WM 2022 | Viel Wiedergutmachungspotential auf beiden Seiten: Die Statistik-Vorschau zu Deutschlands Auftaktpartie gegen Japan

WM 2022 Deutschland Japan
WM-Spotlight

Vorschau | Am Mittwochmittag trifft das DFB-Team zum 1. Spieltag der Weltmeisterschaft 2022 auf Japan. Während Hansi Flick mit seinen Vorgängern mithalten will, geht es für sein Gegenüber Hajime Moriyasu darum, den letzten großen Trip nach Katar vergessen zu machen.

Hansi Flick und der Druck der Vorgänger: Fällt 2022 der Derwall-Rekord?

Wenn das DFB-Team am Mittwochmittag im Khalifa International Stadium zu Al-Rayyan antritt, steht einiges auf dem Spiel. Im Duell mit Japan geht es darum, die beiden verkorksten Turniere 2018 sowie 2021 aus dem kollektiven Gedächtnis auszuradieren. Beide Male verlor man das Auftaktspiel 0:1 und musste diese Hypothek durch die gesamte Gruppenphase tragen.

 



 

Dafür, dass diese Serie ein Ende findet, spricht die Bilanz gegen Japan. Zwei Partien gab es bereits, beides Freundschaftsspiele. Während einer Weltmeisterschaft trafen die Teams noch nicht aufeinander. Im Dezember 2004 gewann Deutschland dank eines Doppelpacks von Miroslav Klose sowie Michael Ballack 3:0 in Yokohama. Gut anderthalb Jahre später, Mai 2006, führten die Japaner durch zwei Treffer Naohiro Takaharas 2:0 in Leverkusen, bevor Klose und Bastian Schweinsteiger binnen fünf Minuten ausglichen. Kurios: Alle sieben Treffer in beiden Begegnungen fielen nach der Pause.

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Photo by JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images

Hansi Flick führte die DFB-Elf als erstes Team, neben Gastgeber Katar, zur Weltmeisterschaft. „Wir wollen das Maximum – und das Maximum bei der WM ist der Titel“, sagte er dem DFB-Journal. Seine Vorgänger zumindest lieferten bei ihren Debüts allesamt. Rudi Völler und Joachim Löw erreichten 2002, beziehungsweise 2008 jeweils das Finale. Jürgen Klinsmann bei der Heim-WM 2006 das Halbfinale und Platz 3. Der letzte Trainer, der gleich bei seinem ersten Versuch den Jackpot knackte, war Jupp Derwall mit dem EM-Titel 1980.

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Moriyasu, die „Tragödie von Doha“ – und ein großes Ziel für 2022

Für die diesjährige Weltmeisterschaft gab Japans Trainer Hajime Moriyasu gleich ein ambitioniertes Ziel aus: den erstmaligen Viertelfinaleinzug. 2018 war man gegen Belgien bereits nah dran, führte nach Treffern von Genki Haraguchi und Takashi Inui 2:0. Jan Vertonghen sowie Marouane Fellaini ließen die Partie allerdings wieder resetten. Als Japan bei einem eigenen Eckball die Entscheidung forcieren wollte, fingen sie sich stattdessen einen perfekt ausgespielten und von Nacer Chadli vollendeten belgischen Konter. Moriyasu erlebte die Partie als Co-Trainer Akira Nishinos auf der Bank mit.

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Photo by CHARLY TRIBALLEAU/AFP via Getty Images

Es dürfte nicht einmal die größte Enttäuschung in der Laufbahn des mittlerweile 54-Jährigen gewesen sein. Am 28. Oktober 1993 reiste er, damals noch als Mittelfeldspieler, mit seiner Auswahl zum entscheidenden Qualifikationsspiel gegen den Irak bereits einmal nach Katar, allerdings in die Hauptstadt Doha. Ein Sieg und Japans erste WM-Teilnahme wäre perfekt gewesen. Lange Zeit sah es sehr gut aus, Japan führte 1:0 und 2:1 – nur um sich in der 91. Minute nochmal zu verschlucken. Die Tatsache, dass der Nutznießer ausgerechnet Erzrivale Südkorea war, gab der Partie den Namen „Tragödie von Doha“ und die Mannschaft wurde in der Heimat zur „Klasse von Doha“.

Vier Jahre später, in Frankreich, war Japan allerdings dabei und verpasste seitdem keine einzige Weltmeisterschaft mehr. Lediglich Südkorea (zehn) konnte sich von den asiatischen Teams für noch mehr aufeinanderfolgende Weltmeisterschaften qualifizieren, als die Japaner (sieben). Wenngleich Moriyasu bei jener siebten WM das Viertelfinale anpeilt, wäre bereits das Achtelfinale einen neuen Rekord wert: Noch nie zuvor qualifizierte sich Japan bei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften für die K.O.-Runde.

Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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