Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini hat FIFA-Präsident Gianni Infantino angezeigt. Der Franzose wittert eine Verschwörung um seine Person.
Als wäre die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nicht schon genug Trubel, so hat FIFA-Präsident Gianni Infantino nun noch eine Anklage gegen sich am Hals. Ausgerechnet ein ehemaliger Kollege und Vorgesetzter hat den gebürtigen Schweizer nun in Frankreich angezeigt.
Dabei handelt es sich um den einstigen Präsident der UEFA Michel Platini, unter dem Infantino noch im Jahr 2015 als Generalsekretär gearbeitet hatte. Ein Jahr später stieg Infantino zum FIFA-Präsidenten auf. Genau um diese Situation vor über zehn Jahren geht es nun in der Strafanzeige gegen den FIFA-Präsidenten sowie fünf weitere frühere Schweizer Justiz- und Fußballfunktionäre. Das jedenfalls teilte ein Sprecher Platinis nun wenige Tage vor dem Beginn der WM 2026 mit, wie der Kicker berichtet.
Platini klagt FIFA-Präsident Infantino an – wegen „Verschwörung“
Doch worum genau geht es? Nach Ansicht des 70-jährigen Franzosen habe es vor der Wahl in den Jahren 2015 und 2016 eine Verschwörung gegen ihn gegeben. Demnach habe Platini lange Zeit geglaubt, zum FIFA-Präsidenten gewählt werden zu können. Doch falsche Anschuldigungen sowie unzulässige Einflussnahme durch die Beschuldigten sollen das Vorhaben des einstigen Nationalspielers Frankreich verhindert haben.
Mit der Anklage kämpft Platini nun im Nachgang für „Gerechtigkeit“. Neben der Strafanzeige läuft wohl auch eine Zivilklage gegen die FIFA auf Schadensersatz. Schon im Jahr 2022 hatte Platini bereits ähnliche Vorwürfe geäußert, nun scheinen seine Anwälte Nägel mit Köpfen machen zu wollen.

Platini, der damals als Favorit auf die Nachfolge von Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter galt, geriet im Jahr 2015 ins Visier der Schweizer Justiz – aufgrund von diffusen Zahlungen. Im vergangenen Jahr wurde das Verfahren wegen mutmaßlichen Betrugs zulasten der FIFA jedoch rechtskräftig fallengelassen.

