WM 2022 | Vorschau Gruppe A: Katar, Ecuador, Senegal, Niederlande

van Gaal WM 2022
WM-Spotlight

Am 20. November beginnt die Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Der Gastgeber eröffnet das Turnier, findet sich folglich in Gruppe A wieder. Komplettiert wird diese von Ecuador, dem Senegal und der Niederlande. Wir stimmen euch auf diese Gruppe ein.

Der Spielplan der Gruppe A

Katar vs. Ecuador (20. November, 17 Uhr)
Senegal vs. Niederlande (21. November, 17 Uhr)

Katar vs. Senegal (25. November, 14 Uhr)
Niederlande vs. Ecuador (25. November, 17 Uhr)

Ecuador vs. Senegal (29. November, 16 Uhr)
Niederlande vs. Katar (29. November, 16 Uhr)

Alle Kader der Gruppe A in der Übersicht 



Katar: Der Gastgeber will sich beweisen

Der Gastgeber eines großen Turniers wird in der Regel kritischer beäugt als viele andere Mannschaften. Nun trifft das auf Katar in mehreren Punkten zu. Neben den Kritikpunkten rund um die Turniervergabe gehört die Gastgebernation im Weltfußball nicht zu den Aushängeschildern. Die heimische Liga ist kaum nennenswert, auch wenn der ein oder andere Altstar nach Katar wechselt, um noch ein wenig mehr Geld zu verdienen. Der größte Star im Kader dürfte Akram Afif (25) sein, der bei Al-Sadd spielt und damit ist bereits vieles gesagt. Oder doch nicht? Der Gastgeber hatte schließlich viel Zeit, den Fußball im eigenen Land zu entwickeln. Denn das positive Bild, das das Emirat von sich selbst zeichnen will, soll auch auf sportlicher Ebene ausgemalt werden. 

WM 2022: Warum und wie wir berichten 

Eine Qualifikation musste Katar nicht durchlaufen. Der aktuell 50. der FIFA-Weltrangliste absolvierte folglich viele Testspiele. Die Ergebnisse? Oft nichtssagend. 0:0 gegen Slowenien, ein 0:2 gegen Kanada, ein 2:2 gegen Chile und ein 1:0 gegen Albanien in der Turniervorbereitung im November. Das sind Auszüge der Resultate Katars. Mal spielte das Team mit einer Dreierabwehr, mal mit einer Fünferkette. Viele Tore schießt das Team nicht, große Gegner spielte das Team zuletzt nur selten. Und wenn, dann gab es wie beim 0:3 gegen Portugal oder 0:4 gegen Serbien vor einem Jahr eine Abreibung. 

Katar bei der WM 2022: Spanische Einflüsse

Um zu verstehen, wie Katar Fußball spielen will, muss zunächst der Trainer genauer betrachtet werden. Sein Name ist Felix Sanchez Bas, er ist 46 Jahre alt, trainierte zehn Jahre in der Jugend des FC Barcelona. Spielt Katar also tiki-taka in der Lightversion? Nicht ganz. Aber einige Grundprinzipien des Ballbesitzfußballs lassen sich erkennen. Seit 2017 ist Sanchez Bas im Amt, seitdem hat sich die Mannschaft in vielen Elementen ihres Spiels weiterentwickelt. Das zeigt sich vor allem in Spielen gegen Gegner, die individuell auf einem ähnlichen Niveau agieren. Hier lässt Katar oft wenig zu, hat viele Ballbesitzphasen und kontrolliert die Partien weitgehend. 

WM 2022

(Photo by KARIM JAAFAR/AFP via Getty Images)

Gegen weniger starke Mannschaften setzt Katar gerne auf ein 4-3-3, je stärker der Gegner ist, desto defensiver agiert das Team. Eine Grundkompaktheit im Zentrum ist zweifelsohne vorhanden, hier agiert der Gastgeber häufig auch sehr diszipliniert. Probleme existieren eher in der Ordnung des eigenen Pressings, das nicht selten weniger gut abgestimmt wirkt. Zweifelsohne sei aber angemerkt, dass das Repertoire an individueller Klasse auch schnell an seine Grenzen stößt. Viel mehr scheint einfach nicht möglich zu sein. 

