Europa League: Topspiel in Sevilla, Barca empfängt Galatasaray

Europa League: Der FC Sevilla und FC Barcelona zählen in der Europa League zu den Favoriten.
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Vorschau | Neben drei deutschen Startern treten in der Europa League prominente Namen wie der FC Barcelona, der stets hoch gehandelte FC Sevilla oder der FC Porto an. Sie bestreiten im Achtelfinale allesamt zunächst Heimspiele.

Formstarkes Porto trifft auf Lyon, Sevilla und Barcelona zuhause unter Zugzwang

FC Porto – Olympique Lyon (Mittwoch, 9. März, 18:45 Uhr)

Wenn der versierte Beobachter über Europa-League-Titelfavoriten nachdenkt, kommen ihm wahrscheinlich zunächst der FC Barcelona, FC Sevilla, RB Leipzig oder West Ham United in den Sinn. Auf dem Zettel haben sollte er allerdings auch den FC Porto, der eine bärenstarke Saison spielt. In der Champions League fehlte nur wenig, um vor Atlético das Achtelfinale zu erreichen. Dafür sammelten die Drachen in der nationalen Liga beeindruckende 67 von 75 möglichen Zählern ein und führen souverän vor Sporting sowie Benfica die Tabelle an.

Auch im Pokal steht der Finaleinzug kurz bevor. Das Halbfinalhinspiel bei Sporting gewann Porto mit 2:1. Daher wirkt es wenig verwunderlich, dass in der Zwischenrunde Lazio Rom recht souverän ausgeschaltet wurde (2:1/2:2). Die Hoffnungen auf den Triple-Gewinn bestehen – trotz des Winter-Abgangs von Luis Díaz (25) – durchaus. Dieses Kunsststück gelang in dieser Form nämlich bereits 2011. Weit davon entfernt befindet sich Olympique Lyon, das zwar seine Vorrundengruppe mit den Glasgow Rangers, Sparta Prag und Bröndby souverän überstand, ansonsten aber keine konstanten Leistungen brachte.

Trainer Peter Bosz (58) schaffte es bisher nicht, seinen extrem offensiven Spielstil zu implementieren. Bezeichnend dafür stehen die Resultate aus den letzten fünf Ligue-1-Partien: Zwei Siege, ein Remis sowie zwei Niederlagen. OL liegt daher nur auf Rang neun, wobei noch nichts verloren ist. Nur drei Punkte fehlen zum internationalen Geschäft. Die Europa League stellt allerdings ebenfalls eine ansprechende Möglichkeit auf einen gelungenen Saisonabschluss dar.

FC Sevilla – West Ham United (Donnerstag, 10. März, 18:45 Uhr)

Wird über die Europa League gesprochen, ist der Name des FC Sevilla zumeist nicht weit entfernt. Der Sieger von 2014, 2015, 2016 und 2020 zählt auch in dieser Saison zu den ganz heißen Kandidaten auf den Titel, was jedoch weniger mit den Leistungen in der Champions League. Dort scheiterten die Andalusier am OSC Lille und Salzburg. Als Gruppendritter ging es dann gegen Dinamo Zagreb, das mit Mühe bezwungen wurde (3:1/0:1).

Insbesondere in der Schlussphase musste Sevilla den ein oder anderen heiklen Moment überstehen. Die Defensive meisterte sämtliche Prüfungen – wie so häufig im Saisonverlauf. Erst 18 Gegentore musste der spanische Traditionsklub. Am vergangenen Freitag stand bei Alaves erneut die Null, aber auch vorne, weshalb Spitzenreiter Real Madrid weiter außer Sichtweite geriet. Nicht ganz in solchen Spähren bewegt sich West Ham United. Doch die Hammers haben in jüngster Vergangenheit einen großen Sprung gemacht, weshalb sie nach vier Jahren Abstinenz wieder auf internationaler Ebene antreten dürfen.

Die Staffel mit Zagreb, Rapid Wien erwies sich als nicht allzu große Herausforderung. Die großen Namen warten regelmäßig in der Premier League, wo das vom umworbenen Mittelfeldmotor Declan Rice (23) angetriebene West Ham erneut eine beachtliche Rolle spielt. Sogar die Champions-League-Qualifikation scheint für den Tabellensechsten noch in Reichweite zu sein. Ein Rückschlag war dagegen das FA-Cup-Aus in Southampton (1:3). Noch solch einen Auftritt sollte United in einem K.o-Spiel möglichst vermeiden.

Glasgow Rangers – Roter Stern Belgrad (Donnerstag, 10. März, 21.00 Uhr)

Die Rangers sorgten wohl für die größte Überraschung der Zwischenrunde, indem sie Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb kegelten. Die Weichen stellten sie schon im Hinspiel, das sie auf fremden Platz mit 4:2 gewannen. Im stimmungsvollen Ibrox Stadium ließ sich der amtierende schottische Meister die Butter nicht mehr vom Brot nehmen – auch weil Trainer Giovanni van Bronckhorst (47) im rechten Moment eine Systemumstellung vornahm. Er folgte im November auf den erfolgreichen Steven Gerrard (41), den es zu Aston Villa zog.

