Premier League „Elf der Saison“: Viel Manchester City, alte Bekannte und Neulinge

Ilkay Gündogan und Mohamed Salah
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News | Die Saison 2020/2021 in England ist vorbei. Manchester City war das Nonplusultra. Keine Wunder also, dass der Großteil unserer „Elf der Saison“ in der Premier League aus Cityzens besteht.  

Zum Rückblick der Premier-League-Saison 2020/2021 

Tor: Emiliano Martinez (Aston Villa)

Bereits im Vorjahr deutete der Argentinier an, über welche Qualitäten er verfügt. Nach zehn Jahren beim FC Arsenal und zahlreichen Leihen, vertrat er im Saisonendspurt 2019/2020 den verletzten Bernd Leno und brillierte. Folglich hatten die Gunners im Sommer eine schwere Entscheidung zu treffen. Der Deutsche erhielt den Vorzug und Martinez wurde an Aston Villa verkauft.

Für die Villains war das ein Glücksfall. Der 28-Jährige entwickelte sich prompt zum wohl komplettesten und konstantesten Torhüter der Premier League, weshalb er den Kasten unserer Elf der Saison hütet. Nach 67 Gegentoren im Vorjahr, ließ Villa diese Saison nur 46 Tore zu. Martinez hatte mit 15 weißen Westen einen massiven Anteil daran.

Alternative: Nick Pope (Burnley) 

Rechtsverteidiger: Joao Cancelo (ManCity)

Zugegeben, der Portugiese brauchte bei Manchester City eine gewisse Anlaufzeit. Nach seinem 65 Millionen Euro teuren Wechsel von Juventus zu den Cityzens im Sommer 2019, startete er in dieser Saison allerdings so richtig durch. Ob hinten links oder hinten rechts, der 26-Jährige war 2020/2021 wohl einer der besten Außenverteidiger Europas. Ganz nach Pep Guardiolas Geschmack ist Cancelo durch maßgeschneiderte Zuspiele und Flanken auch in der Offensive eine Waffe.

Innenverteidiger: Ruben Dias (ManCity)

Als Manchester City im Sommer (erneut) einen Innenverteidiger suchte und 68 Millionen Euro für Ruben Dias auf den Tisch legte, sorgte das vielerorts für Skepsis. Doch binnen kürzester Zeit belehrte der 24-Jährige seine Kritikern eines Besseren. Dias avancierte zum Stammspieler und verwandelte die anfällige Abwehrreihe des Meister in ein wahres Bollwerk. Mit nur 32 Gegentoren – Ligabestwert – war die Defensive ein Grundstein für den Titelgewinn der Cityzens. Durch sein Organisationstalent, Zweikampfverhalten und Kopfballstärke war Dias ein großer Grund dafür. Sein Platz in der Premier League „Elf der Saison“ dürfte deshalb unbestritten sein.

Innenverteidiger: John Stones (ManCity)

Der van-Dijk-ähnliche Einfluss Dias‘ machte sich auch bei seinen Nebenmännern bemerkbar. Wie der Niederländer beim FC Liverpool, machte auch Dias bei Manchester City seine Mitspieler besser. Größter Profiteur war dabei John Stones, dessen Formschwankungen in den letzten Jahren durchaus ein Thema bei den Cityzens waren. 2020/2021 war davon nicht mehr viel zu sehen. Der Engländer bildete mit dem Portugiesen das beste Duo der Premier League und überzeugte ebenfalls durch konzentrierte und grundsouveräne Leistungen.

 

Linksverteidiger: Luke Shaw (ManUtd)

Noch ein Engländer, der vor der Saison viel Kritik erfuhr: Luke Shaw. Der Linksverteidiger wirkte nach seiner Ankunft aus Southampton im Sommer 2014 nicht immer in der besten Verfassung. 2020/2021 demonstrierte der 25-Jährige nun allerdings konstant, wieso Manchester United damals knapp 40 Millionen Euro für einen 18-Jährigen überwies. Shaw war in dieser Saison der beste Linksverteidiger der Premier League und damit eine einfache Wahl in der Elf der Saison. Er wirkte deutlich dynamischer als in den Jahren zuvor, verteidigte resolut. Darüber hinaus belebte Shaw durch seine Vorstöße und Zuspiele das Offensivspiel.