Die größten Fortschritte gab es in den letzten Jahren im Spiel mit dem Ball. Hier sieht Katar tatsächlich aus wie eine Mannschaft, die von einem Spanier trainiert wird, der Ballbesitzfußball denkt, fordert und lebt. Es sollte niemand erwarten, dass Katar gegen die Niederlande 70 % Ballbesitz haben wird, aber dieses Team ist in der Lage, auch unter Druck Lösungen zu finden, sich mit flachen Pässen zu befreien und den Ball über einen längeren Zeitraum in den eigenen Reihen zu halten.

Im Spiel nach vorne setzt Katar im Aufbau auf Passstaffetten, nicht wenige Treffer fielen als eine Folge von zehn, 15 oder noch mehr Pässen. Aus einem strukurierten Aufbau heraus soll versucht werden, das Tempo zu erhöhen und die Offensivspieler, die eine gute Geschwindigkeit mitbringen, in Szene zu setzen. Das kann auch gegen größere Nationen für den Erfolg sorgen, gleichzeitig wird der Druck auf die eigene Abwehr in diesen Spielen viel größer sein als in vielen Partien vor der WM. Denn: Seit 2018 spielte Katar gegen 38 Nationalteams außerhalb der Top-50 der Weltrangliste und nur gegen 18 „größere“ Teams.

Player to watch: Akram Afif

Akram Afif ist der Spieler, um den sich in der Offensive Katars fast alles dreht. Zehn Vorlagen steuerte er beim „Arab Cup“ 2019 bei und stellte damit einen Turnierrekord auf. Er erhielt in der Vergangenheit bereits viel Lob, auch von Xavi Hernandez, seinem ehemaligen Trainer im Verein. Seine Stärken sind schnell zusammengefasst: Technisch ist er einer der herausragenden Spieler in dieser Auswahl. Afif verfügt über ein sehr schnelles Auffassungsvermögen, spielt brillante und wohltemperierte Bälle hinter die Abwehr und verfügt im Konterspiel über die Fähigkeit, stets richtige Entscheidungen zu treffen. Das wird es bei diesem Turnier auch brauchen. 

Ecuador: Wohin geht die Reise?

Ecuador haftet in Südamerika ein wenig den Ruf der grauen Maus an, weil dieses Team nicht über eine Fülle an spektakulären Einzelspielern verfügt. Piero Hincapie (20) von Bayer Leverkusen gehört zu den spannendsten Akteuren, gleiches gilt für Mittelfeldregisseur José Cifuentes (23) vom Los Angeles FC. Auch spannend: Moises Caicedo (21) von Brighton, der eine gute Mischung aus Übersicht, Dynamik und Technik mitbringt. Im Vergleich zu anderen Teams aus Südamerika ist die Breite im Kader aber alles andere als ideal. Trainer ist Gustavo Alfaro (60), der seit 2020 im Amt ist. Der Argentinier führte die Mannschaft zum Turnier, etablierte einen Defensivstil, der durchaus beeindruckend ist. 

Selbst gegen hochkarätige Gegner wie Argentinien und Brasilien konnte Ecuador defensiv ordentlich mithalten. Zwar gab es meistens Niederlagen, aber diese fielen mit 0:1 oder 0:2 meistens relativ knapp aus. Beeindruckend: Sechs Spiele nacheinander absolvierte Ecuador zuletzt ohne Gegentor. Die Gegner: Irak, Japan, Saudi-Arabien, Kap Verde, Mexiko und Nigeria. Ein defensives Auftreten bei der WM 2022 erscheint aufgrund der Kräfteverhältnisse auch nur logisch.

Die Alfaro-Elf will die Gegner zermürben

Doch was macht die Mannschaft um Kapitän und Angreifer Enner Valencia (33) so stark? Steht Ecuador tief und macht die Räume eng? Ja, aber ganz so einfach ist es nicht. Zunächst einmal hat Trainer Alfaro in den letzten Jahren eine Ausrichtung gefunden, die der Mannschaft liegt. Dabei ist das System nicht einmal entscheidend und wird mitunter variiert. Viel wichtiger ist die Einstellung. Die Räume eng zu machen sollte generell jede Mannschaft schaffen, aber von Spieler eins bis elf sehr konzentriert und phasenweise auch aggressiv gegen den Ball zu arbeiten, ohne Struktur und Ordnung zu verlieren, ist schon etwas anspruchsvoller.

