Borussia Mönchengladbach hat im Fall Joe Scally offenbar einen ernsthaften Interessenten gefunden. Nach Informationen von Sky Sport Deutschland möchte Olympique Marseille den Rechtsverteidiger verpflichten. Zwischen dem französischen Erstligisten und der Borussia laufen bereits Gespräche über einen möglichen Wechsel des 23-Jährigen.
Eine finale Entscheidung ist laut dem Bericht noch nicht gefallen. Klar ist aber: Scally steht in Gladbach auf der Verkaufsliste – und er selbst ist einem Abschied grundsätzlich nicht abgeneigt. Marseille ist dabei nicht der einzige Klub, der die Personalie beobachtet.
Gladbach hat auf der rechten Seite längst nachgelegt
Der Grund für Scallys Situation liegt im Kaderumbau der Fohlen. Mit Yukhym Konoplia hat Gladbach in diesem Sommer bereits einen neuen Rechtsverteidiger verpflichtet, der allerdings zunächst verletzt ausfällt. Hinzu kommt Neuzugang Daiki Hashioka, der die rechte Außenbahn ebenso besetzen kann wie die Innenverteidigung. Sportlich sieht der Verein damit keinen Bedarf mehr an Scally.
Der US-Amerikaner besitzt in Mönchengladbach noch einen Vertrag bis 2027. Genau diese Konstellation macht ihn für interessierte Klubs attraktiv: Ein Spieler, der abgegeben werden soll und dessen Kontrakt nur noch ein Jahr läuft, ist selten teuer. Marseille, das in diesem Sommer gezielt nach günstigen Verstärkungen sucht, hat das offenbar registriert.
Auch Fulham und Bournemouth beobachten die Personalie
Marseille hat allerdings Konkurrenz. Wie Get French Football News unter Berufung auf Sky Sport Deutschland berichtet, sollen auch der FC Fulham und AFC Bournemouth an Scally interessiert sein. Der Journalist Marlon Irlbacher hatte zuvor bereits berichtet, dass der Verteidiger den Verein in diesem Sommer verlassen darf.
Zuletzt hatte es allerdings so ausgesehen, als würden sich die englischen Optionen zerschlagen. Laut 90min stand zwischenzeitlich sogar ein Platz auf der Tribüne im Raum, falls sich kein Abnehmer findet. Persönlich soll Scally einen Wechsel auf die Insel bevorzugen – ob er dem Angebot aus Südfrankreich zusagen würde, ist bislang offen.
167 Pflichtspiele für die Borussia
Scally kam 2021 aus der Akademie von New York City FC nach Mönchengladbach und etablierte sich dort schnell als Stammspieler. Insgesamt stehen 167 Einsätze für die Borussia zu Buche, in denen dem Außenverteidiger fünf Tore und neun Vorlagen gelangen. Für die US-Nationalmannschaft absolvierte er bislang 28 Länderspiele, bei der vergangenen Weltmeisterschaft im eigenen Land kam er zweimal zum Einsatz.
Für Gladbach geht es bei einem Verkauf auch um Planungssicherheit. Läuft der Vertrag weiter aus, droht im kommenden Sommer ein ablösefreier Abgang. Eine Einigung mit Marseille – oder einem der englischen Interessenten – würde der Borussia dagegen noch eine Ablöse einbringen, die für weitere Kaderplanungen genutzt werden könnte.
Ein Wechsel nach Marseille wäre für Scally sportlich kein Rückschritt. Olympique zählt in der Ligue 1 seit Jahren zu den ambitioniertesten Klubs hinter Paris Saint-Germain und bietet ein internationales Umfeld, das für einen Nationalspieler durchaus reizvoll sein kann. Gleichzeitig ist bekannt, dass der Verein wirtschaftlich diszipliniert agieren muss und deshalb bevorzugt auf Spieler mit auslaufenden oder kurzen Verträgen setzt – ein Profil, in das Scally exakt passt.
Aus Gladbacher Sicht wäre eine schnelle Lösung die beste Variante. Je näher das Transferfenster seinem Ende kommt, desto geringer wird der Verhandlungsspielraum – und desto größer die Gefahr, dass am Ende gar keine Ablöse steht. Sportlich hat sich der Klub auf der Position bereits doppelt abgesichert, wirtschaftlich fehlt bislang der entsprechende Gegenwert.
Wie es weitergeht
Bis zum Ende des Transferfensters bleibt beiden Seiten noch Zeit. Solange kein konkretes Angebot auf dem Tisch liegt, bleibt Scally Teil des Gladbacher Kaders – mit unklarer Perspektive. Die Gespräche mit Marseille dürften in den kommenden Tagen zeigen, ob aus dem Interesse ein Transfer wird.

