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90PLUS » Atlético vs. Real Madrid: Derbi Minimalismo
La Liga

Atlético vs. Real Madrid: Derbi Minimalismo

Michael Bojkov
20.03.24, 13:54
Michael Bojkov
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Atletico Real Madrid
FILE PHOTO (EDITORS NOTE: COMPOSITE OF IMAGES - Image numbers 1045308578 ,1395582918 - GRADIENT ADDED) In this composite image a comparison has been made between Diego Simeone, Manager of Atletico Madrid (L) and Carlo Ancelotti of Real Madrid CF. Atletico Madrid and Real Madrid meet in the Madrid Derby also known as El Derbi Madrileño, or simply El Derbi on September 18,2022 at the Civitas Metropolitano Stadium in Madrid, Spain.***LEFT IMAGE*** MADRID, SPAIN - OCTOBER 03: Head coach Diego Pablo Simeone of Club Atletico de Madrid looks on prior to the Group A match of the UEFA Champions League between Club Atletico de Madrid and Club Brugge at Estadio Wanda Metropolitano on October 3, 2018 in Madrid, Spain. (Photo by David Ramos/Getty Images) RIGHT IMAGE*** MADRID, SPAIN - MAY 04: Head coach Carlo Ancelotti of Real Madrid CF looks on during the UEFA Champions League Semi Final Leg Two match between Real Madrid and Manchester City at Estadio Santiago Bernabeu on May 04, 2022 in Madrid, Spain. (Photo by David Ramos/Getty Images)

Vorschau | Zum Abschluss des 6. Spieltags in La Liga empfängt Atlético Rivale Real Madrid zum Stadtderby. Die Vorzeichen sind unterschiedlich: Während bei den „Rojiblancos“ noch etwas Sand im Getriebe steckt, wollen die Königlichen ihre Siegesserie ausbauen.

Anpfiff der Partie ist am Sonntagabend um 21 Uhr, live auf DAZN.

  • Atlético: Nach vorne geht wenig
  • Real Madrid mit perfektem Saisonstart
  • Wie werden es die Teams angehen?

Atleti, wie es leibt und (nicht) lebt

Spiele von Atlético sind momentan vor allem eins: zäh. Während der Fokus unter Diego Simeone (52) naturgemäß der Defensive und dem aggressiven Spiel gegen den Ball gilt, wird der Weg nach vorne eher sporadisch gesucht. Besonders die letzten drei Partien unterstreichen das. Schon beim 1:1 in San Sebastian im Energiesparmodus, streikte die Angriffsmaschine gegen Porto (2:1) in der Champions League völlig. Für Siege in der Nachspielzeit wie eben jenen wurde das Wort Glück erfunden, denn Atletico fand offensiv über das gesamte Spiel überhaupt nicht statt, hätte nach expected Goals (xG) sogar verlieren müssen (0,7:1,7, fbref.com). Die „Rojiblancos“ müssen sich mit etwas emotionalem Abstand selbst ungläubig gegenseitig in die Gesichter geschaut haben. 

Vergangenes Wochenende gab es immerhin ein 4:1 gegen Celta Vigo, der einer brutalen Effizienz vor dem Tor und einem Gegner zu verdanken war, der seine Hochkaräter nicht nutzte. Trotz der vier Tore offenbarte die xG-Statistik auch hier mit 0,8 erwartbaren Toren Mängel im Spiel nach vorne. Gleiche Geschichte in Leverkusen (0,9 xG), wo man für seine Defizite in der Chancenerarbeitung bestraft wurde und mit 0:2 verlor.

Atletico Real Madrid
(Photo by Lars Baron/Getty Images)

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Richtig aufblitzen ließ Atleti seine offensiven Qualitäten einzig beim Saisonauftakt in Getafe. Beim 3:0-Erfolg im Coliseum Alfonso Perez harmonierten Joao Felix (22) und Alvaro Morata (29) perfekt und zerlegten den Gegner fast im Alleingang. Die nötige Klasse, um auch vor des Gegners Tor zu glänzen, haben die „Colchoneros“ eigentlich.

Das Problem sind erhebliche Mängel in der Chancenerarbeitung, man könnte fast sagen: Das Desinteresse an der Chancenerarbeitung. So ist das Spiel im eigenen Ballbesitz sehr behäbig und die Angreifer werden kaum in Szene gesetzt. Ein Thema, das im rot-weiß gefärbten Stadtteil Madrids durchaus kein neues ist. Und daran wird sich vermutlich auch in Zukunft wenig ändern. Dafür ist Simeone zu sehr er selbst und zu wenig bereit, Traditionen zu brechen.