Erstaunlich ist, dass Ecuador die jüngste Mannschaft in der WM-Qualifikation in Südamerika war. In vielen Spielen war dieses Team nämlich sehr reif. Eine Kombination verschiedener Elemente zeichnet die Südamerikaner aus: Oft wird im 4-3-3 mit einem gut ausbalancierten Mittelfeld gespielt, die Offensivspieler, die auf den Außenbahnen agieren, müssen sowohl Geschwindigkeit haben, als auch mit dem Ball umgehen können. Gonzalo Plata (22, Real Valladolid) wäre hier federführend zu nennen. Viele Tore schießt das Team nicht, die Mittel, die zum Torerfolg führen können und sollen, sind entsprechend einfach. Konterangriffe, Standardsituationen und das Nutzen der Fehler des Gegners sind entscheidend.

Anzumerken ist auch, dass Ecuador keinesfalls auf Ballbesitz verzichtet, aber das Risiko gering hält. Leverkusens Hincapie ist ein wichtiger Spieler für den Aufbau, der das Tempo mit seinen Pässen vorgibt. Spielt er etwas forscher zwischen die Linien, wird eben jenes Tempo aufgenommen. Geduld ist vorhanden, Angriffe müssen nicht sofort in das letzte Drittel gespielt werden. Und gegen den Ball spielt die Mannschaft primär „unangenehm“, begeht einige Fouls, wenn es nötig ist. All das macht Ecuador zu einem Team, das den Gegner zermürbt, um zum Erfolg zu kommen. 

Player to watch: Moises Caicedo

Im Winter 2021 wechselte Moises Caicedo für rund fünf Millionen Euro zu Brighton, ist mittlerweile aber deutlich mehr Geld wert. Der Mittelfeldspieler ist im Zentrum zuhause und durchlief zuletzt einen beeindruckenden Reifeprozess. Caicedo macht nur wenige Fehler, ist passstark und mit seinem taktischen Verständnis sehr wertvoll für Verein und Nationalteam. Was Hincapie in der Abwehr ist, soll er im Mittelfeld sein: Ein Taktgeber. Er muss die Verbindung zwischen der Abwehr und der Offensive herstellen, Bälle sichern, die Mitspieler einsetzen und gleichzeitig wie gewohnt klug gegen den Ball arbeiten. 

Senegal: Die Mané-Frage und die guten Chancen

Der Senegal dürfte die afrikanische Auswahl sein, die mit den größten Hoffnungen in das Turnier geht. Kein Wunder, denn dieses Team hat eine größere Dichte an individuell hochklassigen Spielern als vergleichbare Nationen wie zum Beispiel Tunesien. Zudem ist das Trainer-Spieler-Konstrukt gefestigt, man kennt sich. Aliou Cissé (46) hat das Amt als Nationaltrainer schon seit 2015 inne. Der Senegal, 2002 erstmals bei einer Weltmeisterschaft vertreten, will es nun besser machen als 2018, als nach der Gruppenphase Schluss war. Mut macht die Gruppe, denn diese ist nun wirklich als machbar zu bezeichnen. 

Die Vorbereitung auf das Turnier wurde jedoch von der Verletzung von Sadio Mané (30) überschattet. Der wohl wichtigste Spieler in der Offensive und größte Star der Mannschaft verletzte sich im letzten Spiel des FC Bayern. Verband und Spieler geben alles, damit es für einen Einsatz reicht, es wurde sogar in Erwägung gezogen, einen „Hexendoktor“ zu konsultieren. Es wird aber ein Wettlauf gegen die Zeit, für das erste Spiel dürfte es ohnehin nicht reichen. Immerhin ist die Offensive mit Nicolas Jackson (21), Krepin Diatta (23), Ismaila Sarr (24) und Boulaye Dia (25) auch so prominent besetzt. 

