegerstraße.



Anders als sein Gegenüber (Nuno Espirito Santo, 47) durfte Ole Gunnar Solskjaer (48) zunächst bleiben. Gerettet ist der Norweger damit nicht. Auch in dieser Saison holt ManUtd das mangelhafte Spielkonzept des 47-jährigen Trainers ein. Der Rückstand auf die Tabellenführung beträgt nun acht Punkte. Unter der Woche lieferte das Team bei Atalanta einen durchwachsenen Auftritt in der Champions League. Wieder war es Ronaldo, der dies durch sein spätes 2:2 kaschierte.

Drüben beim Stadtrivalen sieht es besser aus. Manchester City verlor zwar am Samstag 0:2 gegen Crystal Palace und hat nur drei Punkte mehr auf dem Konto. Für den Meister war es jedoch erst die erste Niederlage seit dem ersten Spieltag, und eine kuriose dazu. Nach sechs Minuten stand es aufgrund einer Unachtsamkeit von Aymeric Laporte bereits 0:1, ein Platzverweis des Innenverteidigers kurz vor der Pause erschwerte die Aufholjagd. ManCity dominierte auch in Unterzahl, im letzten Drittel fehlte es aber an der letzten Präzision. Zudem rehabilitierte sich die Mannschaft unter der Woche in der Champions League und schlug den Club Brugge mit 4:1.

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Was ist die bisherige Bilanz?

In der Premier League gab es das Duell zwischen Manchester United und Manchester City insgesamt 152 Mal. ManUtd gewann 59 Spiele, ManCity 45. 48 Mal endete das Derby Remis. Die Bilanz zwischen Ole Gunnar Solskjaer und Pep Guardiola (50) ist ebenfalls ziemlich ausgeglichen. In acht Pflichtspielen ging Solskjaer fünfmal als Sieger hervor, dreimal als Verlierer. Einmal gab es eine Punkteteilung.

Besonders in der jüngsten Vergangenheit war Solskjaer für Guardiola in der Premier League eine Art Angstgegner. Die letzten vier Ligaduelle blieb Manchester United unter der Leitung des Ex-Stürmers ungeschlagen, gewann dreimal. In allen vier Spielen hatte Manchester City in Sachen Ballbesitz übrigens das Übergewicht.

Für wen ist das Derby wichtiger?

Klare Antwort: Manchester United, genauer gesagt natürlich Ole Gunnar Solskjaer. Angeblich erhielt der 47-Jährige nach der 0:5-Blamage gegen den FC Liverpool drei Spiele, um seinen Job zu retten. Das Derby zu Hause gegen den Stadtnachbarn stellt also den Schlusspunkt einer entscheidenden Woche dar.

Eine Woche, in der ManUtd zwar gegen die Spurs gewann und einen wichtigen Punkt bei einem schweren Gegner in der Königsklasse mitnahm. Aber auch eine Woche, in der einmal mehr deutlich wurde, dass das Spiel des Rekordmeisters unter Solskjaer weiterhin von individuellen Momenten abhängt und somit nicht sehr nachhaltig ist. Darüber hinaus offenbarte das Team im Verbund weiterhin eklatante Mängel im Defensivspiel.

Doch auch Manchester City steht nach der Enttäuschung gegen Crystal Palace unter Zugzwang. Der Rückstand auf Tabellenführer Chelsea beträgt bereits fünf Zähler, auf Liverpool sind es zwei. Die Cityzens benötigen einen Dreier, um den Druck im Titelkampf aufrechtzuerhalten.

 

Wer ist der Favorit?

Ebenfalls eine klare Antwort: Manchester City. Der Unterschied in der individuellen Klasse ist überschaubar, aber in den Schlüsselposition eindeutig. Der Meister hat mit Rúben Dias (24) den besten Innenverteidiger Manchesters und ist mit Rodri (25) oder Ilkay Gündogan (31) insbesondere im strategischen Bereich deutlich besser ausgestattet.

Der größte Vorteil ist aber das Kollektiv: Die Mannschaft von Pep Guardiola verfügt über die um Welten ausgereiftere und bessere Spielanlage. Das Team setzt die Philosophie des Weltklasse-Taktikers vor allem im Ballbesitz in Perfektion um. Aber…

Was könnte der X-Faktor sein?

All das ist aber nur sekundär, wenn die Cityzens das Tor nicht treffen. Nach dem Abgang von Sergio Agüero (33, Barcelona) fehlt dem Meister ein Vollstrecker. Manchester City, das oft gegen tief-stehende Gegner ran muss, dominiert nahezu jedes Spiel, lässt aber die letzte Effizienz vermissen, um das auch in der Tabelle widerzuspiegeln.

Zwei Tore haben die Skyblues weniger auf dem Konto, als sie gemäß „expected Goals“ (xG) eigentlich hätten erzielen müssen. Liverpool (3 über xG) und vor allem Chelsea (7 über xG) demonstrieren eindrucksvoll, wie wichtige die Abschlussstärke ist. Denn rein nach „expected Points„, also die zu erwartenden Punkte gemessen an den eigenen und den gegnerischen Chancen in jedem Spiel, wäre Manchester City aktuell Tabellenführer – Manchester United übrigens Neunter.

Genau darin liegt am Samstag also die Chance für die Red Devils. Dank der individuellen Qualität im Angriff ist die Mannschaft sehr konterstark. Schafft es Manchester City also mal wieder nicht, seine Überlegenheit in Tore ummünzen – und dafür benötigt es auch defensiv eine gewaltige Leistungssteigerung –  müssen die schnellen Marcus Rashford (24 ), Mason Greenwood (20) und natürlich Solskjaers Überlebensversicherung Ronaldo zur Stelle sein.

Im letzten Ligaduell lief es übrigens ähnlich ab. Damals gewann Manchester United trotz 32 Prozent Ballbesitz mit 2:0. Auch damals stand Ole Gunnar Solskjaer übrigens mächtig unter Druck…

 

(Photo by Michael Regan/Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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