Nullnummer gegen Kroatien – Titelkandidat Belgien streicht früh die WM-Segel

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News | Am letzten Spieltag der WM-Vorrundengruppe F standen sich im Ahmed bin Ali Stadium mit Kroatien und Belgien zwei namhafte Teams zum europäischen Duell gegenüber. In einer abwechslungsreichen Partie trennten sich die ambitionierten Mannschaften mit 0:0. De Bruyne und Co. müssen damit die Heimreise antreten.

Kroatiens Elfmeter wird einkassiert – Belgien offensiv konzeptlos

Das Ahmed bin Ali Stadium war am Donnerstag Austragungsstätte der Begegnung zwischen dem WM-Dritten, Belgien, und dem Finalisten von 2018, Kroatien. Vor dem abschließenden europäischen Duell der Vorrundengruppe F definierte sich die Ausgangssituation wie folgt: Nur mit einem Sieg konnten die roten Teufel den Konkurrenten von der Balkanhalbinsel überholen und damit sicher das Achtelfinal-Ticket buchen. Für die Mannschaft von Trainer Zlatko Delic griff die komfortable Konstellation, bereits mit einem Remis in die KO-Phase einzuziehen. Der kroatische Chefcoach beließ seine Anfangsformation, im Vergleich zum 4:1-Erfolg über Kanada, unverändert. Sein 49-jähriger Amtskollege Roberto Martinez brachte nach dem enttäuschenden 0:2 gegen Marokko vier frische Kräfte. Leander Dendoncker, Leandro Trossard, Yannick Carrasco sowie Routinier Dries Mertens rückten in die, im variablen 4-3-3-System formierte Startelf. Die Leitung der Partie wurde dem englischen Unparteiischen Anthony Taylor anvertraut.



Gerade einmal zehn Sekunden waren vergangen, da klingelte es beinahe schon im Kasten des belgischen Torhüters Thibaut Courtois. Der wuchtige Schuss des Ex-Bundesliga-Akteurs Ivan Perisic rauschte aber knapp am Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite konnten die roten Teufel ihre erste Chance nach 13 Minuten verbuchen. Infolge des gefürchteten Umschaltspiels spielte Kevin de Bruyne einen mustergültigen Pass auf Mertens, der jedoch das Leder über die Latte bugsierte. Wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen später entschied der 44-jährige Schiedsrichter auf Elfmeter für Kroatien, nachdem Carrasco den Hoffenheimer Andrej Kramaric überaus ungeschickt von den Beinen geholt hatte. Der VAR verwies aber auf eine regelwidrige Abseitsstellung im Vorfeld – Glück für Belgien (15.). Den Westeuropäern fehlte es, mit Ausnahme der Mertens-Möglichkeit, an zündenden Ideen und einem zielführenden Offensivkonzept. Demgegenüber wirkte der WM-Finalist von 2018 wesentlich griffiger und entschlossener in den Zweikämpfen.

Warum wir über die WM 2022 in Katar berichten

Lukaku verpasst mehrfach Belgiens goldenen Treffer – Kroatien verteidigt leidenschaftlich

Im zweiten Durchgang waren zunächst Martinez‘ Männer vor dem gegnerischen Tor zu finden. Der Kopfball des eingewechselten Hoffnungsträgers Romelu Lukaku landete jedoch in den Armen des kroatischen Schlussmanns Dominik Livakovic (48.). Kurz darauf machten die rot-weiß-karierten Balkan-Kicker wieder auf sich aufmerksam. RB Leipzigs Josko Gvardiol fand am Strafraum seinen Mannschaftskollegen Mateo Kovacic, doch dessen Abschluss wurde von Courtois abgewehrt (50.). In der 60. Minute dann die bis dato größte Chance der Partie. Nach einem präzisen Diagonalpass vom omnipräsenten De Bruyne auf Carrasco blieb dieser zunächst an einem Abwehrbein hängen – bei Lukakus Nachschuss stand nur der Pfosten der belgischen Glückseligkeit im Weg.

Um den Konkurrenten in ärgere Bedrängnis zu versetzen, fehlte es den Belgiern, gerade in der Mittelfeldzentrale um Axel Witsel und Dendoncker, aber an Tempo und letzter Präzision. Die roten Teufel versuchten in der Schlussphase trotz aller Widrigkeiten, nochmal alles in die Waagschale zu werfen. Beinahe wäre nach einer Hereingabe des Dortmunders Thomas Meunier der Ball im Tor gelandet, doch Lukaku war zu überrascht und das Spielgerät trudelte am Kasten vorbei (87.). Drei Minuten später verpasste erneut Inter Mailands Lukaku den mittlerweile verdienten Führungstreffer (90.). Auf dem Zahnfleisch retteten die Kroaten das 0:0-Remis über die Zeit.

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Für die Kroaten geht es am kommenden Montag im Achtelfinale gegen den Ersten der Gruppe E weiter (16 Uhr). Die Belgier müssen dagegen die Heimreise antreten.

Kroatien – Belgien 0:0 (0:0)

Kroatien: Livakovic – Juranovic, Lovren, Gvardiol, Sosa – Brozovic, Modric, Kovacic (90.+1 Majer) – Kramaric (64. Pasalic), Perisic – Livaja (64. Petkovic)

Belgien: Courtois – Meunier (88. E. Hazard), Alderweireld, Vertonghen, Castagne – Witsel, De Bruyne, Dendoncker (72. Tielemans) – Trossard (58. T. Hazard), Mertens (46. Lukaku), Carrasco (72. Doku)

Tore: Fehlanzeige

(Photo by VIRGINIE LEFOUR/BELGA MAG/AFP via Getty Images)

Steven Busch

Die Außenristpässe eines Tomás Rosicky entfachten seinen Enthusiasmus für den Fußball und die Affinität zu den schwarzgelben Borussen aus dem Ruhrgebiet. WM-Held Mario Götze brach ihm mit dem Wechsel in den Süden der Republik einst sein Fanherz und der Glaube an die Fußballromantik musste leiden. Wenn sein persönlicher Traum von der professionellen Fußballkarriere schon platzen musste, entschied er sich dem Sport aus journalistisch-kritischer Perspektive erhalten zu bleiben.

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