Ein bisschen Euphorie darf erlaubt sein

Der amtierende Afrika-Cup-Sieger Senegal geht mit hohen Erwartungen an sich selbst in dieses Turnier. Die Gruppe sollte zu überstehen sein, gegenüber Ecuador und Gastgeber Katar haben die Afrikaner individuelle Vorteile, selbst ohne Sadio Mané. Organisator in der Abwehr ist Kalidou Koulibaly (31) vom FC Chelsea, der für Ordnung sorgen soll. Seine Erfahrung und vor allem auch seine Physis machen ihn zum idealen Abwehrchef, der zudem auch noch bei Offensivkopfbällen stark ist. Zudem ist er der Kapitän dieser Mannschaft. 

Gespielt wird in einem 4-3-3-System, wobei vor allem das Mittelfeldzentrum eine wichtige Bedeutung hat. Häufig spielt der Senegal mit zwei defensiv ausgerichteten Spielern im Zentrum, um die Balance zu halten. Außerdem können so die Außenverteidiger, beispielsweise Ismail Jakobs (23), noch aus der Bundesliga bekannt, nach vorne schieben. Diese unterstützen dann die Flügelspieler in der Offensive, sodass ein Mané mal nach innen ziehen kann und die Bahn freimacht. Insbesondere in Abwesenheit von Mané wird es auf Ismaila Sarr (24) vom FC Watford ankommen. In Sachen Geschwindigkeit und Finesse bringt dieser alles mit, die Entscheidungsfindung ist aber noch ausbaufähig.

Ansonsten finden sich beim Senegal einige Grundprinzipien des modernen Fußballs. Ein Mittelfeldspieler lässt sich gerne zurückfallen und unterstützt den Spielaufbau, das Einrücken der Außenspieler wurde bereits thematisiert. Viele Gegentore kassiert das Team indes nicht, beim Afrika-Cup Anfang des Jahres dauerte es bis zum Viertelfinale, ehe der erste Gegentreffer resultierte. Diese Qualität dürfte vor allem gegen Katar und Ecuador sehr wertvoll sein. 

Player to watch: Ismaila Sarr

Insbesondere in Abwesenheit von Superstar Mané wird es besonders auf Ismaila Sarr ankommen. 2016 wechselte er zum FC Metz, ein Jahr später zu Stade Rennais und 2019 zum FC Watford. Dort legte er physisch zu, ein Grundproblem blieb aber bestehen: Die Entscheidungsfindung. In der aktuellen Saison zeigte er in der Championship gute Ansätze, steht schon jetzt bei neun Torbeteiligungen. Wenn er es schafft, das Optimum aus sich herauszuholen, kann er ein sehr wichtiger Bestandteil dieser Mannschaft werden. 

Niederlande: Louis van Gaal will den Titel!

Der Favorit auf Platz eins in der Gruppe A kommt aus Europa. Die Niederlande gehört bei jedem Turnier zumindest zum erweiterten Kreis der Kandidaten für einen Platz unter den besten vier Nationen der Welt, auch diesmal. Trainer Louis van Gaal (71) zeigte sich im Rahmen der Kadernominierung bereits zuversichtlich und angriffslustig: „Im Durchschnitt ist dieser Kader talentierter als der, mit dem wir 2014 in Brasilien Dritter geworden sind. Ich und die Spieler wollen Weltmeister werden.“ Die Marschroute ist also vorgegeben, doch das Hauptaugenmerk liegt zunächst darauf, die Pflicht zu erfüllen und die Gruppe zu gewinnen.

Am letzten Turnier in Russland nahm Oranje nicht teil, umso größer ist der Wunsch, sich diesmal zu beweisen. Der Kader ist gespickt mit hochklassigen Spielern, alleine in der Innenverteidigung stehen mit Matthijs de Ligt und Virgil van Dijk zwei herausragende Verteidiger im Aufgebot. Frenkie de Jong, Denzel Dumfries, Steven Bergwijn, Cody Gakpo oder Memphis Depay: Die Liste der Topspieler ist lang, der Kader wirkt homogen zusammengestellt. Hinzu kommt ein Trainer, der weiß, wie er mit jungen Spielern umzugehen hat.

Niederlande: Typisches Spiel ohne die typische Formation

Ein Team der Niederlande, das nicht im 4-3-3-System, für das diese Nation berühmt ist, spielt, gleicht einer faustdicken Überraschung, ja fast einem Gesetzesbruch. Bondscoach van Gaal ließ seine Mannschaft aber zuletzt häufig mit einer Dreierkette agieren, was geduldet wird, weil viele Grundprinzipien des typisch niederländischen Fußballs beibehalten wurden. Die Elftal presst situativ sehr hoch und aggressiv, will dadurch hohe Ballgewinne erzwingen und im Anschluss daran schnell nach vorne spielen. Technisch sind die Spieler weitgehend sehr gut ausgebildet, viele entstammen den hochgelobten Akademien im Land.

