Benfica gegen Porto: Portugiesischer ‚O Clássico‘ unter anderen Vorzeichen

Marega (FC Porto) Vertonghen (Benfica) im Zweikampf
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Vorschau | Am Donnerstagabend steigt in Portugal ‚O Clássico‘, der portugiesische Klassiker zwischen Benfica Lissabon und dem FC Porto. Für beide Mannschaften geht es in diesem Duell zur Abwechslung mal nicht um die Meisterschaft. Auf dem Spiel steht die direkte Qualifikation für die Champions League.

Anpfiff der Partie ist am Donnerstag, 19:30 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Benfica: Erster Sieg gegen Porto seit fünf Spielen?
  • Intensives, hitziges Duell
  • Porto: Mini-Chance auf Meisterschaft

Benfica: Das erste Mal seit langem nicht unter den ersten Zwei

Für Benfica Lissabon ist es eine ernüchternde Saison. Zum ersten Mal seit der Saison 2008/2009 wird man die Saison aller Wahrscheinlichkeit nach nicht unter den ersten zwei Plätzen abschließen. Aktuell rangiert die Elf von Trainer-Rückkehrer Jorge Jesus (66) mit einer Ausbeute von 66 Punkten nur auf dem dritten Platz. Damit hat man satte zehn Punkte Rückstand auf Tabellenführer und Stadtrivalen Sporting Lissabon und vier Punkte Rückstand auf den Zweitplatzierten FC Porto. Bei noch vier ausstehenden Partien sind die Chancen auf die Meisterschaft kaum noch existent, lediglich die direkte Qualifikation zur Champions League ist noch möglich. Dafür ist ein Sieg in der kommenden Begegnung gegen Porto Pflicht. Sollte man das Duell für sich entscheiden, trennt Benfica nur noch ein Punkt von Platz zwei.

 

Im Hinspiel trennte man sich in einer hitzigen und umkämpften Partie 1:1. In einem ansehnlichen Spiel hatten beide Mannschaften haufenweise gute Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. In der Schlussphase der Partie wurde Porto-Stürmer Mehdi Taremi (28) nach Eingreifen des Videoassistenten mit Rot vom Platz gestellt. Zuvor hatte er Benfica-Verteidiger Nicolás Otamendi (33) mit einer Brutalo-Grätsche von den Beinen geholt und nur Gelb gesehen.

Benfica in der Vergangenheit deutlich unterlegen

In der Vergangenheit bekleckerten sich die Adler in den direkten Duellen gegen Porto allerdings nicht mit Ruhm. Seit wettbewerbsübergreifend fünf Partien wartet Benfica nun schon auf einen Sieg gegen Porto (ein Unentschieden, vier Niederlagen). Mit 2:1 gewann man Anfang März 2019 bei Porto und entschied damit die Meisterschaft zu seinen Gunsten. Es war die bis dato letzte Benficas. In der darauffolgenden Saison holte Porto sich den Titel und ging in beiden Clássico-Begegnungen als Sieger vom Platz.

Betrachtet man die letzten zehn Partien, wird die Dominanz Portos deutlich. Nur zwei Duelle konnte Benfica für sich entscheiden, zweimal trennte man sich Unentschieden und ganze sechsmal ging man als Verlierer vom Platz. Für die bislang enttäuschende Saison sind auch Partien wie gegen Gil Vicente vor ein paar Wochen verantwortlich (1:2). Seitdem hielt sich Benfica jedoch schadlos und ging in den letzten drei Begegnungen jeweils als Sieger vom Platz.

Team von Benfica Lissabon bejubelt Treffer

Photo: Pedro Fiuza / Imago

Gegen Porto wird man alles in die Waagschale werfen, um wenigsten die direkte Qualifikation für die Königsklasse zu erreichen. Dafür braucht es auch eine gute Leistung der deutschen Legionäre Julian Weigl (25) und Luca Waldschmidt (24). Beide gehören zur Stammformation von Jesus. Waldschmidt hatte einen guten Start, sammelte zuletzt aber lediglich einen Treffer und blieb blass. Weigl fehlte zuletzt zweimal aufgrund einer Gelbsperre und war unter anderem für die Geburt seiner Tochter freigestellt, ist aber dennoch ungemein wichtig für die Struktur und den Aufbau von Benficas Spiel.

