Protestaktionen Katar-WM: Jürgen Klopp nimmt Spieler in Schutz

WM-News

News | Bei der Fußball-Weltmeisterschaft werden unterschiedliche Protestaktionen erwartet. Nun nahm Liverpool-Coach Jürgen Klopp die Spieler aus der Pflicht, für derartige Statements zu sorgen, da der Hauptfehler bereits bei der Vergabe nach Katar geschehen sei. Die Akteure auf dem Platz leben vielmehr ihren, womöglich einmaligen, sportlichen Traum.

Jürgen Klopp: Erwartungshaltung an Spieler ist nicht fair

Der deutsche Trainer des FC Liverpool, Jürgen Klopp (55), ist den Spielern, die an der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar teilnehmen, in die Bresche gesprungen. Anlass seines Statements ist eine, aus seiner Perspektive, mittlerweile überbordende Erwartungshaltung der Öffentlichkeit hinsichtlich möglicher Protestaktionen der aktiven Protagonisten. In einem Interview mit Sky erklärte er:

„Ich verstehe zu 100 Prozent, dass wir darüber sprechen, aber es ist nicht fair, jetzt mit den Spielern zu sprechen und ihnen die Verantwortung zu übertragen, weil es mehr als zehn Jahre her ist, dass andere Leute entschieden haben und wir alle die Entscheidung (für Katar als Gastgeber) akzeptiert haben.“



Des Weiteren wurde er mit der Frage konfrontiert, was er von der One Love-Armbinde halte, die während des Turniers von den Kapitänen aus England, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, der Schweiz und Wales getragen wird.

„Das ist absolut in Ordnung. Aber was mir nicht gefällt, ist, dass wir von ihnen (den Spielern) erwarten, dass sie etwas tun. Sie gehen dorthin, um Fußball zu spielen. Das große Turnier wurde von anderen Leuten organisiert und geplant.“

Klopp hatte sich wiederholt gegen eine Austragung der Endrunde in Katar positioniert. Das Land vom Persischen Golf steht, aufgrund der Missachtung diverser Menschenrechte, seit langer Zeit in der Kritik.

Mehr News und Stories rund um die WM in Katar

(Photo by OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

Steven Busch

Die Außenristpässe eines Tomás Rosicky entfachten seinen Enthusiasmus für den Fußball und die Affinität zu den schwarzgelben Borussen aus dem Ruhrgebiet. WM-Held Mario Götze brach ihm mit dem Wechsel in den Süden der Republik einst sein Fanherz und der Glaube an die Fußballromantik musste leiden. Wenn sein persönlicher Traum von der professionellen Fußballkarriere schon platzen musste, entschied er sich dem Sport aus journalistisch-kritischer Perspektive erhalten zu bleiben.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ähnliche Artikel

FIFA gab Anweisungen: So sollte Infantino auf den TV-Bildern aus Katar abgebildet werden

FIFA gab Anweisungen: So sollte Infantino auf den TV-Bildern aus Katar abgebildet werden

13. Januar 2023

News | In den Wochen nach der WM deckten immer mehr Medienberichte auf, mit welchen Mitteln die FIFA versuchte, das Turnier in Katar zu beschönigen. Offenbar machte sich der Weltverband auch Gedanken darüber, wie Gianni Infantino auf den TV-Bildern zu sehen sein soll.  Infantino hatte „Handyverbot“ Für die WM in Katar hat die FIFA offenbar genaueste Anweisungen […]

Jahresawards 2022: Was ist das Tor des Jahres?

Jahresawards 2022: Was ist das Tor des Jahres?

31. Dezember 2022

Das Fußballjahr 2022 neigt sich dem Ende entgegen, also ist es Zeit für die Jahresawards. In sieben Kategorien lassen wir das Jahr noch einmal Revue passieren. Die siebte und letzte Kategorie wirft noch einmal einen Blick zurück auf die schönsten Tore des Jahres.  Tore sind essenziell im Fußball. Fans schauen die Spiele einerseits um mitzufiebern, […]

Jahresawards 2022: Wer ist Trainer des Jahres?

Jahresawards 2022: Wer ist Trainer des Jahres?

30. Dezember 2022

Das Fußballjahr 2022 neigt sich dem Ende entgegen, also ist es Zeit für die Jahresawards. In sieben Kategorien lassen wir das Jahr noch einmal Revue passieren. Die sechste Kategorie kümmert sich um die Trainer des Jahres.  Nun, den Trainer des Jahres zu bestimmen, gestaltet sich generell eher schwierig. Jeder Trainer arbeitet natürlich mit anderen Voraussetzungen […]