Real Madrid: Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss

Anders sieht die Geschichte beim Stadtrivalen aus. Real Madrid hat einen perfekten Saisonstart hingelegt und alle bisherigen Spiele gewonnen. Allerdings waren auch die Auftritte der „Blancos“ nicht immer tadellos. So hatte man in den ersten drei Ligaspielen gegen aufmüpfige Underdogs durchaus seine Schwierigkeiten, in der Champions League bereitete zuletzt RB Leipzig den Königlichen starke Probleme und hätte durchaus Zählbares mitnehmen können. Dennoch gewinnt Real ausnahmslos alle Spiele. Und das hat auch einen Grund. Denn sie verstehen es, in den entscheidenden Momenten ihre Muskeln spielen zu lassen und das Ergebnis zu kontrollieren.

„Wir haben eine Strategie, die nennt sich ‚die Strategie der Müdigkeit‘. Wir lassen den Gegner in der ersten Halbzeit glauben, wir seien müde und in der zweiten schlagen wir zu“, sagte Trainer Carlo Ancelotti (63) auf der gestrigen Pressekonferenz (Zitat via REAL TOTAL). Treffender hätte es der Italiener kaum formulieren können, denn die Königlichen machen offensiv in der Tat nicht zwingend mehr als nötig.

Atletico Real Madrid
(Photo by THOMAS COEX/AFP via Getty Images)

Auch sie zeigen hierbei keine neue Charaktereigenschaft. Real Madrid ist schon seit Jahren dafür bekannt, da zu sein, wenn es drauf ankommt – mit dem Unterschied, dass das jetzt nicht mehr nur an besonderen Champions-League-Abenden der Fall ist, sondern, dass sie es verstanden haben, diese Mentalität ein Stück weit auch auf den Ligaalltag zu übertragen. Real ist also konstanter geworden.

Was damit einhergeht, ist die Tatsache, dass die Abhängigkeit von Karim Benzema (34) nicht mehr so groß ist, wie das früher und in Teilen noch in der Vorsaison der Fall war. Immer mehr junge Spieler übernehmen nun Verantwortung auf dem Feld. Einer davon ist Vinicius Junior (22), der an seiner starken Vorsaison nahtlos anknüpft und bereits vier Saisontore in La Liga erzielt hat. Dass Fluch und Segen nicht mehr allein von Benzema abhängen, haben auch die vergangenen beiden Siege gegen Leipzig (2:0) und Mallorca (4:1) gezeigt, bei denen Europas Fußballer des Jahres passen musste. Dass er auch gegen Atlético fehlen wird, ist bitter, demnach aber verkraftbar.

Was können wir vom Derbi Madrileño erwarten?

Die Vorzeichen für das 192. Derbi Madrileño sind klar: Atlético ist gefordert, muss Anschluss an die Champions-League-Plätze halten. Dass Simeone dafür von seiner defensiven Ausrichtung abweicht, ist allerdings unwahrscheinlich. Die „Rojiblancos“ werden dem Gegner ab der Mittellinie das Leben so schwer wie möglich machen und versuchen, die Umschaltsituationen für sich zu nutzen. Real wird voraussichtlich mehr Spielanteile haben, wird aber kein Risiko eingehen, um auf Biegen und Brechen das Tor zu erzielen. Das haben sie in den letzten Spielen nicht gemacht und haben es aufgrund der aktuellen sportlichen Situation auch heute nicht nötig.

Dementsprechend ist kein Spiel zu erwarten, das die Zuschauer mit Offensivfeuerwerken vom Hocker reißt. Das tut das „Derbi Minimalismo“ aber auch traditionell nicht. Zumindest nicht, wenn man auf die jüngere Geschichte blickt. In den letzten sieben Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften fielen insgesamt nämlich gerade einmal acht Tore. Dafür war es fast immer spannend bis zum Schluss, vor allem bei Begegnungen im Metropolitano.

Prognose: Auch diesmal dürfen wir uns auf ein enges Derby gefasst machen. Defensive und Spielkontrolle werden die oberste Prämisse sein, in der Offensive ist also Steine klopfen angesagt. Dass Real Madrid dieses Handwerk besser beherrscht beziehungsweise Atlético deutlich schlechter als der Gegner, bewiesen die letzten Wochen. Zudem kommt Real aufgrund seiner Siegesserie mit breiter Brust. Und die wird Bestand haben: Real gewinnt auch das Stadtderby knapp und erobert sich die über Nacht verlorengegangene Tabellenführung zurück.

Mögliche Aufstellungen

Atlético: Oblak – Molina, Felipe, Witsel, Hermoso, Reinildo – de Paul, Kondogbia, Kokę – Cunha, Felix

Real Madrid: Courtois – Carvajal, Rüdiger, Alaba, Mendy – Modric, Tchouameni, Camavinga – Valverde, Rodrygo, Vinicius Jr.

(Photo by David Ramos/Getty Images)

Michael Bojkov

THEMENAcelottiAtleticoBenzemaDerbi MadrilenoLa LigaReal MadridSimeoneVinicius
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