Vizepräsident der UEFA droht Super League mit Konsequenzen: „Beispielloser Verrat“

Super League

News | Der Alleingang der zwölf Klubs, die sich zur Gründung der European Super League zusammengefunden haben, könnte laut eines Mitglieds des UEFA-Exekutivkomitees Konsequenzen haben.

UEFA: Super League eines der „größten Fiaskos im Weltfußball“

Die Super League steht zwar kurz vor dem Zusammenbruch und wurde durch den Abgang vieler Teams massiv geschwächt. Das Chaos der letzten Tage wird wohl ein Nachspiel haben. Karl-Erik Nilsson, Präsident des schwedischen Fußballverbandes, Erster Vizepräsident der UEFA und Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, hat dies gegenüber dem schwedischen Medium Fotbollskanalen mitgeteilt.

Er bezeichnete die letzten Tage als eines der „größten Fiaskos im Weltfußball“. Nilsson gab an „glücklich und stolz auf die Unterstützung von Fans, Spielern, Managern, der Politik und anderen Verantwortlichen im Fußball“ zu sein. Nun fühle sich die Situation gut an, aber es gebe natürlich „viele Wunden zu heilen“.

So sei auch die European Club Association (ECA) ein Opfer der Super League geworden. „Die 230 Klubs, die von ihnen (den zwölf ESL-Klubs; Anm. d. Red.) abgezockt wurden, winken das nicht einfach ab und können weitermachen“, so Nilsson, der von beschädigtem Vertrauen und persönlichen Beziehungen spricht. „Diese zwölf Vereine und ihre Vertreter ziehen sich mit unglaublicher Scham zurück“, betonte der 63-Jährige deutlich und hob deren Niederlage hervor: „Sie haben vielleicht die härteste Strafe erhalten: Nämlich, dass sie völlig versagt haben.“

Nilsson: Super League zerstörte Beziehungen mit der UEFA

Der Schwede befürwortet die klare Haltung der Fans, Spieler und Klubverantwortlichen, die sich in den vergangenen Tagen gegen die Super League aussprachen. Von den zwölf abtrünnigen Klubs ist Nilsson enttäuscht. „Es ist deprimierend, wenn man sie reden hört. Die Idee lehnen sie nach wie vor nicht ab. Sie halten sie anscheinend für gut und machen nur aufgrund der öffentlichen Meinungen einen Rückzieher.“

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kündigte schnell Strafen für die beteiligten Klubs an. Nilsson präsentierte sich ebenfalls verärgert. Mit Blick auf die Sitzung des UEFA-Exekutivkomitess am Freitag teilte er Folgendes mit: „Es ist gut, dass es noch ein paar Tage dauert und wir uns alle ein bisschen beruhigt haben.“ Das Vertrauen sei auf jeden Fall nachhaltig beschädigt. „Das wird Konsequenzen haben“, so Nilsson.

Er nannte das Vorgehen einen „beispiellosen Verrat mit einer kompromisslosen Verhandlungsart“. Dennoch will er die Vereine in Zukunft wieder in allen Wettbewerben dabei haben. Für die Fans, die Spieler und den Fußball. „Es sind nicht die Spieler, Manager oder Fans, sondern die Klubbesitzer, die sich auf einer Art und Weise verhalten haben, die inakzeptabel ist„, betonte der 63-Jährige.

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UEFA-Exekutivkomitee trifft sich am Freitag

Wie genau die Konsequenzen und mögliche Strafen aussehen, konnte er noch nicht verraten und wollte auch nicht darüber spekulieren. Egal wie sie aussehen, „das Vertrauen wurde erheblich beschädigt“, sagte er. Daran gebe es keine Zweifel. „Viele persönliche Beziehungen sind in den letzten zwei Tagen völlig zerstört worden“, so Nilsson.

Dass sich die Klubs aus der Premier League aufgrund einer großen Summe der UEFA zurückgezogen haben, glaube er nicht. „Ich denke, dass es eine komplette Lüge ist“, erklärte er und verwies auf den Druck der Öffentlichkeit. Dieser habe für den Austritt der englischen Teams gesorgt.

Man darf auf die Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am Freitag gespannt sein.

Foto: Imago

 

Damian Ozako

Als Kind von Tomas Rosicky verzaubert und von Nelson Haedo Valdez auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht worden. Geblieben ist die Leidenschaft für den (offensiven) Fußball. Seit 2018 bei 90PLUS.

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