Weitere Alternativen: Wesley Fofana (Leicester), Vladimir Coufal (West Ham), Lucas Digne (Everton)

 

Mittelfeld: Tomas Soucek

West Ham United war 2020/2021 zweifelsohne die positive Überraschung der Premier League. Nach dem Abstiegskampf im Vorjahr, formte der einst umstrittene David Moyes eine schwer zu schlagende und sehr homogene Mannschaft. Die Vorleistung dafür wurde auf dem Transfermarkt geleistet. Mit Tomas Soucek und Rechtsverteidiger Vladimir Coufal landeten die Hammers bei Slavia Prag gleich zwei absolute Volltreffer. Vor allem Soucek verlieh dem Mittelfeld um Defensivstratege Declan Rice mehr Physis, Dynamik und Präsenz. Der 26-Jährige war in dieser Saison einer der gefürchtetsten Box-to-Box-Spieler der Premier League. Das zeigt beispielsweise seine stolze Ausbeute von zehn Toren.

Tomas Soucek von West Ham United

xJohnxWaltonx/Imago

Mittelfeld: Ilkay Gündogan

Ilkay Gündogan blühte 2020/2021 so richtig auf. Nach dem Abgang des langjährigen Mittelfeldgestalters David Silva lastete in dieser Saison deutlich mehr Druck auf den Schultern des Deutschen. Der 30-Jährige nahm die größere Rolle dankend an, explodierte zudem regelrecht, als er in Abwesenheit der verletzten Kevin De Bruyne und Sergio Agüero mit offensiveren Aufgaben betreut wurde. Gündogan spielte die wohl beste Saison seiner Karriere, erzielte in 28 Spielen 13 Tore und konnte damit seine Bestmarke aus der Saison 2018/19 (sechs Treffer) mehr als verdoppeln.

Mittelfeld: Bruno Fernandes

Wo wäre Manchester United ohne Bruno Fernandes? Vor allem aber: Wo wäre Ole Gunnar Solskjaer ohne Bruno Fernandes? Als der Portugiese im Winter 2019/2020 von Sporting ans Old Trafford wechselte, hatte der Trainer ein großes Problem. Seiner Mannschaft mangelte es an einer offensive Spielidee. Fernandes löste das Problem nahezu im Alleingang. Ob als Spielgestalter mit der zündenden Idee, als Vollstrecker mit einer tödlichen Schusstechnik oder als souveräner Elfmeterschütze: Der 26-Jährige personifiziert 2020/2021 das Offensivspiel des Vizemeisters. In 36 Spielen steuerte er 18 Tore und elf Vorlagen bei. Darüber hinaus führte er United mit fünf Toren und vier Vorlagen ins Finale der Europa League.

Weitere Alternativen: Wilfried Ndidi (Leicester), Declan Rice (West Ham), Kevin De Bruyne (Manchester City), Mason Mount (Chelsea)

 

Angriff: Harry Kane & Heung-min Son

Lange konnte die englisch-südkoreanische Kombination über die spielerischen Defizite der Spurs unter José Mourinho hinwegtäuschen, ehe der Portugiese letztendlich entlassen wurde.

Son und Kane machten aus relativ wenig viel, steuerten insgesamt 40 der 68 Saisontore Tottenhams bei. Obwohl Kane oftmals in tieferer Rolle agierte und somit ungewohnte Spielmacherqualitäten offenbarte (13 Vorlagen), sicherte er sich am Ende die Torjägerkanone. Son bestach wie so oft durch intelligente Bewegung, Dynamik und Abschluss (17 Tore, 10 Vorlagen).

Insbesondere das Zusammenspiel der beiden Angreifer sucht Seinesgleichen. 14 Tore legten sich der wechselwillige Kane und Son gegenseitig vor und stellten dadurch einen neuen Premier-League-Rekord auf.

 

Angriff: Mohamed Salah

So enttäuschend die Saison 2020/2021 für den FC Liverpool verlief, auf Mohamed Salah war Verlass. 22 Tore erzielte der Ägypter 2020/2021 und war dadurch maßgeblich dafür verantwortlich, dass der gebeutelte Vorjahresmeister noch die Champions League erreichte. Seine Dynamik und Wendigkeit bleibt nahezu unmöglich zu verteidigen. Sein Platz in der Elf des Jahres ist die Folge.

Weitere Alternativen: Jack Grealish (Aston Villa), Phil Foden (Manchester City), Patrick Bamford (Leeds)

 

Die 90PLUS Premier League „Elf der Saison“

Photo: xJonxSuperx/Imago

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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