Die Dreierkette mit flexiblen Außenverteidigern, die ihre Rolle sehr modern, also auch nach vorne schiebend interpretieren, ermöglicht Oranje die größtmögliche Fluidität auf dem Feld. Der Spielstil mit vielen Positionswechseln passt zur Mannschaft, die mit Spielern gespickt ist, die in mehreren Räumen ihre Stärken haben. Virgil van Dijk ist Dirigent und Abwehrchef, Frenkie de Jong gibt den Ton im Mittelfeld an und bestimmt das Tempo, Memphis Depay ist ein Angreifer, der in vielen verschiedenen Räumen auftritt, eine enge Ballführung mitbringt und sowohl als Torjäger als auch Vorbereiter seine Qualitäten hat.

Eine Symbiose aus Spielfreude, Freiheiten, aber gleichzeitig auch hervorragend einstudierten Passschemata sorgt dafür, dass die Niederlande ein sehr schwer zu bespielendes Team ist. Binnen weniger Minuten kann diese Mannschaft ein Spiel komplett auf den Kopf stellen, die Vielzahl der Spielertypen sorgt zudem dafür, dass die Ausrichtung schnell verändert werden kann. Der angesprochene Depay und Steven Bergwijn können mit ihrem Tempo und ihrer Dynamik im Sturm agieren, gleichzeitig fahren mit Luuk de Jong und Wout Weghorst zwei klassische, wuchtige Brecher mit zum Turnier nach Katar.

Klare Strukturen helfen, die Freigeister, die einen positiven Einfluss haben, doch irgendwie in ein taktisches Korsett zu zwingen, ohne sie ihrer Stärken zu berauben. Das beginnt bei der Absicherung der hochschiebenden Außenverteidiger, zieht sich über den Spielaufbau mit einem zurückfallenden Mittelfeldspieler bis hin zu einer klaren Raum- und Positionsbesetzung im Angriff. Die ganz großen Stars in der Offensive mögen fehlen, aber insgesamt bringt dieses Team vieles mit. Auffällig ist aber die Vielzahl an Spielen, in der defensiv die „0“ nicht steht. In neun von 15 Spielen unter Bondscoach van Gaal gab es einen Gegentreffer. Mindestens.

Player to watch: Frenkie de Jong

Es wurde bereits angesprochen, dass klare Strukturen notwendig sind, um die Freigeister einzufangen und für Ordnung auf dem Feld zu sorgen. Ein Spieler, der für die Herstellung dieser Ordnung unabdingbar ist, ist Frenkie de Jong (25). Technisch bringt der Barça-Profi alles mit, was ein zentraler Mittelfeldspieler benötigt. Er scannt den Platz mit seinen Augen, findet nahezu gleichzeitig im Kopf Lösung für entstehende Drucksituationen und ist überdies in der Lage, den Ball auch in Bedrängnis dorthin zu spielen, wo er hinmuss. Und das wohltemperiert. Auf ihn wird es ganz besonders ankommen, er wird auch für die Gegner ein Fixpunkt sein. Schaltet eine Mannschaft de Jong nämlich aus, könnte auch das Spiel der gesamten Mannschaft darunter leiden.

Prognose zur Gruppe A

Die Rollenverteilung in dieser Gruppe ist klar: Die Niederlande wird den ersten Platz belegen, sofern alles seinen gewohnten Gang geht. Danach wird vieles davon abhängen, ob der Senegal auf Sadio Mané bauen kann und wie sich der Gastgeber auf der großen Bühne präsentiert. Der Kader Ecuadors wirkt bis auf wenige Ausnahmen relativ bieder, rein individuell dürfte der Senegal die besten Karten auf das Achtelfinalticket haben. In der Vergangenheit sind Gastgeber, die eher dem Außenseitersegment zuzuordnen waren, aber nicht selten über sich hinausgewachsen.

(Photo by MAURICE VAN STEEN/ANP/AFP via Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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