55 Millionen Euro hat der FC Bayern 2024 für Michael Olise bezahlt. Zwei Jahre später taxiert ihn der Markt auf rund 170. Wer solche Zahlen produziert, muss regelmäßig dementieren.
„Kein Brief, kein Fax und keine Mail“
Jan-Christian Dreesen hat es am Dienstag im PresseClub München getan. Ob Olise bleibe? „Natürlich“, sagte der Vorstandschef. Auf die Frage nach Anrufen aus Madrid antwortete er lächelnd mit einem Wort: „Zero“. Und schob nach: „auch keinen Brief, kein Fax und keine Mail“.
Zuletzt hatte es geheißen, Olise habe während der WM einen Wechselwunsch geäußert. Dreesen dazu trocken: Es sei erstaunlich, was verbreitet werden könne, wenn man selbst wisse, was die Wahrheit ist.
Eine Anekdote lieferte er gleich mit. Im Freundeskreis sei er ständig auf Olise angesprochen worden – kein Einziger habe gesagt, bei 200 Millionen müsse man verkaufen. Für Dreesen ein Beleg dafür, wie tief der Franzose in München verankert ist.
Die Zahlen hinter dem Hype
| Saison | Pflichtspiele | Tore | Vorlagen |
|---|---|---|---|
| 2024/25 | 50 | 17 | 18 |
| 2025/26 | 57 | 25 | 28 |
53 Scorerpunkte in 57 Spielen. Das ist keine Steigerung mehr, das ist eine andere Kategorie. Dazu ein starkes Turnier in Nordamerika, in dem nur das Halbfinale gegen Spanien (0:2) daneben ging. Frankreich wurde Vierter, Olises Marktwert stieg trotzdem.
Ein Dementi ist keine Vertragsverlängerung
Die Faktenlage stützt Dreesen. Der Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2029, eine Ausstiegsklausel soll es nicht geben, und unverkäuflich hat die Klubführung Olise schon mehrfach genannt. Bayern muss diesen Sommer nichts verkaufen und will es auch nicht – Vincent Kompanys Kader ist ohnehin noch nicht fertig.
Nur: „Zero Anrufe“ heißt nicht „kein Interesse“. Es heißt, dass in Madrid niemand zum Hörer gegriffen hat, solange die Antwort ohnehin feststand. Real hat in solchen Fällen selten Eile, sondern Geduld.
Der Sommer 2026 ist damit erledigt. Über den Sommer 2027 hat heute niemand gesprochen.

