Rund 50 Millionen Euro hat der FC Bayern 2024 für João Palhinha gezahlt. Rund 25 Millionen stehen jetzt als Ablöse im Raum. Der Portugiese ist sich mit Aston Villa längst einig – blockiert wird der Wechsel von einer Frage, die mit dem Spieler nichts zu tun hat.
Der Spieler ist entschieden, die Klubs sind es nicht
Nach Informationen von Fabrizio Romano hat sich Palhinha mit Aston Villa auf die persönlichen Bedingungen verständigt und den Bayern seinen Wechselwunsch mitgeteilt. Auch die Struktur eines Deals wurde zwischen den Beteiligten bereits durchgesprochen. Nur zwischen den Vereinen bewegt sich nichts.
Villa hat ein konkretes Angebot bei Sportvorstand Max Eberl hinterlegt: Leihe mit anschließender Kaufoption. Bayern lehnte ab. Die Münchner wollen einen festen Verkauf und keine zweite Ausleihe – Palhinha hat die vergangene Saison bereits auf Leihbasis bei Tottenham verbracht, wo eine Kaufoption von rund 30 Millionen Euro bestand und nicht gezogen wurde.
Warum Villa drängt
Der Bedarf in Birmingham ist real und ausgesprochen. Damian Vidagany, Director of Football Operations beim Europa-League-Sieger, bestätigte die Gespräche nach dem Testspiel gegen Bayern in Hongkong und verwies auf den langfristigen Ausfall von Amadou Onana – nach seinen Angaben für die gesamte Saison. Dazu ist Youri Tielemans im Juli zu Manchester United gewechselt. Villa fehlt schlicht ein Sechser.
Für Bayern ist die Lage umgekehrt komfortabel und unangenehm zugleich. Sportlich ist Palhinha ersetzt: Kompany plant im Zentrum mit Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlović, Konrad Laimer, Tom Bischof und dem jungen Bara Ndiaye. Wirtschaftlich aber wäre eine erneute Leihe ein weiteres Jahr ohne Erlös bei laufendem Vertrag bis 2028.
Der Kalender arbeitet gegen München
Bayern hat für diesen Sommer entschieden, auch bei weiteren Abgängen keinen Ersatz mehr zu holen. Das erhöht die Verhandlungsmacht nicht – im Gegenteil: Villa weiß, dass die Münchner verkaufen wollen, und kann die Zeit laufen lassen. Sky-Reporter Florian Plettenberg hält es für denkbar, dass Bayern eine Leihe mit Option am Ende als kleineres Übel akzeptiert.
Bis zum Ende des Transferfensters am 1. September stehen für Bayern der Supercup in Dortmund und der Ligastart gegen Stuttgart an. Palhinha trainiert regulär mit der Mannschaft. Er ist 31 Jahre alt, das ist in dieser Rechnung keine Nebensache.
Ein Preisschild, das niemand mehr bezahlt
Zwei Sommer, zwei Klubs, kein Stammplatz: Der teuerste Sechser der jüngeren Bayern-Geschichte hat in München nie das gespielt, wofür er geholt wurde. Der Rekordmeister verlangt jetzt die Hälfte des damaligen Preises und bekommt dafür kein Angebot, sondern eine Konstruktion. Wer einen Spieler verkaufen muss, verhandelt nicht über den Preis. Er verhandelt über die Zeit.

