Am Wochenende startet die deutsche Fußballnationalmannschaft in die WM. Ein ehemaliger DFB-Schützling traut dem Team von Julian Nagelsmann viel zu.
Die Diskussionen im Vorfeld der WM 2026 im deutschen Lager sind groß. Kann sich der DFB Hoffnungen auf den nächsten WM-Titel nach 2014 machen, oder ist die Konkurrenz zu stark? Die Meinungen sind zwiegespalten, klar ist aber, dass Julian Nagelsmann und seine Jungs nicht als Favoriten auf dem nordamerikanischen Kontinent antreten.
Dennoch glauben nicht wenige an ein erfolgreiches Turnier. Auch Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah schätzt die deutschen Chancen nicht schlecht ein – allerdings unter gewissen Voraussetzungen. Der langjährige Schalke-Profi weiß selbst aus eigener Erfahrung, worauf es bei einer WM ankommt.
Asamoahs WM-Einschätzung: „Viertelfinale realistisch, aber…“
Bei den Weltturnieren 2002 und 2006 war er jeweils für den DFB-Kader nominiert, beide Male schaffte er es damals bis mindestens ins Halbfinale. Im Interview mit dem Merkur erklärte der 47-Jährige, welcher Faktor im Hinblick auf die WM-Chancen verschiedener Nationen häufig unterschätzt wird.
„Qualität allein reicht nicht. Wenn die Chemie nicht stimmt, bekommst du Probleme“, so der Vizeweltmeister von 2002, und weiter. „Ein Trainer muss deshalb genau überlegen, welche Charaktere er mitnimmt. Die erfolgreichsten Mannschaften sind meist die, die als Einheit auftreten.“
Daher sind die Spieler, die nicht regelmäßig in der Startelf oder auf dem Platz stehen, genauso wichtige für die Chemie in der Mannschaft: „Wenn Ersatzspieler die Mannschaft antreiben, mitfiebern und ihren Teil zum Erfolg beitragen wollen, dann merkst du, dass etwas entsteht.“ Bei der Heim-WM in Deutschland im Jahr 2006 etwa war genau das der Fall, erklärt Asamoah.

Für das anstehende Turnier in den USA, Kanada und Mexiko sieht der einstige Verteidiger die deutsche Nationalmannschaft nicht in der Favoritenrolle. „Die Qualität ist da, aber die Konkurrenz ist enorm stark. Ein Viertelfinale halte ich für realistisch.“ Allerdings: „Deutschland ist eine Turniermannschaft. Wenn die Mannschaft ins Rollen kommt, kann auch mehr möglich sein.“ Für den großen Coup abschreiben würde er die Nagelsmann-Elf also auf keinen Fall.

