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90PLUS » „Mehr Klarheit“: Lahm vermisst Spielidee bei WM-Debakel
WM 2026

„Mehr Klarheit“: Lahm vermisst Spielidee bei WM-Debakel

90PLUS
01.07.26, 09:46
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Philipp Lahm
Foto: Getty Images

Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm hat nach dem deutschen WM-Debakel in Nordamerika grundlegende Mängel benannt. „Generell fehlt uns schlicht eine Idee: Wie wollen wir Fußball spielen?“, schrieb der 42-Jährige in seiner WM-Kolumne für den kicker nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.

„Wir verändern System und Aufstellung, dann geht die Klarheit abhanden. Früher hatten wir die“, klagte Lahm: „Wer sind die acht Spieler, die in der Verantwortung stehen? Die anderen Top-Nationen haben sie.“

Lahm mit Kritik

Seine ernüchternde Bilanz nach der dritten enttäuschenden WM in Folge seit dem Triumph von Rio 2014: „Man hat keine Entwicklung der Mannschaft im Turnier gesehen. Keine Fortschritte. Keine Idee, wie sie agieren, wie sie zu Torchancen kommen, wie sie den Gegner vom eigenen Tor fernhalten will. Ich habe nie eine Mannschaft gesehen, die miteinander agiert.“

2014 habe es „sechs, sieben“ Führungsspieler gegeben. „Diese natürliche Hierarchie gibt es jetzt nicht mehr. Ein Miteinander vermisse ich seit Jahren. Es wurde viel gewechselt, was nicht geholfen hat, auch den Spielern nicht.“

Mit Blick auf die Zukunft forderte er: „Wir brauchen wieder mehr Klarheit, wie wir Fußball spielen wollen. Wir brauchen ein Bewusstsein fürs Verteidigen, als Mannschaft und in Eins-gegen-eins-Situationen. Jeder Zweikampf muss gesucht werden, als wäre er der letzte.“ Zusätzlich zu dieser Einstellung müsse man „eine Mannschaft entwickeln und diese nicht durch System- und Personalveränderungen immer wieder verändern“.

Zur Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann, der noch einen Vertrag bis 2028 hat, äußerte sich Lahm zurückhaltend. „Natürlich“ trage er für das Ausscheiden die Verantwortung. „Schon bei der Heim-EM haben wir nicht wirklich geglänzt. Danach blieb eine Entwicklung aus. Jetzt zu den Top 32 der Welt zu zählen, kann nicht unser Anspruch sein. Deswegen muss er hinterfragt werden.“

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