Gegen Porto werden beide mit von der Partie sein. Jesus wird allerdings auf Torjäger Darwin Núñez (21), Mittelfeldspieler Adel Taarabt (31), Kapitän und Innenverteidiger Jardel (35) sowie Defensivspezialist Andreas Samaris (31) verzichten müssen. André Almeida (30) fehlt bereits länger aufgrund eines Kreuzbandrisses.

Porto: Mini-Chance auf Meisterschaft wahren

Die bessere Form hat in diesem Vergleich definitiv der FC Porto. Die Drachen sind in der Liga seit 24 Partien ungeschlagen. Aber warum hat man dann nichts mit der Meisterschaft zu tun? Grund dafür sind die vielen Remis gegen vermeintlich deutlich schwächere Teams. Durch eine zwischenzeitliche Phase von drei Unentschieden hintereinander musste man Sporting letztlich ziehen lassen. Dazu kommen zwei unnötige Niederlagen gegen Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld.

Das mag allerdings auch an der Belastung durch die Champions League gelegen haben. Dort schaffte man es bis ins Viertelfinale, wo man im Gesamtergebnis denkbar knapp am FC Chelsea scheiterte (0:2, 1:0). Für die Elf von Trainer Sérgio Conceição (46) ist die Meisterschaft noch durchaus denkbar, allerdings ist man auf Patzer von Sporting angewiesen. Die wirken jedoch sehr sattelfest und sind bislang noch ohne Niederlage.

Sergio Conceição (FC Porto) gegen Moreirense

Photo: Miguel Pereira / Imago

Von den ‚großen Drei‘ stellt Porto mit 61 erzielten Treffern die beste Offensive. Im Gegensatz dazu hat man mit 27 Gegentore mit Abstand die meisten Tore kassiert. In acht Spielen musste man bisher mindestens zwei Gegentore hinnehmen. „Es ist wichtig, dass diejenigen, die das Spielfeld betreten, erkennen, dass die Kunst des Verteidigens genauso schön ist wie die Kunst des Angreifens“, sagte Co-Trainer Vítor Bruno (38) nach der letzten Partie gegen den FC Famalicão (3:2). In den letzten Wochen wirkte die Defensive um Veteran Pepe (38) aber deutlich stabiler und ging vermehrt ohne Gegentor vom Platz. Porto kann mit einem Sieg den Druck auf Sporting weiter halbwegs aufrechterhalten, muss aber auch nach unten schauen, da Benfica Porto unbedingt von Platz zwei verdrängen will.

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Der knappe Sieg gegen Famalicão hat die Mannschaft ordentlich Kräfte gekostet. Unter anderem verletzte sich Mittelfeldspieler Jesús Corona (28). Der Mexikaner zog sich einen Muskelfaserriss zu und soll für das Duell gegen Benfica fraglich sein. Durch den Sieg gegen Famalicão wahrte man die leichte Chance auf die Meisterschaft. „Wir stehen alle zusammen und werden bis zum Ende kämpfen, um jedes Spiel zu gewinnen“, sagte Stürmer Toni Martínez (23).

Prognose

Benfica und Porto treffen seit langem mal wieder in einem Duell aufeinander, welches kein direktes Duell um die Meisterschaft ist. Porto hat die bessere Form, Benfica will aber unbedingt den zweiten Platz. Wie immer wird es eine intensive Begegnung sein, diesmal mit dem besseren Ende für die Gastgeber aus Lissabon.

Mögliche Aufstellungen:

Benfica Lissabon: Leite – Gilberto, Vertonghen, Otamendi, Grimaldo – Weigl – Rafa, Pizzi, Éverton – Waldschmidt, Seferovic

FC Porto: Marchesín – Nanú, Mbemba, Pepe, Manafá – Uribe, Grujic – Oliveira, Otávio – Taremi, Marega 

Photo: Miguel Pereira / Imago

Sarom Siebenhaar

Die Oranje-Connection entfachte seine Leidenschaft für den HSV. Durch zahlreiche Tiefen schmecken die vereinzelten Höhen umso süßer. Schätzt attraktiven Offensivfußball genauso wie kämpferische Höchstleistungen. Internationaler Top-Fußball findet sich nicht nur in den Big Five. Seit 2021 bei 90PLUS.

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