Europa League: Die Rangers schalteten den BVB aus.

(Photo by Ian MacNicol/Getty Images)

Der Niederländer konnte die grundsätzlich offensiv ausgerichtete Spielweise übernehmen, zahlte zunächst aber auch Lehrgeld, etwa im Old Firm bei Celtic, der mit 0:3 verloren ging. Daraus resultieren auch die drei Punkte Rückstand in der Meisterschaft. Noch einen Zähler weniger trennt Roter Stern Belgrad vom Erzrivalen Partizan, obwohl das Stadtderby mit 2:0 für sich entschieden wurde.

Ohnehin befindet sich Roter Stern in exzellenter Verfassung, gewann 2022 alle Pflichtspiele. Dass die Qualitäten des Kaders nicht nur für Serbien, sondern auch auf europäischer Bühne ausreichen, wiesen die Rot-Weißen um Abwehrchef Aleksandar Dragovich (31) in der Europa-League-Vorrunde nach, wo sie gegenüber Braga und dem FC Midtjylland die Nase vorn hatten. Dementsprechend fliegen sie keineswegs mutlos nach Glasgow.

FC Barcelona – Galatasaray (Donnerstag, 10. März, 21.00 Uhr)

Eine wahre Schmach erlebte der FC Barcelona in der Champions-League-Vorrunde, wo es gegen den FC Bayern und Benfica nicht zum Weiterkommen reichte. Erstmals seit 18 Jahren musste er wieder in der europäischen Zweitklassigkeit antreten. Inzwischen haben sich die Katalanen wohl damit angefreundet, da die Europa League die einzige Titelchance der laufenden Saison beinhaltet. In der Zwischenrunde schalteten sie die SSC Napoli durch einen 4:2-Auswärtserfolg im Rückspiel aus.

Die Begegnung steht exemplarisch für den Aufschwung unter Xavi Hernández (42). Vier Pflichtspielsiege am Stück – darunter deutliche Resultate gegen Valencia und Bilbao – stehen zu Buche. Lediglich am Sonntag quälte sich Barcelona in Elche zu etwas glücklichen drei Punkten. Wohl nur eine untergeordnete Rolle spielt derzeit bei Galatasaray die Art und Weise, denn Zählbares ist von höchster Bedeutung. Der türkische Rekordmeister fand sich in völlig ungewöhnlichen Gefilden, dem Abstiegskampf, wieder.

Erst zwei Siege über Izmir und Rizespor brachten etwas Ruhe. Mit Platz zwölf sind die Löwen dennoch weit von den eigenen Ansprüchen entfernt. Der Umbruch im abgelaufenen Sommer, mit dem Fokus auf junge, talentierte Spieler und der Trennung von Routiniers erwies sich als zu radikal. Deshalb gab es nicht nur die Trennung von Trainerikone Fatih Terim (68), sondern auch die Abkehr von der Transferstrategie. Gestandene Akteure wie Bafetimbi Gomes (36) kehrten zurück und halfen sofort weiter. Immerhin zeigte der Kader in der Europa-League-Vorrunde seine Klasse. Dort ließ er Lazio und Olympique Marseille hinter sich, weshalb Galatasaray nicht vollkommen hoffnungslos im Camp Nou antritt.

SC Braga – AS Monaco (Donnerstag, 10. März, 21.00 Uhr)

Das einzige Elfmeterschießen der Zwischenrunde stieg im Estádio Municipal de Braga, wo der SC im Vergleich mit Sheriff Tiraspol das bessere Ende besaß. Schlussmann Matheus (29) sicherte seiner Mannschaft mit gleich zwei gehaltenen Strafstößen die Teilnahme am Achtelfinale. Dort soll keineswegs die Endstadion liegen. 2011 reichte es bereits zum Sprung ins Finale. Dafür müssen diesmal aber noch hohe Hürden überquert werden, was bislang angesichts von Gegnern wie Tiraspol, Roter Stern Belgrad, Midtjylland oder Razgrad noch nicht der Fall war.

Portugals unangefochtene Nummer vier im Vereinsfußball trifft auf die AS Monaco, die sowohl finanziell als auch personell wesentlich besser ausgestattet ist. Die bisherige Spielzeit verlief keineswegs so wie vorgestellt. Die Champions League wurde in der Qualifikation gegen Donezk, im Ligabetrieb ein erneutes Mitmischen im Titelrennen verpasst. Trainer Niko Kovac (50), im letzten Spieljahr noch für einen starken dritten Platz verantwortlich, musste deshalb im Winter gehen.

Sein Nachfolger Philippe Clement (48) brachte etwas mehr Stabilität in die Leistungen, doch der große tabellarische Sprung blieb aus. Trotz des jüngsten 1:0-Erfolgs in Marseille grüßen die Monegassen lediglich von Rang acht, punktgleich mit Olympique Lyon. Darüber hinaus scheiterten sie im Coupe-de-France-Halbfinale nach Elfmeterschießen an Nantes. Die Europa League könnte die Laune in Reihen der AS Monaco daher deutlich aufbessern.

(Photo by CRISTINA QUICLER/AFP via Getty Images)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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